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	<title>Firma Credendo Short-Term Non-EU Risks, Autor bei Presse Control</title>
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	<description>Deutschland, Österreich oder Schweiz – Wir machen Pressearbeit</description>
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	<title>Firma Credendo Short-Term Non-EU Risks, Autor bei Presse Control</title>
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		<title>Indien: Aufstieg eines wichtigen wirtschaftlichen und geopolitischen Akteurs inmitten schwieriger struktureller Risiken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Firma Credendo Short-Term Non-EU Risks]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2026 07:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Finanzen / Bilanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Trotz nachlassender Dynamik bleiben die langfristigen Wachstumsaussichten gut.  Geringe Auslandsverschuldung, eine solide Zahlungsbilanz und andauernde politische Stabilität unter PM Modi tragen zu einer guten Einstufung des mittel- bis langfristigen politischen Risikos bei.  Neben den schwachen öffentlichen Finanzen kämpft Indien mit <a href="https://www.presse-control.de/2026/07/28/indien-aufstieg-eines-wichtigen-wirtschaftlichen-und-geopolitischen-akteurs-inmitten-schwieriger-struktureller-risiken/" class="more-link" data-wpel-link="internal">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text">
<ul class="bbcode_list">
<li>Trotz nachlassender Dynamik bleiben die langfristigen Wachstumsaussichten gut. </li>
<li>Geringe Auslandsverschuldung, eine solide Zahlungsbilanz und andauernde politische Stabilität unter PM Modi tragen zu einer guten Einstufung des mittel- bis langfristigen politischen Risikos bei. </li>
<li>Neben den schwachen öffentlichen Finanzen kämpft Indien mit großen strukturellen Herausforderungen wie dem Klimawandel, hoher Jugendarbeitslosigkeit und fehlenden Investitionen in Gesundheit und Bildung. </li>
<li>Den regionalen und globalen Einfluss zu stärken und von den Verschiebungen im Welthandel zu profitieren, wird weiterhin eine außenpolitische Priorität sein.</li>
</ul>
<p><b>Kurzfristig nachlassende Wirtschaftsdynamik, langfristig starke Wachstumsaussichten</b></p>
<p>Seit dem Ende der Covid-19-Pandemie ist Indien auf einen steilen Wachstumspfad zurückgekehrt. Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum schwankt um etwas mehr als 7 % – die höchste Wachstumsrate unter den großen Volkswirtschaften der Welt. Seit dem vergangenen Jahr hat sich die Konjunktur infolge der nachlassenden Verbrauchernachfrage und der inländischen Investitionen merklich verlangsamt. Die weiteren Wachstumsaussichten wurden daher leicht nach unten korrigiert, wobei der IWF für die kommenden Jahre weiterhin ein reales BIP-Wachstum von über 6,5 % prognostiziert.</p>
<p>Um den wirtschaftlichen Gegenwind abzumildern, erwägt der neue Chef der indischen Zentralbank Reserve Bank of India (RBI) Zinssenkungen und die Freigabe des Wechselkurses der indischen Rupie, um die Exporte anzukurbeln. Dieser geldpolitische Kurswechsel könnte jedoch zu einer weiteren Abwertung der überbewerteten Rupie gegenüber dem US-Doller über ihren historischen Tiefstand hinaus führen und damit den Inflationsdruck verstärken. Die Inflation in Indien bleibt ein anhaltendes Problem, insbesondere bei Lebensmitteln. Da Indien ein Drittel seines Energiebedarfs importiert, könnte sich die Inflation (5,2 % im Dezember 2024) durch eine Abwertung wieder der oberen Grenze des Inflationsziels (6 %) nähern. Damit würden die Lebenshaltungskosten weiter steigen, was die Geldpolitik erschwert. Ein Abwertungsdruck auf die Rupie und eine höhere Inflation könnten sich auch auf das Geschäftsumfeldrisiko auswirken (derzeit in Kategorie C/G eingestuft). </p>
<p>Abgesehen von diesen kurzfristigen Einflussfaktoren bleiben die Aussichten für die indische Wirtschaft vielversprechend. Ein riesiger Inlandsmarkt, staatliche Subventionen für das verarbeitende Gewerbe (mit dem Schwerpunkt auf Selbstversorgung und kühnen Exportzielen), ein dynamischer IT-Dienstleistungssektor und eine unternehmensfreundliche Regierung sind wichtige Faktoren für die positiven Wirtschaftsaussichten Indiens.</p>
<p>Darüber hinaus wurde der Bankensektor, der noch vor nicht allzu langer Zeit eine große Schwachstelle des Landes darstellte, bereinigt und auf eine solidere Grundlage gestellt, nachdem die Krise der notleidenden Kredite bewältigt worden war.</p>
<p><b>Solide Zahlungsbilanz und moderate Auslandsverschuldung</b></p>
<p>Indiens Zahlungsbilanz ist solide, mit einem geringen Leistungsbilanzdefizit (geschätzte 1,1 % des BIP im GJ24), das durch diversifizierte Exporte und robuste Rücküberweisungen von Gastarbeitern gestützt wird. Indien ist bei weitem das größte Empfängerland der Welt und Transferzahlungen machen etwa 15 % der Leistungsbilanzeinnahmen aus. Das Defizit wird vollständig durch Investitionszuflüsse finanziert. Für die kommenden Jahre wird mit einem allmählichen Anstieg gerechnet, der vor allem auf steigende Importe von Investitionsgütern infolge des prognostizierten Anstiegs der ausländischen Direktinvestitionen zurückzuführen ist. Indien ist ein attraktives Ziel für die Diversifizierung globaler Lieferketten, und Außenhandel und Investitionen sind wichtige Elemente der Regierungsstrategie zur Ankurbelung künftiger Wirtschaftstätigkeit. Daher bemüht sich die Regierung weiterhin aktiv um neue bilaterale Freihandels- und Investitionsabkommen, beispielsweise mit der EU. Gleichzeitig wirken sich die robusten Exporte und Investitionszuflüsse positiv auf Indiens Liquidität aus. Im vergangenen Jahr deckten die Devisenreserven den Einfuhrbedarf von mehr als sieben Monaten, ein komfortables Niveau, das die anhaltend gute Bewertung des kurzfristigen politischen Risikos von 2/7 erklärt. Auch bei der Auslandsverschuldung ist die Lage solide: Nach Angaben der Weltbank beliefen sich die Auslandsverschuldung und der Schuldendienst im Jahr 2023 auf weniger als 20 % des BIP bzw. 10 % der Leistungsbilanzeinnahmen. Die Schuldensituation dürfte auch mittel- bis langfristig stabil bleiben. Angesichts dieser makroökonomischen Stärken gehen wir davon aus, dass das politische Risiko Indiens weiterhin mit einem guten Rating von 3/7 bewertet wird.</p>
<p><b>Strukturelle Schwächen erschweren die Zukunft</b></p>
<p>Die indischen Staatsfinanzen geben chronisch Anlass zur Sorge, da die Staatsverschuldung aufgrund anhaltend hoher Haushaltsdefizite (durchschnittlich über 8 % des BIP in den Jahren FJ14-FJ23 und voraussichtlich über 7 % in den kommenden Jahren) auf hohem Niveau verharrt. Die Staatsschulden dürften im FJ24 mit 83,4 % des BIP – bzw. 390 % der Staatseinnahmen – den höchsten Stand seit 20 Jahren erreichen und auch mittel- bis langfristig nur geringfügig zurückgehen. Allerdings ist die Staatsverschuldung überwiegend in Landeswährung nominiert, was die Risiken mindert. Die Tatsache, dass die Zinszahlungen weiterhin rund ein Viertel der Staatseinnahmen verschlingen, schränkt den Spielraum für Staatsausgaben ein. Dennoch hat Premierminister Modi seit seinem Amtsantritt im Jahr 2014 die bestehenden Sozialleistungen auf eine größere Zahl von Menschen ausgeweitet und die Nutzung elektronischer Überweisungstechnologien erfolgreich gefördert. Die umfangreichen Sozialprogramme sind ein populärer Pfeiler seiner Regierung. Obwohl Geldleistungen bei großen Einkommensunterschieden und hoher Armut eine wichtige Rolle spielen, haben ihr Umfang und ihre neue Dauerhaftigkeit die Abhängigkeit der Empfänger erhöht und die fiskalische Belastung in Zeiten schwacher öffentlicher Finanzen vergrößert. Darüber hinaus werden strukturelle Probleme nicht angegangen, insbesondere unzureichende öffentliche Investitionen in Gesundheit und Bildung und der Mangel an Arbeitsplätzen &#8211; die Jugendarbeitslosigkeit ist besonders hoch -, die beide die demografische Dividende, den Konsum und das BIP-Wachstum Indiens beeinträchtigen.</p>
<p>Auch andere Risiken trüben die Aussichten – von verstärkten kommunalen Spannungen unter der hinduistisch geprägten Regierung Modi bis hin zum Klimawandel. Tatsächlich sind zunehmende Naturkatastrophen und Wasserprobleme zu den größten Risiken im bevölkerungsreichsten Land der Welt geworden, in dem die Landwirtschaft für einen Großteil der Bevölkerung die wichtigste Einkommens- und Beschäftigungsquelle ist.</p>
<p><b>Langjährige politische Stabilität unter der Führung Modis</b></p>
<p>Indien profitiert von politischer Stabilität und politischer Kontinuität. Im vergangenen Frühjahr gewannen Premierminister Modi und seine BJP-Partei erneut die Parlamentswahlen, was ihm eine dritte fünfjährige Amtszeit in Folge als Premierminister bescherte. Obwohl dies seine anhaltende Popularität unterstrich, war sein Erfolg nur mäßig und er verlor Stimmen an die große Oppositionskoalition „INDIA“. Der Verlust der Mehrheit im Parlament zwang das NDA-Regierungsbündnis, eine Koalition mit zwei kleineren Verbündeten einzugehen. Aber diese neue Verwundbarkeit im Vergleich zu den letzten zehn Jahren dürfte die Politikgestaltung nicht allzu sehr beeinflussen. Mit Blick auf die Zukunft könnte die Kombination aus einer instabilen INDIA-Koalition und dem starken politischen Apparat der BJP es der Regierungspartei ermöglichen, über die Karriere des 74-jährigen Modi hinaus an der Macht zu bleiben.</p>
<p><b>Führungsmacht des Globalen Südens und geschickte Außenpolitik in einer instabilen neuen Weltordnung</b></p>
<p>In einer sich wandelnden Weltordnung will sich die indische Demokratie in Konkurrenz zu China als Führungsmacht des globalen Südens positionieren und gleichzeitig die Kontinuität ihrer historischen Blockfreiheit durch das geschickte Ausspielen der Unabhängigkeitskarte sichern. Es wird daher erwartet, dass Indien weiterhin erfolgreich zwischen den geoökonomischen Blöcken navigieren wird, indem es einerseits gute Beziehungen zum Westen pflegt und im natürlichen Gegensatz zu Chinas regionalen und globalen Ambitionen wirtschaftliche und sicherheitspolitische Vorteile bietet, und andererseits seine Rolle als Verteidiger der Rechte und Interessen der Entwicklungs- und Schwellenländer stärkt.</p>
<p>Indien dürfte versuchen, dies über die globalen Klimaverhandlungen und die BRICS zu erreichen und den Handel mit dem sanktionierten Russland auszubauen, das sich rasch zu seinem wichtigsten Öllieferanten entwickelt hat, nachdem es vor dem Krieg in der Ukraine kaum Öl geliefert hatte. Was die wichtigen bilateralen Beziehungen zu Pakistan und China betrifft, so haben sich diese mit Pakistan stabilisiert und mit China erwärmt, wie die Entspannung seit Oktober letzten Jahres zeigt, als Indien und China vereinbarten, Militärpatrouillen entlang ihrer umstrittenen Grenze im Himalaya durchzuführen.</p>
<p>Dieses Tauwetter könnte jedoch nur von kurzer Dauer sein. Chinas regionaler Einfluss dürfte weiter zunehmen, und beide Länder haben unterschiedliche Vorstellungen von der globalen Weltordnung. Was die USA betrifft, so dürften die engen Beziehungen zwischen der indischen und der amerikanischen Führung einen weiteren Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit ermöglichen. Da US-Präsident Trump jedoch auf Handelsüberschüssen beharrt, um höhere Einfuhrzölle erheben zu können, wird sich Indien möglicherweise dazu verpflichten müssen, mehr Rüstungsgüter aus den USA zu beziehen und die Einfuhrzölle auf bestimmte US-Produkte zu senken.</p>
<p><b>Analyst: </b>Raphaël Cecchi – <a href="mailto:r.cecchi@credendo.com" class="bbcode_email">r.cecchi@credendo.com</a> </p>
<p><a href="https://credendo.com/de/knowledge-hub/india-rise-major-economic-and-geopolitical-player-amid-challenging-structural-risks" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">Indien: Aufstieg eines wichtigen wirtschaftlichen und geopolitischen Akteurs inmitten schwieriger struktureller Risiken | Credendo</a></div>
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		<title>Mongolei: Aufwertung des mittel- bis langfristigen politischen Risikos in Kategorie 6/7 dank sukzessiver makroökonomischer Verbesserungen</title>
		<link>https://www.presse-control.de/2026/07/21/mongolei-aufwertung-des-mittel-bis-langfristigen-politischen-risikos-in-kategorie-6-7-dank-sukzessiver-makrokonomischer-verbesserungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Credendo Short-Term Non-EU Risks]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jul 2026 07:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Finanzen / Bilanzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem Beinahe-Staatsbankrott im Jahr 2017 haben sich die makroökonomischen Fundamentaldaten der Mongolei schrittweise verbessert. Die öffentlichen Finanzen sind gesünder und die außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte und schuldenbedingten Anfälligkeiten sind zurückgegangen. Die mongolische Auslandsverschuldung ist unverändert hoch und es droht Gegenwind von <a href="https://www.presse-control.de/2026/07/21/mongolei-aufwertung-des-mittel-bis-langfristigen-politischen-risikos-in-kategorie-6-7-dank-sukzessiver-makrokonomischer-verbesserungen/" class="more-link" data-wpel-link="internal">Weiterlesen</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text">
<ul class="bbcode_list">
<li>Seit dem Beinahe-Staatsbankrott im Jahr 2017 haben sich die makroökonomischen Fundamentaldaten der Mongolei schrittweise verbessert.</li>
<li>Die öffentlichen Finanzen sind gesünder und die außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte und schuldenbedingten Anfälligkeiten sind zurückgegangen.</li>
<li>Die mongolische Auslandsverschuldung ist unverändert hoch und es droht Gegenwind von einem stärkeren US-Dollar, höheren globalen Zinssätzen und schwächerer Nachfrage aus China.</li>
<li>Dennoch werden die Perspektiven des Landes von positiven Aussichten für den Mineralienexport, höherer Kupfernachfrage aus China und politischer Kontinuität gestärkt.</li>
<li>Credendo hat das mittel- bis langfristige politische Risiko der Mongolei in Kategorie 6/7 aufgewertet.</li>
</ul>
<p>Die Mongolei befindet sich in schwierigem Fahrwasser, seit sie im Frühling 2017 von multilateralen und bilateralen Gläubigern gerettet wurde, um einen Staatsbankrott abzuwenden. Während die Behörden in den Folgejahren versuchten, die enorme Schuldenlast des Landes abzubauen, wurde die Wirtschaft von der Covid-19-Pandemie und der daraus resultierenden Grenzschließung zu China schwer getroffen, da China mit einem Anteil von 80 % der wichtigste Absatzmarkt für den mongolischen Warenexport ist. Seit 2021 haben sich die makroökonomischen Ergebnisse des Landes jedoch schrittweise verbessert und scheinen nun eine Trendwende vollzogen zu haben. Das reale BIP-Wachstum erreichte zwischen 2022 und 2024 ein dauerhaft hohes Niveau von durchschnittlich 6 %, das auch für die kommenden drei Jahre prognostiziert wird. Die Wirtschaft zeigt weiterhin eine starke Abhängigkeit von mineralischen Rohstoffexporten, die mit den Produkten Kohle, Kupfer, Gold und Eisenerz den Hauptwachstumstreiber bilden – ein Umstand, der gleichzeitig eine große Anfälligkeit darstellt, da die Mongolei Preisschwankungen ausgesetzt ist. Dieses Risiko wird jedoch von den hohen Goldpreisen, dem enormen Marktpotenzial für Kupfer in der ökologischen Wende und der steigenden Nachfrage nach kritischen Mineralien aus dem Nachbarland China abgemildert. Des Weiteren wurde im Jahre 2023 das riesige Bergwerk Oyu Tolgoi eröffnet, eine der größten Kupfer- und Goldminen der Welt. Diese erhebliche Expansion der Bergbauproduktion bildet fortan einen wertvollen Puffer und macht die Mongolei widerstandsfähiger gegenüber künftigen Nachfrage- und Preisschwankungen auf dem Rohstoffmarkt. Die Regierung möchte außerdem die wirtschaftliche Diversifizierung vorantreiben, insbesondere durch die Ausschöpfung des hohen Tourismuspotenzials und die Erschließung des enormen Potenzials an erneuerbaren Energien (wie Wasser- und Solarkraft), zur Verringerung der externen Energieabhängigkeit. Diese laufenden und künftigen Bergbau- und Energievorhaben werden dem Export und BIP-Wachstum mittel- bis langfristig zusätzliche Impulse verleihen und so das Leistungsbilanzdefizit auf einem akzeptableren Niveau halten. Das Defizit ist mit einer Halbierung von 16 % auf prognostizierte 8 % des BIP zwischen 2019 und 2024 deutlich niedriger als zu Vor-Covid-Zeiten, wobei künftig mit einer langsamen, sukzessiven Ausweitung gerechnet wird. Gleichwohl bleiben die ausländischen Direktinvestitionen Erwartungen zufolge hoch und dürften somit das Leistungsbilanzdefizit mittel- bis langfristig finanzieren können. Die Währungsreserven dürften folglich auf einem tragfähigen Niveau von drei abgedeckten Monatsimporten verbleiben.</p>
<p><b>Merklicher Rückgang der öffentlichen Verschuldung reduziert die drückende Auslandsschuld</b></p>
<p>Das kräftigere BIP- und Exportwachstum hat in Verbindung mit einer begrenzten Neuverschuldung zur Verringerung der umfangreichen Auslandsschulden beigetragen. Die Auslandsverschuldung ist dadurch seit der mongolischen Staatsschuldenkrise von 237 % des BIP im Jahr 2016 auf 169 % im Jahr 2023 gesunken. Ab 2026 wird jedoch ein sukzessiver, aber begrenzter Anstieg erwartet. Es sei angemerkt, dass der Großteil der Schulden auf den privaten Sektor entfällt und ein beträchtlicher Rückgang der Auslandsverschuldung auf den Rückgang der öffentlichen Verschuldung zurückgeht. Gleichzeitig hat die Haushaltskonsolidierung eine bedeutende Verbesserung der Staatsfinanzen ermöglicht, da die Staatsverschuldung von 77,8 % des BIP im Jahr 2020 auf ein geschätztes Niveau von unter 40 % im Jahr 2024 zurückgegangen ist. Die Haushaltsbilanz weist seit 2021 einen Überschuss auf (mittel- bis langfristig wird ein geringes Defizit prognostiziert), mit Staatseinnahmen von über 35 % des BIP. Das Verhältnis der Staatsverschuldung zu den Staatseinnahmen liegt nunmehr bei lediglich 112 % (im Vergleich zu über 300 % während der mongolischen Schuldenkrise). Künftig dürfte die Tragfähigkeit der öffentlichen Schulden minimal zurückgehen, ohne jedoch die Erfolge der vergangenen Jahre zu gefährden. Aufgrund der konkreten Fortschritte hin zu einer tragfähigeren öffentlichen Auslandsverschuldung sowie der positiven Aussichten für die Mineralienindustrie der Mongolei wurde das mittel- bis langfristige politische Risiko im vergangenen Dezember in Kategorie 6/7 aufgewertet.</p>
<p><b>Anhaltende Abwärtsrisiken durch globalen Handelsprotektionismus und Verschlechterung der monetären Bedingungen</b></p>
<p>Während der Schuldendienst gegenüber dem Ausland zwischen 2017 und 2023 bei über der Hälfte der Leistungsbilanzeinnahmen lag, dürfte er sich in den kommenden Jahren auf einem vergleichsweise deutlich niedrigeren Niveau einpendeln. Die künftigen Tilgungen der Auslandsschulden unterliegen jedoch genauer Beobachtung, da sie Prognosen zufolge dasselbe Niveau wie die Währungsreserven erreichen werden. In diesem Kontext dürfte die Mongolei von der Lockerung der US-Zinssätze und einem weitgehend stabilen Tugrik profitieren, der in etwa den gleichen Wert wie vor zwei Jahren aufweist, was allerdings teilweise auf Maßnahmen der Zentralbank zurückgeht.</p>
<p>Die Verbesserung der Marktbedingungen und das Vertrauen in das Land könnten jedoch von einem (von Trumps Zollerhöhungen ausgelösten) globalen Handelskrieg beeinträchtigt werden, der die chinesische Wirtschaft beschädigen, den Inflationsdruck in die Höhe treiben und eine Unterbrechung der geldpolitische Lockerungsphase der US-Fed erzwingen könnte. Auch ein stärkerer US-Dollar gibt angesichts des erheblichen Schuldendienstes Anlass zur Besorgnis. Dies sind bedeutende Abwärtsrisiken, die in diesem Jahr und darüber hinaus aufmerksam verfolgt werden sollten, da die mongolische Auslandsverschuldung nach wie vor hoch ist. Auch wenn geldpolitische Straffungsmaßnahmen seit 2023 einen Rückgang der Inflation in den einstelligen Bereich bewirkt haben, stieg die Inflation im Januar 2025 auf 9,6 %. Die Inflationsrate dürfte auf einem relativ hohen Niveau verbleiben, was ein typisches Merkmal einer Wirtschaft im Stillstand ist.</p>
<p><b>Politische Stabilität und geostrategische Lage</b></p>
<p>Die aktuellen positiven Aussichten für die Mongolei werden von der gestiegenen politischen Stabilität gestützt. Die regierende Mongolische Volkspartei, aus deren Reihen bereits der Staatspräsident stammt, wurde bei den Parlamentswahlen im Juni 2024 als größte Partei bestätigt, was die Aussichten auf umsichtige politische Kontinuität und den Erhalt des demokratischen Systems gestärkt hat. Ungeachtet der abgeschlossenen Verhandlungen mit Rio Tinto über das Bergwerk Oyu Tolgoi müssen die Behörden ihr dauerhaftes Bekenntnis zur Stärkung der bisher eher unbeständigen Institutionen allerdings noch unter Beweis stellen, um die Attraktivität für ausländische Investoren langfristig zu gewährleisten. Außerdem wird sich die Regierung weiterhin mit Protesten konfrontiert sehen, wenn sie bei der Bewältigung struktureller Probleme, zum Beispiel hohe Lebenshaltungskosten, unzureichender sozioökonomischer Nutzen vom Rohstoffabbau und Luftverschmutzung, keine Fortschritte vorweisen kann.</p>
<p>Außenpolitisch dürfte die Mongolei weiterhin von ihrer geostrategischen Transitlage zwischen Russland und ihrem wichtigsten Handels- und Investitionspartner China profitieren, insbesondere als Teil der „Belt and Road“-Initiative. Die Behörden sind darüber hinaus bestrebt, auch ihre Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zum Westen zu pflegen, um dem Risiko der wirtschaftlichen Abhängigkeit von nur zwei Partnern entgegenzuwirken. Künftig könnte ein chaotisches geopolitisches Umfeld allerdings die mongolischen Versuche, zwischen den unterschiedlichen Partnern zu lavieren, erschweren.</p>
<p><b>Analyst:</b> Raphaël Cecchi – <a href="mailto:r.cecchi@credendo.com" class="bbcode_email">r.cecchi@credendo.com</a> </p>
<p><a href="https://credendo.com/de/knowledge-hub/mongolia-gradual-macroeconomic-improvement-drives-upgrade-mlt-political-risk" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">Mongolei: Aufwertung des mittel- bis langfristigen politischen Risikos in Kategorie 6/7 dank sukzessiver makroökonomischer Verbesserungen | Credendo</a></div>
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		<title>Uganda: Erschließung von Ölfeldern dürfte Verbesserung der wirtschaftlichen Fundamentaldaten herbeiführen</title>
		<link>https://www.presse-control.de/2026/07/14/uganda-erschlieung-von-lfeldern-drfte-verbesserung-der-wirtschaftlichen-fundamentaldaten-herbeifhren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Credendo Short-Term Non-EU Risks]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2026 07:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Finanzen / Bilanzen]]></category>
		<category><![CDATA[agoa]]></category>
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		<category><![CDATA[covid]]></category>
		<category><![CDATA[credendo]]></category>
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		<category><![CDATA[südsudan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>2006 wurden in Uganda große Ölreserven entdeckt. Der Förderbeginn ist für Ende 2025 geplant. Die Erdölförderung dürfte erhebliche positive Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und Ugandas haushaltspolitische und außenwirtschaftliche Position haben. Verzögerungen beim Förderbeginn sind nicht unwahrscheinlich und würden das Eintreten <a href="https://www.presse-control.de/2026/07/14/uganda-erschlieung-von-lfeldern-drfte-verbesserung-der-wirtschaftlichen-fundamentaldaten-herbeifhren/" class="more-link" data-wpel-link="internal">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text">
<ul class="bbcode_list">
<li>2006 wurden in Uganda große Ölreserven entdeckt.</li>
<li>Der Förderbeginn ist für Ende 2025 geplant.</li>
<li>Die Erdölförderung dürfte erhebliche positive Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und Ugandas haushaltspolitische und außenwirtschaftliche Position haben.</li>
<li>Verzögerungen beim Förderbeginn sind nicht unwahrscheinlich und würden das Eintreten dieser positiven Auswirkungen hinausschieben.</li>
<li>Die Folgen des Klimawandels, Kürzungen staatlicher Hilfsgelder und regionale Instabilität bilden Abwärtsrisiken. </li>
</ul>
<p><b>Steht Beginn der Ölförderung im Becken des Albertsees kurz bevor?</b></p>
<p>2006 kam es im ugandischen Öl- und Gassektor zu bedeutsamen Entwicklungen, als bei Erkundungsarbeiten im Becken des Albertsees mehrere Ölfelder gefunden wurden, darunter Mputa, Kingfisher und Tilenga. Nach einer Auswertung werden die ugandischen Rohölreserven auf 6,5 Milliarden Barrel geschätzt, wovon 2,2 Milliarden als förderbar gelten. Laut IWF verfügt Uganda damit nach Nigeria, Angola und dem Südsudan über die viertgrößten Erdölreserven Subsahara-Afrikas. Die Erschließung dieser Reserven schreitet im Rahmen der Projekte Kingfisher und Tilenga voran. Der Förderbeginn ist für Ende 2025 geplant, wobei Verzögerungen möglich sind.</p>
<p><b>Ölförderung dürfte zahlreiche positive Auswirkungen haben</b></p>
<p>Uganda hat die Covid-19-Pandemie gut überstanden und das Wirtschaftswachstum dürfte robust bleiben. Die mittelfristigen Aussichten des Landes werden vom Start der Erdölförderung Ende 2025 unterstützt. Uganda würde sich zwar nicht zu einem großen Ölexporteur entwickeln, doch die Ölförderung dürfte dennoch das Wachstum stärken und die haushaltspolitische und außenwirtschaftliche Position verbessern.</p>
<p><b>Staatshaushalt</b></p>
<p>Der IWF stuft das externe und allgemeine Überschuldungsrisiko Ugandas als moderat ein.<br />
Die öffentliche Verschuldung des Landes lag 2024 bei etwa 54 % des BIP. Das Verhältnis der öffentlichen Verschuldung zu den Staatseinnahmen lag 2024 bei über 350 %, da die Staatseinnahmen relativ gering waren. Wie die nachstehende Grafik zeigt, ist der Anteil der auf Lokalwährung lautenden Inlandsverschuldung in jüngerer Zeit gestiegen. Diese Entwicklung hat unterschiedliche Auswirkungen: Während die Inlandsverschuldung kostspieliger als die Auslandsverschuldung ist und damit die öffentlichen Zinszahlungen auf Haushaltseinnahmen, die auf rund 25 % der Staatseinnahmen geschätzt werden, in die Höhe treibt, schützt sie die Regierung vor einem Währungsrisiko. Künftig dürfte sich die Haushaltslage, insbesondere aufgrund des Beginns der Erdölförderung, verbessern. Folglich wird damit gerechnet, dass die Haushaltsbilanz einen Überschuss aufweisen und die Staatsverschuldung zurückgehen wird.</p>
<p><b>Deutliche Erholung der Leistungsbilanz erwartet</b></p>
<p>Das ugandische Leistungsbilanzdefizit bleibt weiterhin erhöht. Die Leistungsbilanzeinnahmen des Landes nehmen zu, was auf steigende Kaffeeexporte und hohe Goldpreise sowie auf eine Erholung der Rücküberweisungen und Tourismuseinnahmen zurückzuführen ist. Diese Faktoren sind jedoch nicht ausreichend, um die Zunahme von Importgütern auszugleichen, die vorwiegend durch Erdölprojekte zu erklären ist. Dabei ist allerdings zu erwähnen, dass Importe weitestgehend durch ausländische Direktinvestitionen und nicht über Auslandsschulden finanziert werden, was das Liquiditäts- und Solvenzrisiko ein Stück weit verringert.</p>
<p>Wie die Grafik zeigt, wird außerdem mit einer deutlichen Verbesserung der Leistungsbilanz gerechnet, sobald Uganda den Erdölexport aufnimmt und von einem Rückgang der Investitionen in die Ölinfrastruktur profitiert.</p>
<p><b>Geschäftsumfeldrisiko</b></p>
<p>Mit dem Geschäftsumfeldrisiko bewertet Credendo makroökonomische Faktoren wie zum Beispiel das Wirtschaftswachstum, das die Zahlungsfähigkeit sämtlicher Schuldner in einem Land beeinflussen kann. Nach einem starken Anstieg der Inflation (s. Grafik unten) reagierte die ugandische Zentralbank umgehend mit einer Leitzinserhöhung. Im ersten Halbjahr 2023 ging die Inflation merklich zurück und hat sich seitdem bei rund 4 % stabilisiert. Die Zinsen sind jedoch weiter erhöht, was zu hohen Fremdkapitalkosten führt, die das Geschäftsumfeldrisiko beeinträchtigen.</p>
<p>Der Uganda-Schilling hat im vergangenen Jahr gegenüber dem US-Dollar an Wert gewonnen und nähert sich seinem stärksten Wechselkurs seit März 2023 an. Der Wechselkurs gegenüber dem US-Dollar war in den vergangenen Jahren überwiegend stabil und zeigte nur geringe Schwankungen nach oben oder unten. (Tabelle)</p>
<p>Auch einige institutionelle Faktoren sind für da Geschäftsumfeldrisiko relevant und finden bei der Beurteilung Berücksichtigung. Besonders die wahrgenommene Korruption stellt nach wie vor ein Problem dar; gemäß den Governance-Indikatoren der Weltbank belegt Uganda bei der Korruptionsbekämpfung Platz 170 von 205.</p>
<p>Unter Berücksichtigung all dieser Elemente wird das Geschäftsumfeldrisiko Ugandas momentan in Kategorie E/G eingestuft.</p>
<p><b>Mögliche Verzögerungen beim Förderbeginn und andere Abwärtsrisiken</b></p>
<p>Angesichts der großen Bedeutung der Aufnahme der Ölförderarbeiten für verschiedene Aspekte der wirtschaftlichen Lage stellen Projektverzögerungen, je nach Ausmaß, ein eindeutiges Abwärtsrisiko dar. Die beiden Teile des Projekts, denen besondere Aufmerksamkeit gilt, sind die geplante Ölraffinerie in Hoima sowie die East African Crude Oil Pipeline (EACOP). Über die EACOP soll Rohöl von den Ölfeldern im ugandischen Albertsee zum Hafen Tanga in Tansania transportiert werden, weswegen die Entwicklung der Pipeline auch von der Lage in Tansania abhängig ist. Gegen die EACOP hat sich aufgrund von Befürchtungen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften, Fauna und Klimawandel beträchtlicher Widerstand von Umweltorganisationen und Finanzinstituten formiert. Ungeachtet dieser Hürden schreitet das Projekt voran und die Fertigstellung ist für 2026 geplant.</p>
<p>Darüber hinaus sollten noch einige andere Abwärtsrisiken und negative Faktoren berücksichtigt werden. Eines dieser Risiken ergibt sich aus den starken Ölpreisschwankungen. Nach Beginn der Ölförderung hätte ein Verfall der Ölpreise Auswirkungen auf die Ausprägung der oben dargestellten Verbesserungen. Ein anderes Risiko für Uganda ist der sogenannte Rohstofffluch. Dieser bezieht sich auf die Tatsache, dass Länder mit einem großen Reichtum an Rohstoffen (wie zum Beispiel Öl) im Vergleich zu Ländern mit kleineren Rohstoffvorkommen oft schwächeres Wirtschaftswachstum, niedrigere Demokratiewerte und schlechtere Entwicklungsergebnisse aufweisen.</p>
<p>Ein weiterer Faktor sind das Anti-Homosexualitätsgesetz und seine Folgen. Nach diesem Gesetz können einvernehmliche gleichgeschlechtliche Handlungen mit Strafen bis hin zu lebenslangem Freiheitsentzug geahndet werden und „schwere Homosexualität“ steht unter Todesstrafe. Das Gesetz wurde 2023 unterzeichnet und veranlasste die Weltbank im August desselben Jahres, alle neuen öffentlichen Finanzprojekte in Uganda auszusetzen. Andere internationale Partner wie die Democratic Governance Facility (DGF) haben ebenfalls ihre Unterstützung zurückgezogen. Außerdem wurde Uganda im Januar 2024 von den USA aus dem Handelsprogramm African Growth and Opportunity Act (AGOA) ausgeschlossen, was allerdings nur begrenzte Auswirkungen für den Export hatte, da lediglich ein geringer Teil der ugandischen Exporte für den US-Markt bestimmt ist. Die jüngsten Kürzungen des USAID-Budgets werden auch für Uganda nicht folgenlos bleiben und besonders das Gesundheitswesen treffen, in dem bereits 2.000 medizinische Fachkräfte entlassen wurden.</p>
<p>Angesichts der Abhängigkeit von der Landwirtschaft stellen Klimaschocks ein weiteres Risiko dar. Häufige Überschwemmungen und Dürren in Kombination mit hoher Armut verschärfen diese Anfälligkeit.</p>
<p>Letztlich stellt die Instabilität im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) Uganda vor sicherheitspolitische und humanitäre Herausforderungen. Die Position des Landes ist ambivalent: Seit 2021 leistet es in der DRK offiziell Unterstützung bei der Bekämpfung islamistischer Kämpfer und hat die Zahl seiner Soldaten bei einer kürzlichen Truppenaufstockung auf etwa 5.000 erhöht. Gleichzeitig bezichtigen die UN Uganda der Unterstützung von M23-Rebellen, was von Kampala geleugnet wird.</p>
<p><b>Perspektiven</b></p>
<p>Ugandas mittel- bis langfristiges politisches Risiko, das die Zahlungsfähigkeit eines Landes widerspiegelt, ist derzeit in Kategorie 6/7 eingestuft. Angesichts der erwarteten Verbesserung der makroökonomischen Lage, die der Beginn der Ölförderung herbeiführen dürfte, sind die Aussichten positiv. Allerdings herrscht noch gewisse Ungewissheit rund um den genauen Zeitplan für den Förderbeginn und manche Quellen erachten Ende 2026 als wahrscheinlicher als Ende 2025. Ugandas kurzfristiges politisches Risiko, das die Liquidität eines Landes widerspiegelt, ist derzeit in Kategorie 5/7 eingestuft.</p>
<p><b>Analyst:</b> Jonathan Schotte – <a href="mailto:r.cecchi@credendo.com" class="bbcode_email">j.schotte@credendo.com</a> </p>
<p><a href="https://credendo.com/de/knowledge-hub/uganda-erschliessung-von-oelfeldern-duerfte-verbesserung-der-wirtschaftlichen" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">Uganda: Erschließung von Ölfeldern dürfte Verbesserung der wirtschaftlichen Fundamentaldaten herbeiführen | Credendo</a></div>
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		<item>
		<title>US-Außenpolitik unter Trump beeinflusst geopolitische Risiken</title>
		<link>https://www.presse-control.de/2026/07/07/us-auenpolitik-unter-trump-beeinflusst-geopolitische-risiken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Credendo Short-Term Non-EU Risks]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2026 07:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Finanzen / Bilanzen]]></category>
		<category><![CDATA[brics]]></category>
		<category><![CDATA[china]]></category>
		<category><![CDATA[della]]></category>
		<category><![CDATA[iran]]></category>
		<category><![CDATA[milliarden]]></category>
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		<category><![CDATA[pakistans]]></category>
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		<category><![CDATA[weltbild]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die außenpolitische Neuausrichtung der USA begünstigt autoritäre Politik und ein Ende der Kooperation. Trumps isolationistische und transaktionale Politik wird weitreichende Auswirkungen auf geopolitische Risiken von der Ukraine über den Nahen Osten bis nach Asien haben. Die Rivalität zwischen den USA <a href="https://www.presse-control.de/2026/07/07/us-auenpolitik-unter-trump-beeinflusst-geopolitische-risiken/" class="more-link" data-wpel-link="internal">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text">
<ul class="bbcode_list">
<li>Die außenpolitische Neuausrichtung der USA begünstigt autoritäre Politik und ein Ende der Kooperation.</li>
<li>Trumps isolationistische und transaktionale Politik wird weitreichende Auswirkungen auf geopolitische Risiken von der Ukraine über den Nahen Osten bis nach Asien haben.</li>
<li>Die Rivalität zwischen den USA und China bedroht Asien mit zahlreichen potenziellen Konfliktrisiken, einem erodierenden Sicherheitsengagement der USA und der Entstehung neuer geopolitischer Blöcke.</li>
<li>Erwarteter Anstieg der Militärausgaben der US-Verbündeten zur Kompensation der Unsicherheit über die Sicherheitsgarantien der USA.</li>
<li>China dürfte einer der Nutznießer der angeschlagenen Glaubwürdigkeit der USA sein, während das Schicksal der EU in hohem Maße von ihrer Geschlossenheit, ihrer Verteidigungsfähigkeit und ihrer Innovationskraft abhängt. </li>
</ul>
<p><b>Die Werte der MAGA-Bewegung verändern die Außenpolitik der USA</b></p>
<p>Die Rückkehr von Donald Trump und seiner MAGA-Bewegung in das Amt des US-Präsidenten hat nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und den Handel, sondern auch auf die geopolitische Lage. Dies ist vor allem das Ergebnis eines radikalen Wandels in der US-Politik, der eine US-Regierung widerspiegelt, die in Bezug auf die internationale Zusammenarbeit, autoritäre Haltungen und die Vorherrschaft des wirtschaftlichen Nationalismus gegenüber dem freien Handel völlig andere Werte vertritt als der Rest der westlichen Welt. Darüber hinaus ist das Tempo der Veränderungen beispiellos und hat dazu geführt, dass Trump seine erweiterten präsidialen Befugnisse genutzt hat, um 140 Executive Orders zu erlassen – die höchste Zahl, die jemals in den ersten 100 Tagen eines amerikanischen Präsidenten verzeichnet wurde, und das trotz eines von den Republikanern kontrollierten Kongresses.</p>
<p><b>Geopolitische Risiken entwickeln sich unter einem vorherrschenden Paradigma des Kräftegleichgewichts</b></p>
<p>Die Haltung der Trump-Administration in der Weltpolitik ist eindeutig auf harte militärische Macht ausgerichtet. Dies entspricht dem Weltbild Russlands und dem auf Zwang beruhenden Ansatz Chinas, dass Großmächte mit der größten militärischen Macht das Recht haben, ihre Nachbarn zu dominieren und ihre Einflusssphäre zu verteidigen.</p>
<p>Was die Ukraine betrifft, so stellen die jüngsten Entwicklungen – insbesondere die Abstimmung der USA mit Russland in der UNO, die Behauptung, die Ukraine habe den Krieg begonnen und nicht Russland, Trumps Billigung der territorialen Ambitionen Putins und seine Bereitschaft, den Konflikt zu beenden, anstatt einen dauerhaften Frieden zu erreichen, bilaterale Gespräche zwischen Russland und den USA unter Ausschluss der Ukraine und der EU – eine brutale Kehrtwende für einen wichtigen Partner in diesem Konflikt dar und bedeuten eine drastische Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und der Ukraine sowie, im weiteren Sinne, der transatlantischen Beziehungen. Angesichts der Verzögerungen bei den Friedensverhandlungen besteht die Gefahr, dass sich die USA letztendlich aus dem Ukraine-Konflikt zurückziehen – mit der Folge, dass der gesamte Konflikt ungelöst bleibt und die Ukraine ohne militärische Unterstützung der USA, einschließlich der dringend benötigten nachrichtendienstlichen und technischen Unterstützung, dasteht. Nach Jahrzehnten der Unterfinanzierung der Verteidigungsindustrie verfügt die EU derzeit nicht über die erforderlichen Verteidigungs- und Militärkapazitäten, um diesen Rückgang der US-Unterstützung auszugleichen.</p>
<p>Trump versprach, die Kriege in Gaza und der Ukraine innerhalb von 24 Stunden zu beenden. Nachdem im Gazastreifen innerhalb weniger Wochen ein erfolgreicher Waffenstillstand erreicht wurde, hat Israel seit dessen Auslaufen seine Offensive auf den Gazastreifen wieder aufgenommen und intensiviert. Zusammen mit dem brüchigen Waffenstillstand im Libanon, den hohen Spannungen im Westjordanland, der Verschärfung des Konflikts mit den Huthi und den Militäroperationen im Libanon und in Syrien führen diese Ereignisse erneut zu regionalen Spannungen. Das größte Risiko für die Region bleibt jedoch die Ungewissheit, ob die USA und der Iran eine Einigung über das iranische Atomprogramm erzielen können, wobei ein Scheitern der Verhandlungen zwischen den Parteien die Risiken eines regionalen Konflikts deutlich erhöhen könnte.</p>
<p>Der radikale Wandel in der Geopolitik macht jedoch auch hier nicht Halt. Die US-Regierung diskutiert offen die Übernahme des Panamakanals und Grönlands, und bedroht damit ihre Verbündeten militärisch. Darüber hinaus mischen sich die USA in die Innenpolitik verbündeter Staaten (z.B. innerhalb der EU) ein und erklären nicht bereit zu sein, in ausländische Konflikte einzugreifen. Dies führt dazu, dass sie von der NATO und anderen Verbündeten der USA, insbesondere in Asien (Taiwan, Japan, Südkorea), nicht mehr als verlässlicher Sicherheitspartner angesehen werden.</p>
<p>Alarmiert durch die russische Bedrohung und das mögliche Ende der amerikanischen Sicherheitsgarantie hat die neue Europäische Kommission ihre politischen Prioritäten radikal von Klimawandel auf Verteidigung (Wettbewerbsfähigkeit und Vereinfachung) verlagert. Auf einem Sondergipfel im März dieses Jahres einigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU darauf, die Verteidigungsausgaben deutlich zu erhöhen, fiskalische Hindernisse dafür abzubauen und gemeinsam Kredite von bis zu 150 Milliarden Euro aufzunehmen. Darüber hinaus arbeiten die EU und das Vereinigte Königreich in Verteidigungsfragen eng zusammen, wie die französisch-britische „Koalition der Willigen“ zeigt, die nach einem möglichen Friedensabkommen in der Ukraine den Frieden sichern will. Auch die Zusammenarbeit mit anderen liberalen Demokratien – darunter Japan, Südkorea, Australien und Kanada – wird ausgebaut, da sie sich mit derselben Abkehr der USA konfrontiert sehen.</p>
<p><b>Die Rivalität zwischen den USA und China als Gefahr für Asien</b></p>
<p>In Asien findet derzeit eine rasche Aufrüstung statt, sowohl in China als auch bei den Verbündeten der USA (Japan, Südkorea und Taiwan). Die Region ist nach wie vor das Epizentrum der größten potenziellen Konfliktrisiken, insbesondere angesichts der zunehmend angespannten Rivalität zwischen den USA und China. Im Südchinesischen Meer haben sich die Spannungen durch häufige Zusammenstöße auf See zwischen den Philippinen und China verschärft, während Taiwan, das größte Kriegsrisiko in der Region, weiterhin unter verstärktem militärischen Druck Chinas steht. Trumps transaktionaler Ansatz in Taiwan ebenso wie mit anderen US-Verbündeten in Ostasien hat zu einer Erosion der Beziehungen geführt und das Sicherheitsengagement der USA unsicherer gemacht.</p>
<p>Japan, Südkorea und Taiwan werden daher wahrscheinlich Zeit gewinnen, indem sie den USA einige Zugeständnisse machen, gleichzeitig ihre Verteidigungsausgaben zum eigenen Schutz erhöhen und die Zusammenarbeit mit anderen Verbündeten im indopazifischen Raum ausbauen. Auf der koreanischen Halbinsel bleibt aufgrund der Fortschritte Nordkoreas bei der Entwicklung von Nuklearwaffen, des verstärkten Raketenbeschusses und des kürzlich geschlossenen gegenseitigen Verteidigungsabkommens mit Russland das Risiko weiterhin bestehen.</p>
<p>Die Kriegsrisiken gehen über Ost- und Südostasien hinaus, wie die jüngste Eskalation der militärischen Auseinandersetzungen zwischen Indien und Pakistan zeigt. Das Wiederaufflammen des Konflikts zwischen den beiden Atommächten – wobei Indien von den USA unterstützt wird und China ein wichtiger Verbündeter Pakistans ist – zeigt die Gefahr, die von einer neuen chaotischen Weltordnung und neu entstehenden geopolitischen Blöcken ausgeht. Dies kann das Konfliktrisiko im Zusammenhang mit ungelösten geografischen Streitigkeiten zwischen Ländern erhöhen.</p>
<p>Nicht zuletzt versucht Donald Trump, die Politik anderer Länder zu beeinflussen. Mächtige Staatschefs wie Präsident Erdoğan in der Türkiye und Präsident Vučić in Serbien fühlen sich ermutigt, ihre eigene Agenda voranzutreiben. Sie wissen, dass Trump wahrscheinlich zustimmen würde und dass die EU zu sehr mit ihren eigenen Prioritäten beschäftigt ist und sie immer noch für ihre eigene nationale Sicherheit braucht: die Türkiye, ein NATO-Mitglied, verfügt über eine starke Armee und ist ein wichtiger Standort, während Serbien kürzlich die Erschließung seiner Lithiumvorkommen in einem höchst unpopulären Projekt genehmigt hat.</p>
<p><b>Die isolationistische Wende der USA wird die globale Unordnung beschleunigen</b></p>
<p>Die ersten Monate der zweiten Amtszeit von Donald Trump waren von einem raschen innen- und außenpolitischen Wandel und einem hohen Maß an Unberechenbarkeit geprägt, was bedeutet, dass die Glaubwürdigkeit und Legitimität der USA langfristig geschwächt werden dürften, während westliche Länder und ihre Verbündeten beginnen, neue Militärbündnisse ohne die Weltmacht aufzubauen. Diese Neuverteilung der Karten könnte China zugutekommen, und auch der EU, allerdings nur, wenn sie geeint bleibt und in der Lage ist, ihr Territorium zu verteidigen.</p>
<p>Generell haben die jüngsten Entwicklungen deutlich gemacht, dass die Präsidentschaft Trumps mit seiner „America First“-Agenda, seiner Abneigung gegen Sicherheitsgarantien für US-Verbündete und seiner Vorliebe für Deals und den Einsatz von Zwang den Niedergang der von den USA geführten internationalen Ordnung definitiv beschleunigt.</p>
<p>In der Folge ist mit einer Beschleunigung aktueller Trends zu rechnen, etwa einer verstärkten militärischen Zusammenarbeit zwischen Russland, Nordkorea und dem Iran; einer geringeren Wirksamkeit westlicher Sanktionen; einem informelleren und variableren Globalen Süden, der sich dem Westen in verschiedenen Fragen oft widersetzt und mehr Einfluss fordert; der Expansion der BRICS-Staaten; und weiteren Konflikten in einer Welt ohne Führungsnation. In dieser unsicheren und sich rasch wandelnden Weltordnung ist die Wahrscheinlichkeit disruptiver Ereignisse hoch, und in einer Welt, die auf einem Gleichgewicht der Kräfte beruhte, werden die schwächsten Länder am stärksten betroffen sein.</p>
<p><b>Analysten: </b>Pascaline della Faille – <a href="mailto:p.dellafaille@credendo.com" class="bbcode_email">p.dellafaille@credendo.com</a>; Raphaël Cecchi – <a href="mailto:r.cecchi@credendo.com" class="bbcode_email">r.cecchi@credendo.com</a>; Jolyn Debuysscher – <a href="mailto:j.debuysscer@credendo.com" class="bbcode_email">j.debuysscer@credendo.com</a>; Louise Van Cauwenbergh – <a href="mailto:l.vancauwenbergh@credendo.com" class="bbcode_email">l.vancauwenbergh@credendo.com</a>; Andres Hernandez Cardona – <a href="mailto:a.hernandez.cardona@credendo.com" class="bbcode_email">a.hernandez.cardona@credendo.com</a>; Jonathan Schotte – <a href="mailto:j.schotte@credendo.com" class="bbcode_email">j.schotte@credendo.com</a></p>
<p><a href="https://credendo.com/de/knowledge-hub/us-aussenpolitik-unter-trump-beeinflusst-geopolitische-risiken" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">US-Außenpolitik unter Trump beeinflusst geopolitische Risiken | Credendo</a></div>
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		<title>Vietnam: US-Handelskrieg bedroht vietnamesische Erfolgsgeschichte</title>
		<link>https://www.presse-control.de/2026/06/30/vietnam-us-handelskrieg-bedroht-vietnamesische-erfolgsgeschichte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Credendo Short-Term Non-EU Risks]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Finanzen / Bilanzen]]></category>
		<category><![CDATA[adi]]></category>
		<category><![CDATA[apple]]></category>
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		<category><![CDATA[Urteil]]></category>
		<category><![CDATA[zahlungsbilanz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die starke Wirtschaftsleistung und Resilienz des vergangenen Jahrzehnts verdankt Vietnam dem Produktionssektor und Güterexport. Die makroökonomischen Fundamentaldaten geben insgesamt ein starkes Bild ab, doch die Währungsreserven liegen leicht unter dem tragfähigen Niveau. Hohe Risiken für Vietnams Rolle in Lieferketten ergeben <a href="https://www.presse-control.de/2026/06/30/vietnam-us-handelskrieg-bedroht-vietnamesische-erfolgsgeschichte/" class="more-link" data-wpel-link="internal">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text">
<ul class="bbcode_list">
<li>Die starke Wirtschaftsleistung und Resilienz des vergangenen Jahrzehnts verdankt Vietnam dem Produktionssektor und Güterexport.</li>
<li>Die makroökonomischen Fundamentaldaten geben insgesamt ein starkes Bild ab, doch die Währungsreserven liegen leicht unter dem tragfähigen Niveau.</li>
<li>Hohe Risiken für Vietnams Rolle in Lieferketten ergeben sich aus US Importzöllen, Maßnahmen gegen chinesische Güter, die US-Zölle umgehen, sowie dem Druck aus den USA, die Beziehungen zu China zu beenden.</li>
<li>Das Wirtschaftsmodell des Landes, das von den Beziehungen zu den USA und China geprägt wird, offenbart angesichts der US-chinesischen Rivalität seine Anfälligkeit und erfordert eine zunehmende Diversifizierung der Handelspartner.</li>
<li>Vor dem Hintergrund eines von großen Herausforderungen geprägten Ausblicks bleiben Credendos Bewertungen des politischen Risikos einstweilen unverändert. </li>
</ul>
<p><b>Makroökonomische Fundamentaldaten durch vitalen Produktionsstandort gestärkt </b></p>
<p>Vietnam gehört zu den leistungsfähigsten Volkswirtschaften Asiens. Das BIP-Wachstum von durchschnittlich 6,7 % zwischen 2001 und 2019, das Ausbleiben einer COVID-bedingten Rezession (+2,9 % im Jahr 2020 und +2,6 % im Jahr 2021) sowie eine anhaltend starke Dynamik (+6,9 %) von 2022 bis 2024 unterstreichen Vietnams Resilienz. Diese Erfolgsgeschichte beruht auf zahlreichen Faktoren, wobei die wichtigsten Impulse vom Produktionssektor und vom Export ausgehen. Seit Jahren gilt Vietnam nunmehr als attraktiver Standort für ausländische Direktinvestitionen (ADI), als wichtiger südasiatischer Exporteur von Fertigerzeugnissen – für ein stetig wachsendes Produktspektrum wie Bekleidung, Schuhe, elektronische Geräte, Smartphones usw. – und seit Kurzem als Profiteur von der Verlagerung von Lieferketten, insbesondere von der „China+1“ Strategie, mit der Unternehmen die US-Zölle gegen China umgehen möchten. Mit seiner dynamischen Wirtschaft, den investorenfreundlichen Rahmenbedingungen mit guter Unterstützung durch nationale Behörden, qualifizierten Arbeitskräften und relativ wettbewerbsfähigen Lohnkosten wird Vietnam tatsächlich als gute Alternative zu China betrachtet, wenn auch in einer deutlich geringeren Größenordnung. Zahlreiche multinationale Konzerne, wie zum Beispiel Samsung, Intel, Apple und andere, haben daher in den letzten zehn Jahren Fabriken eröffnet, und Investitionen aus Festlandchina und Hongkong sind in die Höhe geschnellt, was China zum mit Abstand größten ausländischen Investor in Vietnam macht.</p>
<p>Dank der starken Wirtschaftsleistung und einer disziplinierten Regierungspolitik haben sich die makroökonomischen Fundamentaldaten mit der Zeit verbessert. So wies Vietnam 2024 einen tragfähigen öffentlichen Haushalt auf: Die Staatsverschuldung lag bei 33 % des BIP – einem gesunden Niveau im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern –, das Haushaltsdefizit lag bei niedrigen 1,6 % des BIP, die moderate Inflation betrug etwa 3 % und die solide Zahlungsbilanz wurde von einem Leistungsbilanzüberschuss (6 % des BIP) und umfangreichen ADI-Zuflüssen gestützt.</p>
<p>Trotz der soliden Außenbilanz haben die Interventionen der Vietnamesischen Zentralbank zur Bekämpfung des Abwärtstrends des Dong teilweise zur Folge, dass die Währungsreserven weiterhin unter dem tragfähigen Niveau von drei abgedeckten Monatsimporten bleiben. Daher befindet sich Vietnams kurzfristiges politisches Risiko, das die Liquidität eines Landes bewertet, nach wie vor nicht in der besten Kategorie (2/7 mit negativen Aussichten).</p>
<p>Das mittel- bis langfristige politische Risiko weist mit Kategorie 4/7 eine moderate Bewertung auf und wird vom niedrigen Stand der Auslandsverschuldung und des Schuldendienstes, der starken Wirtschaftsleistung, dem unverändert hohen BIP-Wachstumspotenzial – angesichts hoher Spar- und Investitionsquoten von über 30 % des BIP – sowie von anhaltender innenpolitischer Stabilität gestützt. Negative Faktoren sind die moderaten Governance-Indikatoren mit einer erhöhten Korruptionswahrnehmung sowie die hohe Gefährdung durch Naturkatastrophen.</p>
<p><b>Vietnam: ein Wirtschaftsmodell mit hoher Anfälligkeit für den US-Handelskrieg</b></p>
<p>Allerdings besteht die Gefahr, dass die Grundlagen des wirtschaftlichen Erfolgs Vietnams und das vietnamesische Wirtschaftsmodell insgesamt in einem von globalen Turbulenzen geprägten handelspolitischen, wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld ins Schleudern geraten. Die Handelsturbulenzen, die von den abrupten und hohen US-Importzöllen verursacht werden und Länder mit einem Handelsüberschuss gegenüber den USA hart treffen, werden Vietnams Exporte und damit das reale BIP-Wachstum definitiv beeinträchtigen, sowohl direkt als auch indirekt. Die direkten Auswirkungen werden von den US-Importzöllen ausgehen, die für Vietnam gemäß der ersten Ankündigung bei astronomischen 46 % liegen sollen<sup>1</sup>. Die US-Regierung begründet dies damit, dass die USA gegenüber Vietnam das drittgrößte Handelsdefizit haben. Aus der ersten Einführung von Handelsbeschränkungen gegen China durch Präsident Trump im Jahr 2018 ging Vietnam als klarer Gewinner hervor, da das Land ein bevorzugtes Ziel für chinesische Exporte war, die von Vietnam aus in die USA weitergeleitet wurden. Angesichts der hohen Bedeutung des US-Markts für den vietnamesischen Güterexport (mit einem Anteil von 25 % der Gesamtausfuhren liegen die USA nach Kambodscha an zweiter Stelle) ist die wirtschaftliche Bedrohung hoch. Bilaterale Handelsverhandlungen, die aufgrund der Aussetzung der US-Importzölle Ende Mai derzeit weniger dringlich erscheinen, dürften die endgültige Höhe der Zölle reduzieren. So wären verschiedene Zugeständnisse zur Verringerung der Handelsungleichgewichte denkbar, wie etwa die höhere Abnahme von US-Gütern (insbesondere von Agrarprodukten und LNG) und die Senkung von Zöllen auf importierte US-Güter. Darüber hinaus haben die vietnamesischen Behörden sich verpflichtet, Maßnahmen gegen Handelsumlenkung zu ergreifen, da mehrere ausländische Unternehmen Meldungen zufolge mithilfe gefälschter Ursprungszeugnisse US-Zölle umgehen. In jedem Fall sollte die von der US-Regierung geplante Bekämpfung der Umladung chinesischer Güter bewirken, dass die USA Vietnam während Donald Trumps zweiter Amtszeit nur wenig Beachtung schenken, ungeachtet der bestehenden Sicherheitskooperation. Die Tatsache, dass China seit der Ankündigung der höheren Zölle Anfang April deutlich mehr für den US-Markt bestimmte Güter nach Vietnam exportiert, zeigt jedoch, dass bewährte Praktiken sich so lange wie möglich behaupten könnten.</p>
<p>Das Anziehen von ADI und Importen von chinesischen Gütern für den Reexport mit höherem Mehrwert gestaltet sich somit künftig schwieriger, was die Stärken Vietnams unterwandern wird. Der von den gestiegenen US-Importzöllen ausgehende Druck richtet sich nicht nur gegen Staaten, sondern auch gegen bestimmte Branchen. So gelten für Vietnam Importzölle von 50 % auf Stahl und prohibitiv hohe Zölle (zwischen 120 % und 813 %) auf Solarpaneele und Komponenten (aufgrund von angeblichem Preisdumping). Beide Branchen spielen für die vietnamesische Wirtschaft eine bedeutende Rolle. Die faktische Abschottung des US-Markts für Solarpaneele sowie höhere US Importzölle im Allgemeinen bedeuten, dass Vietnam seine Exporte weitestmöglich auf andere Märkte umleiten muss.</p>
<p>Zusätzlich zu diesen direkten Auswirkungen wird die ausgesprochen offene Volkswirtschaft Vietnams indirekt vom nachlassenden Welthandel, geringeren ADI und einer Verlangsamung der chinesischen Konjunktur beeinträchtigt werden. Weitere Unsicherheiten trüben die Aussichten für 2025 und 2026, und das Land dürfte unter dem weltweiten Wirtschaftsabschwung, hohen US-Handelszöllen und strengeren Beschränkungen für Reexporte aus Vietnam zu leiden haben. Im April prognostizierte der IWF eine Verlangsamung des BIP-Wachstums von 7,1 % im Jahr 2024 auf 5,2 % in diesem Jahr und im Anschluss auf 4 % im Jahr 2026.</p>
<p><b> Vietnams strategische Position in der US-chinesischen Lieferkette ist bedroht</b></p>
<p>Die neue von US-chinesischer Rivalität und geoökonomischer Fragmentierung geprägte Weltordnung bringt den Produktions- und Montagestandort Vietnam in eine heikle Situation. Einerseits geht nahezu die Hälfte des vietnamesischen Exports in die USA und nach China, andererseits bezieht Vietnam die Hälfte seiner Importe, darunter Rohstoffe und Einsatzgüter für die Industrie wie zum Beispiel Elektronikbauteile, aus China. Diese Waren sind außerdem eine wichtige Quelle für Direktinvestitionen. Vietnams Bedeutung in internationalen Lieferketten hat derart zugenommen, dass das Treffen handels- und wirtschaftspolitischer Entscheidungen immer schwieriger werden könnte, so lange Hanoi sich weigert, Partei zu ergreifen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass Trump Vietnam und auch andere asiatische Länder dazu drängt, ihre wirtschaftlichen Verflechtungen mit China zu reduzieren. Dies wäre allerdings ein unwahrscheinliches Zugeständnis, da die kommunistischen Parteien beider Länder enge Beziehungen pflegen. Außerdem ist die chinesische Volkswirtschaft der regionale Wachstumsmotor und der Großteil der chinesischen Investitionen in Vietnam zielt auf den Reexport von Gütern in die USA. Aufgrund der hohen Abhängigkeit von chinesischen und US-amerikanischen Investitionen möchte Hanoi an seiner „Bambusdiplomatie“ festhalten, nach der außenpolitische Neutralität Vorteile von beiden Seiten einbringt. Weitere Maßnahmen zur Verringerung der hohen wirtschaftlichen Abhängigkeit wären sowohl intraregionaler Handel, der in Südostasien bereits weit verbreitet ist, als auch bilateraler Handel mit anderen Partnern, in erster Linie in Asien, bei gleichzeitiger sukzessiver Reduzierung der Exponierung gegenüber dem US-Markt. Außerdem dürfte die aktive Suche nach neuen Freihandelsabkommen – zusätzlich zu den zahlreichen bestehenden Verträgen wie die Regional Comprehensive Economic Partnership im asiatisch-pazifischen Raum – mit großer Wahrscheinlichkeit weitergehen. Sicher ist, dass das Risikoniveau der vietnamesischen Wirtschaft in den kommenden Jahren von schwierigen Zeiten geprägt sein wird.</p>
<p><b>Analyst: </b>Raphaël Cecchi – <a href="mailto:r.cecchi@credendo.com" class="bbcode_email">r.cecchi@credendo.com</a></p>
<p> <sup>1</sup> Am 28. Mai erklärte das US-Gericht für Internationalen Handel die reziproken Zölle der USA für rechtswidrig, doch ein US-Bundesberufungsgericht hob diese Entscheidung wieder auf. Das Urteil wird einen Teil des US-Handelskriegs vorübergehend abwenden und die Verhängung hoher US-Importzölle gegen Länder verzögern. Erhöhte US-Importzölle gegen bestimmte Branchen bleiben vom Urteil jedoch unberührt.</p>
<p><a href="https://credendo.com/de/knowledge-hub/vietnam-us-handelskrieg-bedroht-vietnamesische-erfolgsgeschichte" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">Vietnam: US-Handelskrieg bedroht vietnamesische Erfolgsgeschichte | Credendo</a></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Sambia: Aufwertung des mittel- bis langfristigen politischen Risikos in Kategorie 6/7</title>
		<link>https://www.presse-control.de/2026/06/23/sambia-aufwertung-des-mittel-bis-langfristigen-politischen-risikos-in-kategorie-6-7/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Credendo Short-Term Non-EU Risks]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jun 2026 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Energie- / Umwelttechnik]]></category>
		<category><![CDATA[credendo]]></category>
		<category><![CDATA[g20]]></category>
		<category><![CDATA[Gold]]></category>
		<category><![CDATA[halbjahr]]></category>
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		<category><![CDATA[van]]></category>
		<category><![CDATA[zahlungsbilanz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.presse-control.de/2026/06/23/sambia-aufwertung-des-mittel-bis-langfristigen-politischen-risikos-in-kategorie-6-7/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Auf einen Blick Nach einer tiefen Finanzkrise und einer verheerenden Dürre sind die wirtschaftlichen Aussichten wieder günstiger. Sambias Resilienz beruht auf beträchtlichen Leistungsbilanzeinnahmen, einer starken Politik sowie lang erwarteten Fortschritten bei der Schuldenrestrukturierung und Wiederherstellung des Investoreninteresses. Bedeutende Risiken sind <a href="https://www.presse-control.de/2026/06/23/sambia-aufwertung-des-mittel-bis-langfristigen-politischen-risikos-in-kategorie-6-7/" class="more-link" data-wpel-link="internal">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"><b>Auf einen Blick</b></p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Nach einer tiefen Finanzkrise und einer verheerenden Dürre sind die wirtschaftlichen Aussichten wieder günstiger.</li>
<li>Sambias Resilienz beruht auf beträchtlichen Leistungsbilanzeinnahmen, einer starken Politik sowie lang erwarteten Fortschritten bei der Schuldenrestrukturierung und Wiederherstellung des Investoreninteresses.</li>
<li>Bedeutende Risiken sind unter anderem Klimaschocks, nachteilige Veränderungen des Kupferpreises sowie ein Nachlassen der Haushaltsdisziplin oder der Reformdynamik im Vorfeld der Wahlen im Jahr 2026.</li>
<li>Credendo hat das mittel- bis langfristige politische Risiko Sambias von Kategorie 7/7 auf 6/7 aufgewertet.</li>
</ul>
<p>Pro</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Beständiger Übergang zur Demokratie und begrenztes Risiko politischer Gewalt (Kategorie 3/7)</li>
<li>Reichtum an Mineralien und Bergbauerzeugnissen (Kupfer, Kobalt, Nickel, Mangan, Uran, Gold, Diamanten)</li>
<li>Bedeutende landwirtschaftliche Produktion und großes touristisches Potenzial (Naturschutz)</li>
</ul>
<p>Kontra</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Binnenstaat</li>
<li>Ungleichheit und Korruptionswahrnehmung unverändert hoch</li>
<li>Große Anfälligkeit für Dürren, da 85 % des Stroms aus Wasserkraft erzeugt wird</li>
<li>Große Anfälligkeit für Extremwetterereignisse</li>
</ul>
<p>Staatsoberhaupt</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Hakainde Hichilema (seit 24. August 2021)</li>
</ul>
<p>Beschreibung des Wahlsystems</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Parlaments- und Präsidentschaftswahlen. Nächste Wahlen im August 2026 (letzte Wahlen im August 2021)</li>
</ul>
<p>Bevölkerung</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>20,7 Millionen</li>
</ul>
<p>BIP pro Kopf</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>1.290 USD</li>
</ul>
<p>Einkommensgruppe</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Niedriges mittleres Einkommen</li>
</ul>
<p>Hauptexportgüter</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Erze &amp; Metalle (59,8 % der Leistungsbilanzeinnahmen im Jahr 2024), Nahrungsmittel (8,8 % im Jahr 2023), Reisebranche (6,9 % im Jahr 2023), Brennstoffe (3,4 % im Jahr 2023)</li>
</ul>
<p><b>Bewältigung der Folgen der 2020 erklärten Zahlungsunfähigkeit und einer verheerenden Dürre</b></p>
<p>Nach der Amtsübernahme des damaligen Präsidenten Lungu im Jahr 2015 nahmen Korruption, Unterdrückung und Misswirtschaft schlagartig zu. Zweistellige Inflationsraten trieben die Lebenshaltungskosten in die Höhe und untragbare, intransparente Finanzierungsvorhaben in Verbindung mit einem Verfall der Rohstoffpreise brachten das Land an den Rand einer Staatsschuldenkrise. Im November 2020 konnte Sambia seinen Auslandsverbindlichkeiten nicht nachkommen (Nichtbedienung von Eurobonds) und stürzte in eine tiefe Finanz- und Wirtschaftskrise.</p>
<p>Im August 2021 wurde Präsident Hichilema gewählt, der die politische Lage nach jahrelanger Misswirtschaft erfolgreich stabilisierte. Es gelang seiner Regierung, eine Umstrukturierung der Schulden zu erreichen, was das Land aus der Schuldenkrise befreite und Hichilema allgemeine öffentliche Zustimmung einbrachte. Die aktuelle Regierung setzt auf Haushaltskonsolidierung, konstruktive Zusammenarbeit mit dem Privatsektor und politische Reformen im Rahmen der Erweiterten Kreditfazilität des IWF (August 2022 &#8211; Oktober 2025), um so das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen.</p>
<p>Seit Januar 2024 kämpft Sambia mit der schlimmste Dürre, die das südliche Afrika in über hundert Jahren erlebt hat. Sie geht auf El Niño zurück und wird vom Klimawandel verschärft, der in den Jahren 2023 und 2024 eine Veränderung des Monsunzyklus verursachte. Die anhaltende Dürre beeinträchtigt die Agrarproduktion und die Stromerzeugung aus Wasserkraft, und verschärft Wasserknappheit und Ernährungsunsicherheit für Millionen Menschen, während Nothilfe aufgrund der Kürzung internationaler Entwicklungsgelder weiterhin an Unterfinanzierung leidet. Die Regenzeit 2025 gibt Anlass zu verhaltenem Optimismus, da eine schwache La-Niña-Phase zu feuchteren Witterungsbedingungen führt. In vielen Teilen des Landes bleibt der Wasserspiegel jedoch weiterhin besorgniserregend niedrig und Stromausfälle dauern an. Die Dürre wird kritische Auswirkungen auf die mögliche Wiederwahl von Präsident Hichilema im August 2026 haben, da die sozioökonomischen Bedingungen im ganzen Land schwer unter Druck geraten sind. Gleichzeitig konnten Ausgaben im Bereich der sozialen Sicherheit laut IWF die Auswirkungen der Dürre und der Preissteigerungen auf bedürftigere Haushalte teilweise abfedern.</p>
<p><b>Sambia gilt nicht länger als überschuldet</b></p>
<p>Die Umstrukturierung der öffentlichen Verbindlichkeiten im Rahmen des Common Framework for Debt Treatment (Gemeinsames Rahmenwerk für Schuldenrestrukturierungen) der G20 ist 2021 angelaufen, wird jedoch für ihre Langwierigkeit kritisiert, die einerseits auf Streitfragen unter Gläubigerstaaten, und andererseits auf den großen Umfang der von kommerziellen Gläubigern gehaltenen Staatsschulden zurückgeht. Im Juni 2023 erzielte Sambia unter dem G20 Common Framework ein Abkommen mit seinem offiziellen bilateralen Gläubigerausschuss über die Restrukturierung von rund 6,3 Mrd. US-Dollar. Ein Jahr später konnte Sambia den Umtausch seiner ausstehenden Eurobonds erfolgreich abschließen – ein weiterer wichtiger Schritt hin zur Wiederherstellung seiner Schuldentragfähigkeit. Des Weiteren wurde Anfang 2025 mit einigen kommerziellen Auslandsgläubigern eine Grundsatzvereinbarung erzielt. In seinem Basisszenario geht der IWF davon aus, dass verbleibende Forderungen anderer kommerzieller Gläubiger (einschließlich chinesischer Banken) gemäß der Restrukturierungsstrategie des IWF-Programms abgewickelt werden, und hat daher im Dezember 2024 seine Einschätzung des allgemeinen Überschuldungsrisikos von „überschuldet“ in „hohes Überschuldungsrisiko“ (jedoch tragfähig) geändert. Obwohl Sambia sich nach der Zahlungsunfähigkeit von 2020 noch in der Erholungsphase befindet, ist das Land nicht mehr überschuldet und der Ausblick verbessert sich deutlich. </p>
<p>In Sambias öffentlichen Finanzzahlen spiegelt sich der Wandel wider, der dank des Restrukturierungsprozesses, Steuerreformen, Ausgabeneinschränkungen und optimistischer Aussichten für die Kupferproduktion vollzogen wurde. Diese Entwicklungen können die schwerwiegenden Auswirkungen der anhaltenden Dürre teilweise ausgleichen. Aufgrund der hohen Abhängigkeit von auf Fremdwährung lautenden öffentlichen Verbindlichkeiten führten Wertverluste des Kwacha im Jahr 2020 zu einem Anstieg der Staatsverschuldung auf über 150 % des BIP. Da Sambia seit 2020 von den internationalen Kapitalmärkten ausgeschlossen ist, musste die Regierung zunehmend auf Inlandsschulden zurückgreifen, die aktuell nahezu 40 % der Gesamtverschuldung ausmachen. Das Gesamthaushaltsdefizit ist seit 2022 zurückgegangen und die Staatsverschuldung sollte in diesem Jahr wieder unter 100 % fallen.</p>
<p><b>Starke Exportprognosen unterstützen Wiederherstellung der Liquidität</b></p>
<p>Sambia ist Afrikas zweitgrößter Produzent von Kupfer und erwirtschaftet damit etwa 60 % seiner Leistungsbilanzeinnahmen. 2024 stieg die Kupferproduktion trotz operativer Herausforderungen durch dürrebedingte Energieengpässe um 12 % und die Produktion wird dank wachsendem Interesse ausländischer Investoren kurzfristig weitere Impulse erhalten. Tatsächlich ist Kupfer in der globalen erneuerbaren Energiewende (E-Fahrzeuge, Windkraftanlagen, Solarpaneele etc.) sowie in anderen zukunftsweisenden Technologien ein strategisches Mineral. Sambias wichtigste Ausfuhrziele sind die Schweiz (27 % aller Warenexporte, hauptsächlich Kupfer), China (14 % aller Warenexporte, hauptsächlich Kupfer), die VAE und Indien. Da weniger als 1 % der Warenexporte für die USA bestimmt sind, dürften die unmittelbaren Auswirkungen der Importzölle begrenzt bleiben. Die USAID-Kürzungen werden allerdings sehr wohl spürbar sein, da wichtige Bereiche wie Bildung, Gesundheitswesen und Landwirtschaft seit Langem von den Entwicklungshilfeprogrammen abhängig sind. So stammten 2023 etwa 70 % der gesamten bilateralen Hilfe (2,3 % des BIP) aus den USA.</p>
<p>Seit 2016 führte die Anhäufung von großen Finanzierungslücken in der Zahlungsbilanz, die auf Handelsungleichgewichte und Kapitalflucht zurückgingen, in Verbindung mit einer steigenden Schuldendienstlast zu einem kontinuierlichen Rückgang von Währungsreserven auf ein Rekordtief von 1,2 Mrd. US-Dollar infolge der Nichtbedienung von Eurobonds Ende 2020. Dank der Zuteilung von beträchtlichen IWF-Finanzhilfen, der Stabilisierung des politischen Umfelds und der Erholung der Kupfereinnahmen weisen die Währungsreserven nun einen deutlichen Wiederanstieg auf und lagen im Mai 2025 bei über 4 Mrd. US-Dollar oder vier Monatsimporten. Obwohl der Wert des flexiblen Kwacha 2023 nach wie vor unter erheblichem Druck stand und 42 % gegenüber dem US-Dollar einbüßte, verlor er 2024 nur 7 % seines Wertes und konnte im ersten Halbjahr 2025 gegenüber dem US-Dollar sogar 13 % aufholen. Die Erholung der Liquidität und der Währung beruht auf Haushaltsdisziplin, Fortschritten beim Umschuldungsprozess und einem straffen und glaubhaften geldpolitischen Kurs. </p>
<p>Nachdem die Leistungsbilanz 2023 und 2024 leicht defizitär war, dürfte sie sich in diesem Jahr auf ein Gleichgewicht hinbewegen und dank beträchtlicher Ausfuhren kritischer Mineralien mittelfristig einen zunehmenden Überschuss aufweisen. Trotz erheblicher Kapitalabflüsse sollte die Zahlungsbilanz von wachsenden Direktinvestitionen gestützt werden. Die gesamte Auslandsverschuldung erreichte 2020 ihren Höchstwert und dürfte bis 2026 deutlich zurückgehen auf geschätzte 75 % des BIP. Auch die Belastung durch den Schuldendienst gegenüber dem Ausland dürfte in diesem Jahr auf tragfähige 12 % der Leistungsbilanzeinnahmen sinken, da sich die Schuldendienstverpflichtungen dank des Umschuldungsabkommens reduziert haben.</p>
<p><b>Trotz großer globaler Unsicherheit ist Sambias Wachstumsentwicklung stark</b></p>
<p>Trotz der verheerenden Dürre, die das Land heimsuchte, zeigte sich Sambias Wirtschaft resilient und wuchs 2024 um 4 %, da der Einbruch in der landwirtschaftlichen Produktion geringer ausfiel als zunächst befürchtet. Das Wirtschaftswachstum dürfte 2025 und 2026 6 % und mehr erreichen dank Impulsen aus Bergbautätigkeiten, Infrastrukturinvestitionen, sukzessiver Normalisierung der Stromerzeugung und steigender Privatsektorbeteiligung. Die Inflation wird seit Jahren von der Lebensmittelinflation, Versorgungsengpässen und der Abwertung des Kwacha in die Höhe getrieben, sollte bis Ende 2025 jedoch auf 11 % absinken (ggü. Vorjahr). Wenn die sambische Zentralbank ihre straffe Geldpolitik fortsetzt (Leitzins bei 14,5 %), könnte die Inflation in den kommenden Jahren auf rund 7 % reduziert werden.</p>
<p>Dank positiver Leistungsbilanzprognosen, einer starken Politik und der Schließung des Umschuldungsabkommens ist der Ausblick für Sambia günstig. Gleichzeitig verbleiben einige bedeutende Risiken, wie der nur langsame Anstieg der Niederschlagsmenge, mehr verheerende Klimaschocks, die Volatilität der globalen Kupferpreise und Widerstände bei der Umsetzung der Haushaltsreform im Vorfeld der Parlamentswahlen im Jahr 2026.</p>
<p><b>Analysten:</b> Louise Van Cauwenbergh – <a href="mailto:l.vancauwenbergh@credendo.com" class="bbcode_email">l.vancauwenbergh@credendo.com</a></div>
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		<title>Energie am Scheideweg: Wohin steuern die USA?</title>
		<link>https://www.presse-control.de/2026/06/16/energie-am-scheideweg-wohin-steuern-die-usa/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Credendo Short-Term Non-EU Risks]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Energie- / Umwelttechnik]]></category>
		<category><![CDATA[china]]></category>
		<category><![CDATA[energien]]></category>
		<category><![CDATA[Erdgas]]></category>
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		<category><![CDATA[windenergie]]></category>
		<category><![CDATA[windparks]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>  Auf einen Blick US-amerikanische Solar- und Windenergieentwickler stehen vor einer Sturmfront aus politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Andere Bereiche der sauberen Energie verzeichnen eine bessere Entwicklung, insbesondere aufgrund der steigenden Stromnachfrage für Rechenzentren, was wiederum Innovationen fördert. Nach aktuellen Prognosen <a href="https://www.presse-control.de/2026/06/16/energie-am-scheideweg-wohin-steuern-die-usa/" class="more-link" data-wpel-link="internal">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"> </p>
<p><b>Auf einen Blick</b></p>
<ul class="bbcode_list">
<li>US-amerikanische Solar- und Windenergieentwickler stehen vor einer Sturmfront aus politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen.</li>
<li>Andere Bereiche der sauberen Energie verzeichnen eine bessere Entwicklung, insbesondere aufgrund der steigenden Stromnachfrage für Rechenzentren, was wiederum Innovationen fördert.</li>
<li>Nach aktuellen Prognosen werden fossile Brennstoffe bis 2030 für immer noch mehr als 50 % der Energieversorgung der Rechenzentren in den USA sorgen.</li>
<li>Der Einsatz erneuerbarer Energien könnte eine effektive Maßnahme zur Eindämmung des Strompreisanstiegs in den USA darstellen.</li>
</ul>
<p><b>Verschlechtertes Klima für US-amerikanische Wind- und Solarenergieentwickler</b></p>
<p>An seinem ersten Tag als Präsident erließ Donald Trump eine Durchführungsverordnung, mit der er neue Genehmigungen für Windparks aussetzte. Einige Monate später ließ er mit dem „One Big Beautiful Bill“ (OBBB, unterzeichnet im Juli) einige der wichtigsten Steuervorteile für Solar- und Windprojekte viel früher auslaufen, als es im Inflation Reduction Act von 2022 vorgesehen war. Um in die Förderung für diese Projekte aufgenommen zu werden, muss der Bau nun vor dem 4. Juli 2026 begonnen oder bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Auch andere bereits genehmigte Offshore-Windprojekte, wurden mithilfe der Exekutivgewalt im Bau gestoppt.</p>
<p>Über die Maßnahmen für Solar- und Windprojekte hinaus sieht der OBBB die Abschaffung von Steuergutschriften für Elektrofahrzeuge und Wasserstoffproduktion nach 2025 vor.</p>
<p>Weitere Risiken für den Sektor entstehen aus der Abhängigkeit der Lieferketten von Schlüsselkomponenten aus China. Die jüngsten Bestimmungen des OBBB zu „ausländischen Unternehmen von Interesse” („Foreign Entities of Concern” &#8211; FEOC) schränken den Zugang zu Komponenten aus „feindlichen“ Ländern ein.</p>
<p>Darüber hinaus zielt die „saubere Kohle“-Verordnung auf eine Verlagerung der Energiepolitik weg von der Förderung erneuerbarer Energien hin zu fossilen Brennstoffen und kritischen Mineralien. Entsprechend dürften Finanzmittel und regulatorische Unterstützung von der Solar- und Windindustrie auf die Kohle-, Öl-, Gas- und Uranproduktion umgelenkt werden.</p>
<p>Hinzu kommen weitere wirtschaftliche Herausforderungen für die Branche: Finanzierungskosten nehmen aufgrund höherer Zinsen zu, und die Preise für wichtige Rohstoffe wie Stahl und Kupfer sowie für Komponenten steigen – insbesondere in Folge von neuen Einfuhrzöllen.</p>
<p>Zwar dürfte die bevorstehende Abschaffung der Steuergutschriften im Rahmen des OBBB den Start von Projekten in der Pipeline und die Fertigstellung bereits laufender Projekte kurzfristig beschleunigen und zu einem vorübergehenden Boom führen. Zugleich sehen sich die US-amerikanischen Solar- und Windenergieentwickler jedoch mit einer Sturmfront aus politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert.</p>
<p><b>Andere saubere Energien haben bessere Zukunftsaussichten</b></p>
<p>Glücklicherweise ist nicht der gesamte Sektor der sauberen Energien von denselben widrigen Umständen betroffen. Nicht-Solar- und Nicht-Wind-Technologien wie Speicher, Wasserkraft, Kernkraft und Geothermie sind von den Maßnahmen OBBB ausgenommen. Die erweiterten Steuergutschriften bleiben bis mindestens 2033 bestehen. Danach ist für einige Branchen eine schrittweise Reduzierung vorgesehen. Diese Technologien stoßen derzeit auf großes Interesse bei Investoren.</p>
<p>Ein weiterer Innovationstreiber ist der steigende Strombedarf der Technologiegiganten. Nach Jahren stagnierender Stromverbrauchszahlen sorgen Rechenzentren und die Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) für ein rasantes Wachstum der Stromnachfrage. Die US-Energieinformationsbehörde EIA prognostiziert einen Anstieg der Stromnachfrage in den USA um 2,2 % bzw. 2,4 % für 2025 und 2026. Das ist mehr als doppelt so viel ist wie die durchschnittliche Wachstumsrate der letzten zehn Jahre.</p>
<p>Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert unterdessen, dass die US-Wirtschaft im Jahr 2030 durch den Einsatz von KI mehr Strom für die Datenverarbeitung verbrauchen wird als für die Herstellung aller energieintensiven Güter zusammen, einschließlich Aluminium, Stahl, Zement und Chemikalien. Der spezifische Energiebedarf von KI und Rechenzentren, die eine konstante Stromversorgung mit hoher Kapazität erfordern, kann jedoch durch die schwankende Leistung von Solar- und Windenergie nicht ausreichend gedeckt werden. Deshalb investieren Unternehmen wie Google in fortschrittliche Start-ups im Bereich Geothermie. Technologieunternehmen setzen zudem auf kleine modulare Kernreaktoren der nächsten Generation und schließen Verträge mit Start-ups in diesem Bereich ab.</p>
<p>Trotz dieses Interesses an alternativen sauberen Technologien wird Erdgas laut IEA (April 2025) auch weiterhin eine bedeutende Rolle bei der zusätzlichen Stromversorgung spielen, die durch den Bedarf von Rechenzentren induziert wird. Derzeit ist Erdgas die größte Stromquelle für Rechenzentren in den Vereinigten Staaten, gefolgt von erneuerbaren Energien (siehe Grafik unten). Fossile Brennstoffe wie Erdgas und Kohle dürften daher bis 2030 in den USA weiterhin mehr als die Hälfte der Rechenzentrumskapazitäten versorgen.</p>
<p><b>Herkömmliche Kraftwerke können blockierte Projekte im Bereich erneuerbare Energien nicht ersetzen</b></p>
<p>Angesichts des steigenden Strombedarfs und der Herausforderungen für den Einsatz von Solar- und Windenergie könnte es schwierig werden, die durch Projektverzögerungen im Bereich erneuerbare Energien geschaffene Lücke mit Gas- und Kernkraftwerken angemessen zu schließen. Da fast ein Fünftel der in Entwicklung befindlichen Gasstromkapazitäten bereits für Rechenzentren vorgesehen ist, müssen neue Gaskraftwerksprojekte mit langen Wartezeiten für Spezialturbinen rechnen (fünf bis sieben Jahre). Auch der Bau von Kernkraftwerken dauert lange, und fortschrittliche Konstruktionen befinden sich derzeit gerade erst in der Prototypenphase.</p>
<p><b>Erneuerbare Energien als Puffer gegen steigende Strompreise</b></p>
<p>Die Strompreise in den USA sind aufgrund der wachsenden Nachfrage von Rechenzentren und des jüngsten Anstiegs der Gaspreise bereits gestiegen (siehe nachfolgende Grafik). Es ist davon auszugehen, dass die zunehmende Energienachfrage und die Versorgungsengpässe die Strompreise in den USA mittelfristig weiter in die Höhe treiben werden. In diesem Zusammenhang könnte eine beschleunigte Einführung erneuerbarer Energien den Preisanstieg dämpfen, da dies die kostengünstigste Option für neue Stromerzeugung darstellt, und die Anlagen schneller gebaut werden können als Gaskraftwerke.</p>
<p><b>Analystin:</b> Florence Thiéry – <a href="mailto:f.thiery@credendo.com" class="bbcode_email">f.thiery@credendo.com</a></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.presse-control.de/2026/06/16/energie-am-scheideweg-wohin-steuern-die-usa/" data-wpel-link="internal">Energie am Scheideweg: Wohin steuern die USA?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.presse-control.de" data-wpel-link="internal">Presse Control</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>China: Schwache Binnennachfrage, geopolitische Spannungen und ein anhaltender Handelskrieg dürften Konjunkturabschwächung beschleunigen</title>
		<link>https://www.presse-control.de/2026/06/09/china-schwache-binnennachfrage-geopolitische-spannungen-und-ein-anhaltender-handelskrieg-drften-konjunkturabschwchung-beschleunigen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Credendo Short-Term Non-EU Risks]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2026 14:22:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Finanzen / Bilanzen]]></category>
		<category><![CDATA[adi]]></category>
		<category><![CDATA[bip]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>  Auf einen Blick Starke, wenngleich nachlassende Exportergebnisse tragen in diesem Jahr zu einem offiziellen BIP-Wachstum von nahezu 5 % bei. Hohe US-Handelszölle, geopolitische Spannungen, anhaltend schwache Binnennachfrage und eine abflauende Weltkonjunktur verschlechtern Chinas Aussichten. Ein Handelsabkommen zwischen den USA <a href="https://www.presse-control.de/2026/06/09/china-schwache-binnennachfrage-geopolitische-spannungen-und-ein-anhaltender-handelskrieg-drften-konjunkturabschwchung-beschleunigen/" class="more-link" data-wpel-link="internal">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.presse-control.de/2026/06/09/china-schwache-binnennachfrage-geopolitische-spannungen-und-ein-anhaltender-handelskrieg-drften-konjunkturabschwchung-beschleunigen/" data-wpel-link="internal">China: Schwache Binnennachfrage, geopolitische Spannungen und ein anhaltender Handelskrieg dürften Konjunkturabschwächung beschleunigen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.presse-control.de" data-wpel-link="internal">Presse Control</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"> </p>
<p><b>Auf einen Blick</b></p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Starke, wenngleich nachlassende Exportergebnisse tragen in diesem Jahr zu einem offiziellen BIP-Wachstum von nahezu 5 % bei.</li>
<li>Hohe US-Handelszölle, geopolitische Spannungen, anhaltend schwache Binnennachfrage und eine abflauende Weltkonjunktur verschlechtern Chinas Aussichten.</li>
<li>Ein Handelsabkommen zwischen den USA und China wäre zwar möglich, bliebe aufgrund der strategischen Rivalität jedoch von Volatilität und Unsicherheit geprägt.</li>
<li>Chinas weltweites Ansehen sowie Exporte und Investitionen in den globalen Süden werden von der aggressiven und transaktionalen US-Außenpolitik profitieren.</li>
<li>Die Länderrisikobewertungen bleiben in absehbarer Zukunft unverändert.  </li>
</ul>
<p>Pro</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Politische und innere Stabilität</li>
<li>Hohes Staatsvermögen</li>
<li>Hoch entwickelte Hightech-Branche und Weltmarktführer in Clean-Tech-Handelsketten</li>
</ul>
<p>Kontra</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Konfliktgeladene Rivalität mit den USA</li>
<li>Hohe Staatsverschuldung</li>
<li>Bevölkerungsrückgang</li>
</ul>
<p>Staatsoberhaupt und Generalsekretär der Kommunistischen Partei</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Präsident Xi Jinping</li>
</ul>
<p>Regierungschef</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Ministerpräsident Li Qiang</li>
</ul>
<p>Bevölkerung</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>1,409 Milliarden</li>
</ul>
<p>BNE pro Kopf</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>13.660 USD</li>
</ul>
<p>Einkommensgruppe</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Hohes mittleres Einkommen</li>
</ul>
<p>Hauptexportgüter</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Fertigwaren wie Telefone, IKT-Produkte, Autos, Elektrofahrzeuge etc. (79 % der gesamten Leistungsbilanzeinnahmen), Anlageerträge (6,8 %), Transport (2,7 %), sonstige Unternehmensdienstleistungen (2,6 %) und Nahrungsmittel (2,1 %)</li>
</ul>
<p><b>Starker Exportanstieg schafft Resilienz trotz schwacher Binnennachfrage und Deflationskräften</b></p>
<p>Die unverändert schwache Binnennachfrage wirkt sich verschärfend auf den strukturellen Abschwung der chinesischen Ökonomie aus, während die Unsicherheiten in der Weltwirtschaft zusätzlichen Gegenwind für den chinesischen Export bedeuten, der weiterhin den wichtigsten BIP-Wachstumstreiber darstellt. Das Staatsziel der Autarkie und der weltweiten Führung im Hightech-Bereich hat bei chinesischen Unternehmen zu einer weit über die Inlandsnachfrage hinausgehende Überproduktion von Gütern geführt (insbesondere bei Elektrofahrzeugen, Akkus und anderen nachhaltigen Technologien), die durch Export in den Rest der Welt (USA ausgenommen) abgebaut wird. Obwohl die Überkapazitäten in der Industrie dank der daraus resultierenden Wettbewerbsfähigkeit und technologischen Stärke Vorteile für China schaffen, hat der aggressive Preiskampf die Deflationsspirale im Land verschärft und das Thema politisiert. Die Wachstumsfaktoren des Landes stecken seit 2022 in einer Krise; zu nennen sind hier etwa die anhaltend pessimistische Stimmung auf dem Immobilienmarkt (Transaktionen und Immobilienpreise befinden sich weiterhin im Abwärtstrend), das schwache Geschäfts- und Konsumklima (Privathaushalte legten ihr Geld vorrangig in Immobilien an) sowie die hohe Jugendarbeitslosigkeit, die sich negativ auf den Privatkonsum, Unternehmensinvestitionen und letztlich auf die Inlandspreise auswirkt. </p>
<p>Angesichts der sich negativ entwickelnden oder stagnierenden Verbraucherpreise scheint es keinen unmittelbaren Ausweg aus dieser Deflationsspirale zu geben, es sei denn, Peking bringt ein umfangreiches Konjunkturpaket auf den Weg, was derzeit aufgrund der politischen und finanziellen Lage sowie aus Gründen der haushaltspolitischen Stabilität nicht absehbar ist. Bisher setzt Peking auf unterstützende politische Maßnahmen, die geprägt sind von einer akkommodierenden Geldpolitik und einigen fiskalischen Anreizen, wie den in diesem Jahr eingeführten Verbraucherbeihilfen für Haushalts- und Elektrogeräte sowie für Autos. Doch angesichts der anhaltenden Verschlechterung der Haushaltslage – für 2025 wird ein hohes Haushaltsdefizit von über 8 % erwartet, das den prognostizierten Aufwärtstrend der offiziellen Staatsverschuldung von unter 60 % des BIP in der Vor-Corona-Zeit auf über 100 % im Jahr 2026 verschärft – schränkt die Regierung ihre Unterstützung weiter ein, um finanzielle Tragfähigkeit zu gewährleisten und die Ausweitung der erheblichen Staatsverschuldung (338 % des BIP im zweiten Quartal von 2025) zu entschärfen. Zu den Regierungsmaßnahmen gehören unter anderem erhöhte Investitionen in die Infrastruktur, unter Einsatz von Staatsanleihen mit sehr langen Laufzeiten, sowie Haushaltsreformen, die insbesondere auf die Diversifizierung der Einkünfte von angeschlagenen Lokalregierungen abzielen. Weiterhin wird erwartet, dass die Regierung Schritte zur Reduzierung der Überkapazitäten in der Industrie ergreift, was die Gefahr des fortschreitenden Niedergangs des verarbeitenden Gewerbes sowie der Schwächung des BIP-Wachstums in sich birgt. Vorerst wird Peking zur Stärkung des BIP-Wachstums, das gemäß IWF-Prognosen 2025 bei 4,8 % und 2026 bei 4,2 % liegen wird, weiterhin auf Exporte und Investitionen setzen. Angesichts der Aussicht, dass das BIP-Wachstum in diesem Jahr ungeachtet eines für die kommenden Monate erwarteten Exportrückgangs nahezu 5 % erreichen wird, dürften die Behörden kaum gewillt sein, wirtschaftsfördernde Maßnahmen zu ergreifen, die über moderate Anreize hinausgehen, zumal die USA und China schon innerhalb weniger Monate ein Handelsabkommen schließen könnten.</p>
<p>Trotz des US-Handelskriegs und der Drohung immenser Zölle auf chinesische Importe – die im Zuge der Ende November auslaufenden Übergangsphase auf 30 % reduziert wurden – weist der Export seit dem zweiten Halbjahr 2024 eine kräftige Entwicklung auf. Die Beschleunigung von Warenexporten („Front-loading“) sowie die Umlenkung von Ausfuhren auf Nicht-US-Märkte (zunächst nach Südostasien, dann nach Europa) haben die starke Dynamik aufrechterhalten. Auch die Abwertung des unterbewerteten Renminbi gegenüber insbesondere dem Euro, der Währung eines bedeutenden Handelspartners, sowie einigen anderen südostasiatischen Währungen, hat chinesischen Exporteuren einen Wettbewerbsvorteil verschafft.</p>
<p><b>Verhaltener Ausblick</b></p>
<p>Die Entscheidung der kommunistischen Partei, den Binnenkonsum nicht zum Treiber der chinesischen Wirtschaft zu machen, bedeutet, dass das Land in einem ungewissen globalen Umfeld weiterhin von volatileren Exportmärkten abhängig bleibt. Zwischen Januar und August sind chinesische Warenexporte in die USA um 15 % zurückgegangen. China steht nun nicht nur vor der schwierigen Aufgabe, den US-Verbrauchermarkt, der weltweit den ersten Platz belegt, durch alternative Abnehmer zu ersetzen, sondern es wird auch potenzielle hohe US-Zölle auf „umgeleitete chinesische Waren“ überstehen müssen. Darüber hinaus sieht China sich mit Handelsbeschränkungen einer wachsenden Gruppe von Ländern wie Thailand, Indonesien, Indien, Vietnam und Brasilien konfrontiert, die angesichts der Flut an chinesischen Waren ihre heimische Industrie schützen möchten. Hinzu kommt die abflauende Weltkonjunktur, die ebenfalls zur Eintrübung der Exportaussichten beiträgt.</p>
<p><b>Balanceakt in geschwächten außenpolitischen Umfeld</b></p>
<p>Der in diesem Jahr begonnene US-Handelskrieg hat den Welthandel in Turbulenzen gestürzt, wobei China mit besonders hohen Zöllen belegt wurde. Auch wenn beträchtliche zusätzliche Zölle gegen China angesichts seiner erheblichen Machtposition, insbesondere bei kritischen Mineralien, sowie zur Ermöglichung von Verhandlungen vorerst ausgesetzt wurden, dürften die Handelsbeziehungen unter der Regierung Trump weiterhin instabil bleiben. Kurzfristig ist ein Handelsabkommen jedoch nach wie vor möglich, da es gemeinsame Interessen gibt und die Folgen von Handelsbeschränkungen auf beiden Seiten abgefedert werden müssen. Angesichts der langfristigen strategischen Rivalität um die wirtschaftliche und technologische Vormachtstellung dürfte ein Abkommen allerdings von großer Volatilität geprägt sein. Folglich wird China sich auf die weitere Sicherung seiner Handelsketten (unter anderem von kritischen Mineralien) konzentrieren, indem es seine Märkte stärker diversifiziert. Außerdem wird es die Erreichung seiner Ziele bezüglich nationaler Autarkie, insbesondere in der Hightech-Branche, deutlicher forcieren. Dabei setzt Peking auf den Privatsektor, und neu angezogene ausländische Direktinvestitionen sollen zur Schaffung einer Selbstversorgungswirtschaft beitragen. Gleichzeitig könnten zunehmende Handelsbeschränkungen und die politische Überwachung von in China tätigen ausländischen Unternehmen in Kombination mit den angespannten Beziehungen zu den USA und zum Westen die Erholung von ADI-Zuflüssen erschweren.</p>
<p>Chinas Interessensverlagerung hin zum Globalen Süden wird im Zuge der „Belt and Road“-Initiative zu einem Anstieg an Ausfuhren und Investitionen führen. Dies entspricht dem Ziel Chinas, eine neue Weltordnung anzuführen, und ist auch die Folge der US-Handelszölle und eines radikalen Kurswechsels in der US-Außenpolitik. So ist zu beobachten, dass Trumps aggressive und transaktionale Außen- und Zollpolitik, sowie die harten Einschnitte im USAID-Budget rasch in Chinas Soft-Power-Strategie integriert werden. Es umwirbt die Opfer der US-amerikanischen Handels- und Entwicklungspolitik (Südostasien, Brasilien, Subsahara-Afrika etc.) und verspricht ihnen eine stabilere, berechenbarere und für beide Seiten nutzbringende Beziehung, die Chinas Einfluss und globales Wirtschaftsnetzwerk festigen und seinen Zugang zu kritischen Mineralien langfristig sichern soll. Als Alternative zur Unberechenbarkeit der US-Politik und den Turbulenzen des globalen Wirtschaftsklimas erleben die chinesischen Aktienmärkte dieses Jahr einen wahren Boom. In- und ausländische Investoren zeigen steigendes Interesse an Chinas makroökonomischer Resilienz, die auf seiner beträchtlichen externen Liquidität, den soliden Staatsbanken, einem komfortablen Leistungsbilanzüberschuss sowie auf politischer Stabilität und Kontinuität beruht. In Kombination mit der innovativen Wirtschaft und den boomenden KI-Aktivitäten führt dies dazu, dass China sich dem US-Niveau immer weiter annähert und in manchen Fällen sogar gleichziehen kann.</p>
<p>Die Risikobewertungen bleiben auf absehbare Zeit unverändert: So wird das kurzfristige politische Risiko dank der reichlichen Liquiditätsversorgung weiterhin in der besten Kategorie 1/7 eingestuft und das Geschäftsumfeldrisiko verbleibt in der moderaten Kategorie D/G. Das mittel- bis langfristige politische Risiko wird in Kategorie 2/7 eingestuft, da die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt trotz ihrer starken globalen Finanz-, Wirtschafts- und Handelsposition mit erheblichem externen Gegenwind und innenpolitischen Herausforderungen zu kämpfen hat. Chinas selbstbewusstes Auftreten in der Region, das das Konfliktrisiko mit Taiwan und im Südchinesischen Meer erhöht, seine Rivalität mit den USA um die globale Vormachtstellung, sowie Chinas überwältigende Fertigungsindustrie tragen zu einer Verschärfung der hohen geo- und handelspolitischen Spannungen bei – vorrangig mit den USA, aber auch mit der EU. Innenpolitisch wird die Lage weiterhin von zentralen systemischen Herausforderungen erschwert, die vor allem von einem Rückgang der Erwerbsbevölkerung, hohen Schulden und den Folgen des Klimawandels verursacht werden.</p>
<p><b>Analyst:</b> Raphaël Cecchi – <a href="mailto:r.cecchi@credendo.com" class="bbcode_email">r.cecchi@credendo.com</a></div>
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		<item>
		<title>Nigeria: Sind die Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung von Dauer?</title>
		<link>https://www.presse-control.de/2026/06/02/nigeria-sind-die-anzeichen-fr-eine-wirtschaftliche-erholung-von-dauer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Credendo Short-Term Non-EU Risks]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2026 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Finanzen / Bilanzen]]></category>
		<category><![CDATA[armutsquote]]></category>
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		<category><![CDATA[cbn]]></category>
		<category><![CDATA[credendo]]></category>
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		<category><![CDATA[FinTech]]></category>
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		<category><![CDATA[Reformen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf einen Blick Die von Präsident Tinubu eingeleiteten Reformen zur makroökonomischen Stabilisierung zeigen erste Wirkung, trotz anfänglicher Belastung. Der Naira hat sich nach der Wechselkursliberalisierung stabilisiert, die Inflation beginnt zu sinken. Finanzreformen sollen strukturelle Schwächen wie niedrige Steuereinnahmen beheben, doch <a href="https://www.presse-control.de/2026/06/02/nigeria-sind-die-anzeichen-fr-eine-wirtschaftliche-erholung-von-dauer/" class="more-link" data-wpel-link="internal">Weiterlesen</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text">Auf einen Blick</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Die von Präsident Tinubu eingeleiteten Reformen zur makroökonomischen Stabilisierung zeigen erste Wirkung, trotz anfänglicher Belastung.</li>
<li>Der Naira hat sich nach der Wechselkursliberalisierung stabilisiert, die Inflation beginnt zu sinken.</li>
<li>Finanzreformen sollen strukturelle Schwächen wie niedrige Steuereinnahmen beheben, doch bleiben erhebliche Lücken bestehen.</li>
<li>Sicherheitsrisiken, hohe Schuldendienstkosten und die anhaltende Abhängigkeit vom Öl halten Nigeria in der Kategorie „hohes Risiko“.</li>
</ul>
<p>Pro</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Bevölkerungsreichstes Land Afrikas</li>
<li>Erhebliche Öl- und Gasreserven</li>
<li>Enormes Potenzial in den Bereichen Landwirtschaft und Bergbau</li>
<li>Blühender Dienstleistungssektor in Lagos, z. B. Finanztechnologien, digitale Infrastruktur, Film usw.</li>
<li>Begrenzte Staatsverschuldung</li>
</ul>
<p>Kontra</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Hohe Abhängigkeit vom volatilen Kohlenwasserstoffsektor</li>
<li>Unzureichende Infrastruktur</li>
<li>Hohe Arbeitslosigkeit und steigende Armutsraten</li>
<li>Mehrere Brennpunkte gewalttätiger Konflikte</li>
</ul>
<p>Staats- und Regierungsoberhaupt</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Präsident Bola Ahmed Adekunle Tinubu</li>
</ul>
<p>Bevölkerung</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>232,7 Millionen</li>
</ul>
<p>BIP pro Kopf</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>1.250 USD</li>
</ul>
<p>Einkommensgruppe</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Niedrigeres mittleres Einkommen</li>
</ul>
<p>Hauptexportgüter</p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Brennstoffe (57,6 % der Leistungsbilanzeinnahmen im Jahr 2024), private Transfers (25,9 %), Nahrungsmittel (3,9 %)</li>
</ul>
<p><b>Präsident Tinubu setzt seine Agenda umfassender Reformen fort</b></p>
<p>Über viele Jahre führte Nigerias kostspieliger paralleler Devisenmarkt zu erheblichen Ineffizienzen und wahrgenommener Korruption, und untergrub strukturell das Vertrauen der Investoren. Zusammen mit anhaltend hoher Kapitalflucht, schwachen Investitionszuflüssen und Schocks auf dem Ölmarkt setzte dies die Liquidität dauerhaft unter Druck.</p>
<p>Gleichzeitig wuchsen die Sorgen um die Tragefähigkeit der öffentlichen Finanzen angesichts kostspieliger Kraftstoffsubventionen und äußerst begrenzter Steuereinnahmen. Nach seinem Amtsantritt im Mai 2023 startete Präsident Tinubu ein ehrgeiziges Reformprogramm zur Belebung der Wirtschaft und zur Anziehung von Investitionen. Die Vereinheitlichung der Wechselkurse und die Abschaffung der Kraftstoffsubventionen trafen große Teile der Bevölkerung hart. Die Liberalisierung des Naira führte zu einer drastischen Abwertung um rund 70 % gegenüber dem US-Dollar, wodurch sich das BIP Nigerias in US-Dollar gerechnet von 476 Mrd. USD im Jahr 2022 auf 188 Mrd. USD im Jahr 2024 mehr als halbierte, ebenso das Pro-Kopf-BIP.</p>
<p>Seit mehr als zwei Jahrzehnten steigt die Armutsquote in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, getrieben von jahrelang zweistelliger Inflation. Nach der Liberalisierung des Naira stieg die Inflation 2023 sprunghaft auf 29 % (im Vergleich zum Vorjahr) und erreichte im November 2024 einen Höchststand von 34 %. Zusammen mit dem Wegfall der Kraftstoffsubventionen löste dies eine Krise der Lebenshaltungskosten und erhebliche soziale Spannungen aus. Nach der Anpassung der statistischen Berechnungsgrundlage sank die Inflation im Dezember 2024 deutlich und begann einen Abwärtstrend, der durch den Rückzug der Zentralbank von Nigeria (CBN) aus der Defizitfinanzierung gestützt wurde.</p>
<p>2025 fiel die Inflationsrate erstmals seit fast drei Jahren unter 20 %. Der IWF erwartet jedoch keinen Rückgang auf unter 10 % vor 2029. Im September 2025 senkte die CBN erstmals seit Jahren den Leitzins. Das Wirtschaftswachstum lag 2024 erneut über 4 %, für 2025 werden 3,9 % prognostiziert. Trotz der weiterhin starken Ölabhängigkeit wächst der Anteil der Nicht-Öl-Sektoren, insbesondere Fintech und Landwirtschaft, deutlich.</p>
<p><b>Wende bei den Finanzdefiziten?</b></p>
<p>Die Regierung Tinubu hält trotz Widerstand und Unzufriedenheit an ihrem Reformkurs fest, was seit 2025 zu Verbesserungen bei makroökonomischen und fiskalischen Kennzahlen führt. <br />
Ein auffälliger Mangel in den öffentlichen Finanzen sind die geringen öffentlichen Einnahmen, die durch Korruption, Unterschlagung, sowie Diebstahl und illegale Bunkerung von Öl erheblich geschmälert werden. Diese strukturellen Probleme verursachen neben Einnahmeausfällen zudem ökologische Schäden und verschärfen die Unsicherheit in den Ölförderregionen. Das Verhältnis der öffentlichen Einnahmen zum BIP erreichte jahrelang kaum 6 %, und war damit eines der niedrigsten weltweit, und deutlich unter dem Durchschnitt von 18 % für Länder südlich der Sahara. Die jüngsten Steuerreformen dürften dazu beitragen, dieses Verhältnis 2025 auf etwa 10 % des BIP anzuheben, was für einen großen Ölexporteur immer noch ein sehr niedriges Niveau ist, aber dennoch einen entscheidenden Fortschritt darstellt.</p>
<p>Die Zinsbelastung des nigerianischen Staats ist hoch, mit einer Staatsverschuldung von 39 % des BIP im Jahr 2024 (2022: 30 %). Der Kreditplan von Präsident Tinubu erhöhte den Anteil der Auslandsverschuldung von einem Drittel der gesamten Staatsverschuldung im Jahr 2022 auf fast zwei Drittel im Jahr 2024, wodurch Nigeria Wechselkursschwankungen und volatilen Ölpreisen ausgesetzt ist. Ein weiteres bemerkenswertes finanzielles Risiko ist der historische Anstieg der Schulden staatlicher Unternehmen (SOEs), wobei genaue Zahlen fehlen. Eine umfassende Privatisierungsinitiative wurde angekündigt, um Eventualverbindlichkeiten zu reduzieren und die Effizienz der Unternehmen über alle Sektoren zu verbessern. </p>
<p><b>Devisenreserven erholen sich</b></p>
<p>Zwischen 2022 und 2024 hatte Nigeria mit einem anhaltenden Rückgang der Devisenreserven zu kämpfen, der auf Kapitalflucht, eine hohe Schuldendienstlast und sinkende Ölproduktion zurückzuführen war. Die Interventionen der CBN zur Stabilisierung des Naira setzten die Liquidität zusätzlich unter Druck. Nach der Umstellung auf einen kontrollierten Floating-Wechselkurs Mitte 2023 hielt der Druck angesichts der Unsicherheit zwar an, seit Anfang 2024 sind die Devisenreserven jedoch gestiegen, da die CBN ihre Interventionen reduziert hat. Zusätzlich unterstützt wird die Liquidität durch hohe Auslandskredite, einen vorübergehenden Anstieg der Öl- und Gasproduktion bei zugleich geringeren Kraftstoffimporten (Dangote-Raffinerie) sowie durch andere Importsubstitutionsmaßnahmen. Infolgedessen haben die Reserven laut CBN wieder mehr als 43 Milliarden US-Dollar erreicht, was einer Importdeckung von mehr als 6 Monaten entspricht.</p>
<p><b>Erhebliche Risiken halten den afrikanischen Riesen zurück</b></p>
<p>Trotz des enormen Potenzials der zweitgrößten Volkswirtschaft und des bevölkerungsreichsten Landes in Subsahara-Afrika bleibt Nigeria aufgrund struktureller Defizite in der Risikokategorie „hohes Risiko“. Die Sicherheitsrisiken sind erheblich: Dschihadistische Aktivitäten und Bandenkriminalität im Nordosten, interkommunale Gewalt zwischen (überwiegend christlichen) Viehzüchtern und (überwiegend muslimischen) Hirten um Landbesitz in den zentralen Regionen, sowie eine Rebellion geringer Intensität im ölproduzierenden Nigerdelta. <br />
Zudem hat US-Präsident Donald Trump zuletzt Vorwürfe gegen die nigerianische Regierung erhoben, wegen des von ihm so genannten „Massakers an Christen durch Muslime” – was als eine gravierende und inkorrekte Vereinfachung der komplexen Konfliktsituation in Nigeria gilt. Seine Drohung einer militärischen Intervention der USA sorgte für ebenso viel Überraschung wie Besorgnis, und erhöht das Risiko eines externen Konflikts.</p>
<p>Sozioökonomisch belasten die hohen Lebenshaltungskosten das Land und erhöhen das Risiko für Proteste und Streiks. Darüber hinaus führt die Konzentration von Wohlstand und Fortschritt im Ballungsraum Lagos zu einer Entfremdung großer Teile des Landes, was die politische Instabilität weiter verschärfen könnte. Aufgrund dieser Faktoren stuft Credendo das Risiko politischer Gewalt in Nigeria in die hohe Kategorie 6/7 ein, was sich in der Bewertung des Gesamtrisikos niederschlägt.</p>
<p>Weitere große Risiken sind die Anfälligkeit Nigerias gegenüber der Volatilität des Ölsektors. Ein starker und anhaltender Rückgang der Ölpreise würde die Finanzlage Nigerias unmittelbar belasten, und der Rückgang der Öl- und Gasproduktion stellt ein erhebliches langfristiges Risiko dar. Darüber hinaus könnte die hohe Schuldenlast die jüngsten Fortschritte in Bezug auf die Liquidität gefährden, und ein plötzlicher Anstieg der globalen Zinssätze könnte den Druck durch den Auslandsschuldendienst erhöhen. Nigeria bleibt daher ein Markt mit erheblichen Risiken, besitzt jedoch zugleich ein enormes Potenzial. Die jüngsten Entwicklungen weisen auf ermutigende Fortschritte hin, ausgehend von der aktuellen Bewertung des mittel- und langfristigen politischen Risikos in Kategorie 6/7.</p>
<p><b>Analystin</b><b>:</b> Louise Van Cauwenbergh – <a href="mailto:l.vancauwenbergh@credendo.com" class="bbcode_email">l.vancauwenbergh@credendo.com</a></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Vorherrschaft des Dollar: stark oder schwindend?</title>
		<link>https://www.presse-control.de/2026/05/26/die-vorherrschaft-des-dollar-stark-oder-schwindend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Credendo Short-Term Non-EU Risks]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 May 2026 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Finanzen / Bilanzen]]></category>
		<category><![CDATA[ampp]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>  Auf einen Blick Der US-Dollar bleibt sowohl in der Handelsfinanzierung als auch in den weltweiten internationalen Reserven die unangefochtene Leitwährung. Zu den Herausforderungen für den US-Dollar zählen die Verschlechterung der öffentlichen Finanzen und die Politik der Trump-Regierung. Trotz starker <a href="https://www.presse-control.de/2026/05/26/die-vorherrschaft-des-dollar-stark-oder-schwindend/" class="more-link" data-wpel-link="internal">Weiterlesen</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.presse-control.de/2026/05/26/die-vorherrschaft-des-dollar-stark-oder-schwindend/" data-wpel-link="internal">Die Vorherrschaft des Dollar: stark oder schwindend?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.presse-control.de" data-wpel-link="internal">Presse Control</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"> </p>
<p><b>Auf einen Blick</b></p>
<ul class="bbcode_list">
<li>Der US-Dollar bleibt sowohl in der Handelsfinanzierung als auch in den weltweiten internationalen Reserven die unangefochtene Leitwährung.</li>
<li>Zu den Herausforderungen für den US-Dollar zählen die Verschlechterung der öffentlichen Finanzen und die Politik der Trump-Regierung.</li>
<li>Trotz starker Institutionen benötigt die Eurozone mehr Einheit und geopolitische Stärke, um den Euro zu einer dominierenden Währung zu machen.</li>
<li>Der chinesische Renminbi hat eine rasante Internationalisierung erlebt und wird seine globale Rolle weiter ausbauen, bleibt jedoch weiterhin unter der strengen Aufsicht der chinesischen Behörden.</li>
</ul>
<p>Jüngste Entwicklungen – darunter der starke Anstieg der US-Zölle, das Mar-a-Lago-Abkommen, die rasche Einführung von Stablecoins und Chinas Bemühungen um die Internationalisierung des Renminbi – haben die Debatte neu entfacht, welche Währung oder Währungen sich als nächste vorherrschende globale Reservewährung durchsetzen könnten. Dieser Artikel soll einen Einblick in die aktuelle Situation und mögliche Zukunftsaussichten geben.</p>
<p><b>Der US-Dollar bleibt als vorherrschende Währung&#8230; zumindest vorerst</b></p>
<p>SWIFT-Daten zufolge wird der US-Dollar in über 80 % aller Handelsfinanzierungen verwendet. An zweiter Stelle steht der chinesische Renminbi, dessen Anteil in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist: von 2,5 % im Dezember 2017 auf 7,3 % im September dieses Jahres. Der Euro konnte ebenfalls seine starke Präsenz beibehalten. Die Zusammensetzung der internationalen Brutto-Reserven weist einen ähnlichen Trend auf; obwohl die Bedeutung des chinesischen Renminbi weiter zunimmt, bleibt sein Gesamtanteil gering. Der US-Dollar behält seine vorherrschende Position bei, obwohl der Anteil der in US-Dollar gehaltenen Reserven Stand Juni 2025 auf 56 % zurückgegangen ist.</p>
<p><b>Vor- und Nachteile des Status als Leitwährung</b></p>
<p>Der US-Dollar dient in seiner Rolle als weltweit dominierende Währung als Tauschmittel (auch für grenzüberschreitende Zahlungen und Kredite), Rechnungseinheit und Wertspeicher für internationale Transaktionen. Dieser Status verschafft den USA erhebliche Vorteile, wie beispielsweise höhere Seigniorage-Einnahmen, Zugang zu günstigeren externen Finanzierungen, erheblicher Einfluss ihrer Geldpolitik auf die globalen Finanzbedingungen und wirtschaftliche Stabilität durch geringeres Wechselkursrisiko. Der Status des US-Dollars verschafft auch politisches Durchsetzungsvermögen, insbesondere bei der Verhängung von Sanktionen und der Bereitstellung von finanzieller Soforthilfe (siehe beispielsweise die jüngste Devisenswap-Vereinbarung mit Argentinien). Trotz dieser Vorteile gibt es jedoch auch gewisse Herausforderungen, darunter das Risiko von Vermögensblasen aufgrund des Status der Währung als sicherer Hafen, ein potenzieller Verlust an Wettbewerbsfähigkeit aufgrund der Währungsaufwertung und die Verantwortung, in Zeiten finanzieller Belastungen globale Liquidität bereitzustellen (wie die von der US-Notenbank während der globalen Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 und der Covid-19-Pandemie Anfang 2020 gewährten Swap-Linien zeigen).</p>
<p><b>Die Dominanz des US-Dollars: Gründe, Stärken und aufkommende Gefahren</b></p>
<p>Der US-Dollar kann seine Position als weltweit führende Reservewährung seit Jahrzehnten behaupten. Dies beruht auf mehreren fundamentalen Faktoren. Zum einen verfügen die USA über die größte Volkswirtschaft der Welt, sowie die größten, am weitesten entwickelten und liquidesten Finanzmärkte, und sind der zweitgrößte Exportmarkt. Zum anderen verleiht ihre beträchtliche Militärmacht den USA weiterhin enormen geopolitischen Einfluss. Das Land verfügt darüber hinaus über robuste, transparente und zuverlässige institutionelle Rahmenbedingungen. Das Rechtssystem der USA, die unabhängige Zentralbank und der Regulierungsrahmen des Landes haben in der Vergangenheit Vertrauen und Stabilität geschaffen. Darüber hinaus schafft die etablierte Dominanz des US-Dollars ein sich selbst verstärkendes Netzwerk.</p>
<p>Dennoch sind für die Vorherrschaft des US-Dollars verschiedene Herausforderungen entstanden. Einige Länder haben begonnen, nach Alternativen zu suchen, da der Dollar als Instrument zur Durchsetzung weitreichender Sanktionen eingesetzt wird. So begann Russland beispielsweise nach den Sanktionen der USA und Europas im Jahr 2022 – darunter die Entfernung bestimmter Banken aus dem SWIFT-System – mit der Suche nach anderen Zahlungssystemen. Es bestehen außerdem Bedenken hinsichtlich der Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen der USA, insbesondere nach den erheblichen Steuersenkungen im Rahmen des im Juli 2025 verabschiedeten „One Big Beautiful Bill”-Gesetzes. Diese Steuersenkungen werden wahrscheinlich nicht durch erhöhte Einfuhrzölle ausgeglichen werden können und könnten zusätzlichen Druck auf die fiskalische Tragfähigkeit ausüben, wie aus der Grafik hervorgeht. Diese zeigt, dass das Haushaltsdefizit der USA voraussichtlich hoch bleiben und die Staatsverschuldung bis 2030 auf über 140 % des BIP ansteigen wird. </p>
<p>Darüber hinaus haben Veränderungen in der Innen-, Handels- und Außenpolitik unter der zweiten Trump-Regierung zu Zweifeln an der Qualität der US-Institutionen und der Unabhängigkeit der US-Notenbank geführt (Jerome Powells Amtszeit als US-Notenbankchef endet im Mai 2026) und gleichzeitig die geoökonomische Fragmentierung verstärkt. Infolgedessen hat das Vertrauen in die USA als verlässlicher Sicherheits- und Handelspartner abgenommen. All diese Entwicklungen könnten langfristig zur Schwächung des Status des US-Dollars als Weltwährung beitragen.</p>
<p>Um die globale Stellung des US-Dollars zu stärken, die Nachfrage nach US-Staatsanleihen anzukurbeln und die Vereinigten Staaten als „Krypto-Hauptstadt der Welt“ zu etablieren, fördern die US-Behörden aktiv die Einführung von an den US-Dollar gekoppelten Stablecoins (s. die Verabschiedung des GENIUS Act im Juli 2025). Darüber hinaus verbieten Gesetze wie der „Anti-CBDC Surveillance State Act” (Juli 2025) der US-Notenbank die Ausgabe einer digitalen Zentralbankwährung. Zusammengenommen spiegeln diese Maßnahmen eine strategische Entscheidung der Trump-Regierung wider, die Ausgabe digitaler Währungen zu privatisieren und damit einen Teil der Seigniorage-Einnahmen dem Privatsektor zuzuweisen.</p>
<p>Die weltweit zunehmende Verbreitung von an den US-Dollar gekoppelten Stablecoins, insbesondere im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr, hat erhebliche Auswirkungen auf die USA. Die Herausgeber dieser Stablecoins sind zu bedeutenden Käufern von US-Staatsanleihen geworden, was der US-Regierung einen zusätzlichen Finanzierungskanal bieten und gleichzeitig die internationale Attraktivität des Dollars stärken könnte.</p>
<p><b>Risiken im Zusammenhang mit der schnellen Einführung von Stablecoins</b></p>
<p>Dennoch bringen diese Entwicklungen gewisse Risiken für die Weltwirtschaft mit sich. Der Stablecoins-Sektor ist sehr stark konzentriert, wobei USDT (herausgegeben von Tether, das kürzlich von S&amp;P aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Reserven und Risikomanagementpraktiken herabgestuft wurde) und USDC (herausgegeben von Circle) die wichtigsten Akteure sind. Obwohl sie US-amerikanischen Regulierungen unterliegen, bleiben Stablecoins weiterhin anfällig für Liquiditätsrisiken – wie  beispielsweise groß angelegte gleichzeitige Auszahlungsanträge, die einen Notverkauf von Reservevermögen (einschließlich kurzfristiger US-Schatzwechsel) erzwingen könnten – sowie für technologische Schwachstellen wie Cyberangriffe. Die weit verbreitete Einführung von Stablecoins in verschiedenen Staaten könnte die Wirksamkeit der nationalen Geldpolitik, Devisenvorschriften und Kapitalkontrollen in Frage stellen. Als Reaktion auf diese Bedenken hat die Europäische Union die Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) eingeführt, die nur den Handel mit zugelassenen Kryptowerten auf regulierten EU-Plattformen erlaubt. Da Tether keine MiCA-Zulassung beantragt hat, ist es auf regulierten Plattformen innerhalb der EU nicht mehr verfügbar.</p>
<p><b>Könnte der Euro den US-Dollar als führende Währung ablösen?</b></p>
<p>Gemessen an der Zusammensetzung der Reserven, ist der Euro derzeit die zweitgrößte Währung der Welt. Die Eurozone verfügt über einen robusten institutionellen Rahmen, ist der größte Exportmarkt weltweit und besitzt beträchtliche, wenn auch fragmentierte, Volkswirtschaften und Finanzmärkte. Dennoch wird die breite Übernahme des Euro als dominante Weltwährung dadurch behindert, dass es sich um eine Union souveräner Staaten mit begrenzter fiskalischer Integration und ohne einheitliche und starke Streitkräfte handelt. Positiv zu vermerken ist, dass die Europäische Zentralbank (EZB) plant, bis Mitte 2026 einen digitalen Euro einzuführen, der die Verwendung des Euro weiter stärken dürfte.</p>
<p><b>Könnte der Renminbi zur Leitwährung werden?</b></p>
<p>Obwohl China die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt aufweist sowie über bedeutende Auslandsvermögen (die zum Ausgleich seiner hohen Staatsverschuldung beitragen), eine beträchtliche und wachsende Militärmacht und einen erheblichen und zunehmenden geopolitischen Einfluss verfügt, ist die weltweite Verwendung des Renminbi nach wie vor begrenzt.</p>
<p>In den letzten Jahren hat China versucht, die Verwendung der Währung durch eine teilweise Liberalisierung des Kapitalverkehrs, Devisenswap-Vereinbarungen der Zentralbank, die Einrichtung eines grenzüberschreitenden Interbankenzahlungssystems (Cross-Border Interbank Payment System, CIPS) und die Einführung einer digitalen Währung auszuweiten.</p>
<p>Immer mehr Länder, die sich mit finanziellen und wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sehen, wenden sich an die Swap-Linien der chinesischen Zentralbank, um Liquiditätshilfe zu erhalten. Diese Vereinbarungen, die in der Regel höhere Zinssätze als IWF-Kredite haben und nicht mit politischen Auflagen einhergehen, werden gegenüber der traditionellen IWF-Hilfe bevorzugt. Es ist zu erwarten, dass sich die Ausweitung dieses Trends aufgrund wachsender geopolitischer Spannungen und Verschiebungen hin zu einer neuen Weltordnung noch beschleunigen wird. Die Entwicklung, dass China für viele Entwicklungsländer eine Schlüsselrolle als internationaler Kreditgeber der letzten Instanz spielt, schreitet voran und dürfte sich auf die Struktur des internationalen Finanz- und Währungssystems auswirken. Wie in einem <a href="https://www.nber.org/system/files/working_papers/w31105/w31105.pdf" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">NBER-Papier</a> über die Rolle Chinas als internationaler Kreditgeber der letzten Instanz hervorgehoben wird, könnte diese Entwicklung zu einem System führen, das multipolarer, weniger institutionalisiert und weniger transparent ist, wodurch die Risiken der Schuldentragfähigkeit schwieriger zu erkennen und zu bewältigen sind.</p>
<p>Die Instrumentalisierung des US-Dollars durch die USA zur Verhängung von Sanktionen hat zu Chinas Initiative beigetragen, eine Alternative zu SWIFT (dem vorherrschenden globalen Nachrichtensystem) zu schaffen. Im Jahr 2015 führte China das Cross-Border Interbank Payment System ein, das die Kernfunktionalität von SWIFT noch nicht vollständig ersetzen kann, da „indirekte” Teilnehmer weiterhin auf SWIFT angewiesen sind, um Zahlungsnachrichten im Zusammenhang mit CIPS-Transaktionen zu übermitteln. Direkte Teilnehmer (hauptsächlich chinesische Banken) können Nachrichten über Chinas eigene Plattform versenden.</p>
<p>Trotz dieser Bemühungen um eine Internationalisierung des Renminbi bleiben Kapitalkontrollen ein großes Hindernis für seine breitere Verwendung. Dennoch wird die Währung immer häufiger im bilateralen Handel mit China eingesetzt und findet zunehmend Verwendung bei grenzüberschreitenden Krediten, wie die jüngste Entscheidung Kenias zeigt, drei auf US-Dollar lautende Kredite in chinesische Renminbi umzuwandeln. Es wird erwartet, dass der Renminbi in Zukunft international eine noch größere Rolle spielt, auch wenn er weiterhin unter strenger Aufsicht der chinesischen Behörden stehen wird. Diese Entwicklung steht im Einklang mit Chinas langfristiger Strategie, die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern und seine Wirtschaft vor möglichen Sanktionen der USA zu schützen.</p>
<p><b>Analystin:</b> Pascaline della Faille &#8211; <a href="mailto:P.dellaFaille@credendo.com" class="bbcode_email">P.dellaFaille@credendo.com</a></div>
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