Anlässlich dieses internationalen Aktionstags sprach das SKZ mit Christian Winkler, Gruppenleiter Rohrsysteme, über zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Produktzertifizierung, Produktüberwachung und Prüfung von Rohrleitungssystemen sowie über die Rolle unabhängiger Prüf- und Zertifizierungsstellen für Qualität, Sicherheit und Vertrauen.
SKZ: Christian, du bist seit 20 Jahren am SKZ tätig. Welche Bedeutung hat der World Plumbing Day für dich?
Christian Winkler: Der World Plumbing Day erinnert sehr eindrücklich daran, dass sauberes Trinkwasser keine Selbstverständlichkeit ist. Rohrleitungen, Formteile und Armaturen bilden das Rückgrat der Wasserversorgung – sie müssen mechanisch zuverlässig, langlebig und vor allem hygienisch unbedenklich sein. Wir am SKZ prüfen diese Produkte umfassend nach nationalen und internationalen Normen und begleiten Hersteller dabei, die hohen Anforderungen an Sicherheit und Qualität dauerhaft zu erfüllen.
SKZ: Neben der klassischen Produktprüfung spielt die Produktzertifizierung eine immer größere Rolle. Wie ist deine Gruppe hier aufgestellt?
Winkler: Die Produktzertifizierung ist ein zentraler Baustein, um Vertrauen in Rohrleitungssysteme und Armaturen zu schaffen. Das SKZ selbst zertifiziert hier bereits seit mehr als 20 Jahren; unter anderem sind wir auch als Zertifizierungsstelle nach UBA akkreditiert und streben eine Notifizierung nach DWD an. Darüber hinaus arbeiten wir weltweit mit einer Vielzahl an anerkannten Zertifizierungsstellen zusammen, z.B. mit der „Water Supplies Department Hong Kong.“ Diese enge internationale Vernetzung ermöglicht es uns, Hersteller bei der Erlangung unterschiedlichster nationaler und internationaler Zertifikate zu unterstützen – sei es für Trinkwasseranwendungen oder technische Einsatzbereiche. So stellen wir sicher, dass Produkte nicht nur geprüft, sondern auch offiziell zertifiziert und marktfähig sind.
SKZ: Zertifizierung endet aber nicht mit dem Prüfbericht, richtig?
Winkler: Ganz genau. Ein entscheidender Punkt ist die regelmäßige Produktüberwachung. Zertifizierte Produkte unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung, bei der unter anderem Produktionsprozesse, Materialkonstanz und Produkteigenschaften kontrolliert werden. Diese kontinuierliche Überwachung stellt sicher, dass die geprüfte Qualität auch langfristig eingehalten wird – ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit der Wasserversorgung und zum Verbraucherschutz.
SKZ: Welche Rolle spielen dabei Produkte mit Trinkwasserkontakt?
Winkler: Produkte im Trinkwasserkontakt stehen unter besonderer Beobachtung. Hier geht es nicht nur um mechanische Eigenschaften, sondern vor allem um hygienische Unbedenklichkeit. Das SKZ begleitet Hersteller bei der Prüfung und Zertifizierung von Materialien und Bauteilen, die mit Trinkwasser in Berührung kommen – von Rohrsystemen über Dichtungen bis hin zu Armaturen. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität entlang der gesamten Lieferkette.
SKZ: Wenn du auf deine 20 Jahre am SKZ zurückblickst – was hat sich am stärksten verändert?
Winkler: Die Anforderungen sind deutlich komplexer geworden. Internationale Märkte, strengere Regularien und steigende Erwartungen an Nachhaltigkeit und Hygiene prägen unsere Arbeit. Gleichzeitig hat sich die Bedeutung unabhängiger Prüfungen, Zertifizierungen und einer verlässlichen Produktüberwachung massiv erhöht. Genau hier liegt die Stärke des SKZ: Wir verbinden technische Expertise, moderne Prüfinfrastruktur und ein starkes internationales Zertifizierungsnetzwerk.
SKZ: Wie ist deine Botschaft zum World Plumbing Day?
Winkler: Rohrleitungen und ihre Komponenten sind unsichtbare, aber lebenswichtige Systeme. Ihre Sicherheit entsteht nicht zufällig, sondern durch konsequente Prüfung, anerkannte Zertifizierung und kontinuierliche Überwachung. Der World Plumbing Day ist der richtige Anlass, um diese Bedeutung stärker ins Bewusstsein zu rücken – für Industrie, Politik und Gesellschaft gleichermaßen.
Das Interview führte Alexander Ebenbeck, SKZ
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