Die Zukunft im Blick: Ein neues IT-System soll ab Herbst 2020 die Planung und Disposition der Zug- und Wagenbewegungen der Bremischen Hafeneisenbahn optimieren. An dem Projekt sind die bremenports GmbH & Co. KG, der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, die DB Netz AG sowie die dbh Logistics IT AG beteiligt.

Mit ihren Bahnhöfen in Bremerhaven, Bremen Grolland und Bremen Inlandshafen bildet die Bremische Hafeneisenbahn mit einer Schieneninfrastruktur von insgesamt 186 Kilometern eine leistungsfähige Schnittstelle zwischen dem Hinterland und den wasserseitigen Umschlagterminals. Die Industriestammgleise Güterverkehrszentrum und Hemelingen verbinden darüber hinaus das Güterverkehrszentrum GVZ Bremen und den Gewerbepark Hansalinie Bremen mit dem überregionalen Schienennetz.

„Angesichts der stetigen Steigerung des Zugverkehrs ist eine neue, leistungsfähigere IT-Struktur für die Betriebsführung der Hafeneisenbahn dringend erforderlich“, erklärt Robert Howe, Geschäftsführer der bremenports GmbH & Co. KG, die Situation. Für die Entwicklung des neuen IT-Systems sowie die anschließende Systempflege hat die bremenports GmbH & Co. KG die dbh Logistics IT AG beauftragt. Das Projekt inklusive der anschließenden Systempflege wird aus dem Sondervermögen Hafen finanziert. „Unser Unternehmen beschäftigt sich seit mehr als 45 Jahren mit der Digitalisierung im Hafen und wir freuen uns, dass wir bei diesem besonderen Projekt unsere Erfahrung und Expertise einbringen können.", so Marco Molitor, Vorstand der dbh Logistics IT AG. Projektleiter Timo Köhler ergänzt: „Der großen Herausforderung Bremische Hafeneisenbahn stellen wir uns gemeinsam mit allen anderen Projektbeteiligten sehr gerne.“

Modulares System erleichtert die Nutzung

Für das neue IT-System ist eine modulare Struktur vorgesehen, die aus den Funktionsbereichen Betriebsplanung, Disposition, Abrechnung, Auswertung und einem Kundenportal bestehen wird. Die einzelnen Module werden eine gemeinsame leistungsfähige Datenplattform nutzen. Prozesse sollen so effizienter, stabiler und letztlich kundenfreundlicher gestaltet werden. Qualitative Ziele stehen hier an erster Stelle.

Eine bedeutende Neuerung ist die stärkere Vernetzung innerhalb der Logistikkette im Schienenhinterlandverkehr. Hierzu dienen einerseits Schnittstellen zu den Systemen der DB Netz AG, mit denen vor allem Fahrpläne und Zugmeldungen bspw. über Verspätungen abgefragt werden. Andererseits ein Kundenportal, welches die Eisenbahnverkehrsunternehmen, Rangierdienstleister sowie die Terminalbetreiber in den Informationsfluss der Betriebsführung der Hafeneisenbahn einbezieht. Kunden können Bestellungen erfassen und verfolgen, Zugvormeldungen abgeben, den Status ihrer Züge einsehen und Entgeltabrechnungen prüfen. Terminals erhalten die Möglichkeit, geplante Ladezeiten mit der Hafeneisenbahn abzustimmen, den Status der für sie geplanten Züge einzusehen und den Stand der Be- und Entladung zu melden. Rangierdienstleister werden beispielsweise Daten über vorgesehene Rangierbewegungen und die Bedienung der Terminals mit der Hafeneisenbahn austauschen können.

Das System richtet sich zukunftssicher auf den europäischen Standard TAF TSI aus, mit dem die EU den Datenaustausch von Telematikanwendungen im Schienengüterverkehr vereinheitlicht.

 

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