Nach Lackierungen entstehen durch Einschlüsse sichtbare Defekte in der Oberfläche. Diese treten sowohl bei der Klar- und Decklackierung als auch bei der Kathodischen Tauchlackierung (KTL) auf. Je eher diese Fehler entfernt werden, umso geringer ist der letztendliche Defekt, da die darauffolgenden Beschichtungen den Einschluss immer weiter aufbauen. Gerade bei spiegelnden Oberflächen wird eine fehlerfreie Produktion vom Kunden vorausgesetzt. In einem energie- und arbeitsintensiven Prozess werden die Defekte manuell entfernt. Dafür ist besonderes handwerkliches Geschick des Personals notwendig. Je nach Tagesform und Mitarbeiter kann das Ergebnis unterschiedlich sein. Ergonomie und Zeitvorgaben sind hohe Belastungen und führen zu Übermüdung und Fehlerschlupf. Der Prozess ist einer der wenigen in der Beschichtung von Fahrzeugkarosserien, der noch nicht automatisiert ist.

Zieldefinition und Umsetzung


„Das hohe Potential für eine Automatisierungslösung hat sich innerhalb eines Zeitraums von 2-3 Jahren entwickelt“, erinnert sich Alexander Schmunk, Vertriebsleiter bei der ASIS GmbH. Im Jahr 2014 integrierte das auf Oberflächentechnik spezialisierte Unternehmen zusammen mit einer Partnerfirma bei einem deutschen OEM eine Lösung, die Fehlstellen auf Klarlackoberflächen erkennt, markiert und Statistiken über die unterschiedlichen Fehlermerkmale erzeugt. „Zur selben Zeit lieferten wir die ersten Anlagen für den automatisierten Füllerschliff bei VW in Hannover und konnten unser Know-How für die automatisierte Bearbeitung von Oberflächen mit den notwendigen Prozessen – wie Schleifpapierwechsel – unter Beweis stellen“, so Schmunk weiter. Diese beiden Kernkompetenzen legten den Grundstein für das automatische Finish. Nach dem Entwicklungsstadium mit den damals am Markt verfügbaren Schleif- und Poliermaschinen für manuelle Bearbeitung, steht heute ein ausgereiftes System mit robotertauglichen Schleif- & Polierapplikatoren und automatischer Medienversorgung zur Verfügung.

„Die ASIS GmbH beschäftigt sich schon seit fast 4 Jahren mit dieser zukunftsweisenden Technologie“, resümiert Schmunk, „die positiven Rückmeldungen unserer Kunden bestätigen die Aussage, dass der Prozess definitiv automatisierbar und langfristig eine enorme Entlastung bringt.“

Vollautomatisierter Prozess

ASIS bietet mit dem automatischen Finish eine präzise und wiederholgenaue Lösung für die Inspektion und Beseitigung der Defekte sowohl auf KTL- als auch auf Klarlackoberflächen. Das automatische Finish wird in drei wesentliche Prozesse aufgeteilt: Fehlererkennung, Schleifen, Polieren. Die Fehlererkennung beinhaltet das Erkennen der Position und die Klassifizierung anhand der Schwere des Defekts. Je nach Gegebenheiten kann die Fehlererkennung sowohl automatisch als auch manuell integriert werden. Ein automatisches System ist beispielsweise das Deflektometrieverfahren. Ein mit mehreren Kameras ausgestatteter Bildschirm projiziert ein bewegtes Streifenmuster auf die Karosserie. Die spiegelnde Oberfläche des Klarlacks erzeugt eine Reflektion, welche von den Kameras aufgenommen wird. Anhand der Abweichung durch den Defekt wird die Position und Schwere berechnet. Anschließend wird ein bedarfsgerechtes Programm zur Bearbeitung zugeordnet und die Bahn geplant.

Das Schleifen erfolgt mit speziell auf industrielle Dauerbelastung ausgelegten Geräten. Die Schleifscheiben werden an der Disc-X-Change Station aus vier verschiedenen Magazinen automatisch gewechselt, diese können bei Bedarf erweitert werden.

Das Polieren stellt das finale Oberflächenfinish her und geschieht ebenfalls mit speziellen Poliermaschinen. Das Poliermittel wird mit der PolishSup Station präzise dosiert und über eine Spritzpistole direkt auf die zu polierende Stelle aufgesprüht. Die Pistole sitzt schon am Roboter, somit entfällt das Aufnehmen von Poliermittel an einer Station und der Prozess wird stark beschleunigt. Gebrauchte Polierschwämme werden vollautomatisch an der Pad-X-Change Station ausgetauscht. Ein YouTube Video, das unter dem Suchbegriff „ASIS automatic Finish“ abrufbar ist, veranschaulicht den Ablauf.

Testzelle für Werkstücke

Das System ist bereits bei einem OEM erfolgreich im Einsatz. Auf einer voll eingerichteten automatischen Finishzelle im ASIS Entwicklungszentrum in Landshut können sich Interessierte live überzeugen und die automatisierte Bearbeitung an eigenen Werkstücken testen. Die Zielbranchen sind der Automobilsektor und deren Zulieferer, weitere Einsätze in der Möbelindustrie, bei Elektrogeräten oder im Maschinenbau sind umsetzbar.

Mehr Informationen zum automatischen Finish finden Sie unter:

https://www.asis-gmbh.de/oberflaechenbearbeitung/automatisches-finish/

Über die ASIS GmbH

Die ASIS GmbH ist Systemanbieter für automatisierte Anlagen in der Oberflächentechnik. Das international aufgestellte Unternehmen exportiert von vier Standorten in Deutschland und einem Tochterunternehmen bei Shanghai in über 30 Länder weltweit. Zum Leistungsspektrum zählen Turnkey-Komplettanlagen zur Nasslack- oder Emailbeschichtung, Nasslack-Applikationstechnik, Anlagen zur Qualitätssicherung, Sicherheits- und Steuerungstechnik sowie Anlagen zur Elektronenbehandlung. Ein eigener Standort für digitale Simulation erarbeitet Materialflusssimulationen, offline Roboterprogrammierungen und Machbarkeitsstudien. Der Werksservice bedient alle Belange von Inbetriebnahme über Ersatzteilversorgung bis hin zum Training des Anlagenpersonals. Weitere Informationen unter www.asis-gmbh.de.

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ASIS GmbH
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Ansprechpartner:
Alexander Schmunk
Leitung Vertrieb
Telefon: 00498712767634
E-Mail: a.schmunk@asis-gmbh.de
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