Die Strompreise steigen und zugleich erhöht sich der Verbrauch in vielen Haushalten. Da gilt es, zunächst die eigenen Stromfresser und Einsparmöglichkeiten aufzuspüren. Doch das allein senkt die monatlichen Kosten nur mäßig. In seiner aktuellen Ausgabe 15/22 zeigt Europas größtes IT- und Tech-Magazin c’t, wie Eigenheimbesitzer und Mieter sinnvoll eigenen Strom produzieren und erhebliche Kosten sparen.

Solartechnik entwickelt sich immer mehr zum festen Bestandteil von Einfamilienhäusern. Eine Photovoltaikanlage lohnt sich besonders bei großen Dächern mit Südausrichtung. Hier liefert sie im Schnitt einen jährlichen Stromertrag von 1.000 kWh/kW. Aber auch bei Dächern in Ost- und Westrichtung rentiert sie sich für die eigene Energieversorgung.

Wer eine Anlage in Erwägung zieht, sollte sich von mindestens zwei Fachbetrieben Angebote einholen. „Am besten nutzt man herstellerneutrale Beratungsangebote von lokalen Solarvereinen oder Verbraucherzentralen“, rät c’t-Experte Georg Schnurer. Die kennen auch regionale Förderprogramme. Zudem sollten Eigenheimbesitzer ausreichend Vorlaufzeit einplanen, aktuell mindestens ein halbes Jahr, denn die Fachbetriebe sind gut ausgelastet, Komponenten habe lange Lieferzeiten.

Photovoltaik ist längst nicht mehr nur Immobilienbesitzern vorbehalten. Auch Mieter mit Sonnenbalkon können ihren eigenen Strom erzeugen. Ein so genanntes Balkonkraftwerk gibt es mittlerweile steckerfertig im Baumarkt. Damit darf man offiziell bis zu 600 Watt für den Eigenbedarf erzeugen. „Soll das Solarmodul einfach auf dem Balkon stehen, müssen Mieter nicht einmal um Erlaubnis fragen“, erklärt Schnurer. Wer die Module am Geländer installieren möchte, braucht hingegen das Einverständnis von Hausverwaltung beziehungsweise Vermieter. Zudem muss das Balkonkraftwerk dem Netzbetreiber gemeldet werden, der Stromzähler über eine Rücklaufsperre verfügen.

„Das Balkonkraftwerk lohnt sich vor allem dann, wenn man seinen Energieverbrauch in den Phasen der größten Eigenproduktion maximiert – indem man beispielsweise während der Mittagssonne die Waschmaschine laufen lässt“, erläutert Schnurer. Ansonsten versickert die selbst produzierte Energie im Netz. In jedem Fall ist es aber ein politisches Statement und macht den Besitzer ein Stück unabhängiger von Gas- und Kohlekraftwerken.

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