In einem Feldexperiment des ZEW Mannheim entschieden sich rund 600 Mannheimer Bürger/innen für oder gegen einen normalen oder wassersparenden Duschkopf zu unterschiedlichen Preisen. Sank der Preis für den wassersparenden Duschkopf aufgrund einer Subvention, stieg die Nachfrage danach deutlich. Sank der Preis für den wassersparenden Duschkopf um den gleichen Betrag, allerdings ohne die Angabe von Gründen, stieg die Nachfrage weniger stark. Somit können Subventionen zu einer Verbesserung der Energieeffizienz beitragen.

„Der stärkere Anstieg der Nachfrage beruht darauf, dass wir über die Subvention als Grund für die Preissenkung informierten – diese Information erhöhte scheinbar wiederum die intrinsische Motivation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für umweltfreundliches Verhalten“, erläutert Dr. Madeline Werthschulte, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Umwelt- und Klimaökonomik“ und eine der Studienautorinnen.

Zwei Runden, zwei Entscheidungen

Für das Feldexperiment teilten die Wissenschaftlerinnen Bürger/innen der Stadt Mannheim per Zufallsauswahl in zwei Gruppen ein, die aufgrund der zufälligen Zuordnung hinsichtlich wichtiger demografischer und sozio-ökonomischer Faktoren vergleichbar waren. Die insgesamt 595 Teilnehmer/innen beider Gruppen konnten im Rahmen des Experiments einen wassersparenden Duschkopf gewinnen. Sie erhielten ein Budget in Höhe von 35 Euro und mussten sich in einer ersten Runde zwischen einem normalen Duschkopf zum Preis von 19 Euro oder einem wassersparenden Duschkopf zum Preis von 34 Euro entscheiden. In einer zweiten Runde stand dieselbe Entscheidung an – allerdings lag der Preis des wassersparenden Duschkopfes nun mit 29 Euro rund 15 Prozent unter dem ursprünglichen Preis. Die erste Gruppe bekam lediglich die Preissenkung mitgeteilt. In dieser Gruppe nahm die Nachfrage nach dem wassersparenden Duschkopf um 3,4 Prozent zu. „Die zweite Gruppe erhielt zusätzlich den Hinweis, dass der wassersparende Duschkopf subventioniert sei, da er zu den Energie- und Klimaschutzzielen der Bundesregierung beitrage. In dieser Gruppe stieg die Nachfrage nach dem Sparduschkopf um 8,8 Prozent“, so ZEW-Kollegin und Ko-Autorin Lara Bartels.

Umweltfreundlichere Verhaltensweisen über das Duschen hinaus

Die Ergebnisse einer anschließenden Befragung der Teilnehmer/innen zeigen, dass die Subvention keine Auswirkungen darauf hat, wie diese Geld- oder Wassereinsparungen durch den sparsamen Duschkopf beurteilen. Auch das Ausmaß, in dem sie den Kauf des sparsamen Duschkopfs als soziale Norm wahrnehmen, bleibt durch die Subvention unverändert. Vielmehr finden sich Hinweise darauf, dass die Subvention umweltfreundlichere Verhaltensweisen auch über das Duschen hinaus auslöst. So sind die Teilnehmer/innen in der Gruppe mit Subvention eher bereit, kürzer zu duschen, andere umweltfreundliche Subventionen zu unterstützen oder sich an umweltfreundlichen Aktivitäten zu beteiligen. „Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Subvention die intrinsische Motivation für umweltfreundliches Verhalten erhöht“, so Werthschulte.

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Über ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim

Das ZEW in Mannheim forscht im Bereich der angewandten und politikorientierten Wirtschaftswissenschaften und stellt der nationalen und internationalen Forschung bedeutende Datensätze zur Verfügung. Das Institut unterstützt durch fundierte Beratung Politik, Unternehmen und Verwaltung auf nationaler und europäischer Ebene bei der Bewältigung wirtschaftspolitischer Herausforderungen. Zentrale Forschungsfrage des ZEW ist, wie Märkte und Institutionen gestaltet sein müssen, um eine nachhaltige und effiziente wirtschaftliche Entwicklung der wissensbasierten europäischen Volkswirtschaften zu ermöglichen. Das ZEW wurde 1991 gegründet. Es ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Derzeit arbeiten am ZEW Mannheim rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen zwei Drittel wissenschaftlich tätig sind.

Forschungsfelder des ZEW
Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte; Arbeitsmärkte und Sozialversicherungen; Digitale Ökonomie; Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik; Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik; Marktdesign; Umwelt- und Klimaökonomik; Ungleichheit und Verteilungspolitik; Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft.

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