„Eine Kennzahl entsteht, wenn ein Markt reif genug für Vergleiche ist. Für Fabrikroboter gibt es sie seit Jahrzehnten, für alles, was daneben entstanden ist, bis heute nicht“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Die Kennzahl macht ungleich große Volkswirtschaften vergleichbar
Der Wert setzt den Bestand eingesetzter Roboter ins Verhältnis zur Zahl der Beschäftigten. Genau darin liegt sein Nutzen: Ein absoluter Bestand sagt wenig, wenn Länder unterschiedlich groß sind. Dasselbe Prinzip trägt jede belastbare Übersicht über verfügbare Werkzeuge und Roboter, die Preise, Funktionen und Verfügbarkeit nebeneinanderstellt statt Einzelmeldungen zu sammeln.
Nach Angaben des Verbands zählen acht westeuropäische Länder zu den zwanzig am stärksten automatisierten weltweit, darunter Deutschland, die Schweiz, die Niederlande und Österreich.
Was die Erhebung ausweist
Laut der International Federation of Robotics ergibt sich folgendes Bild:
- Westeuropa erreichte 2024 einen Rekord von 267 Robotern je 10.000 Beschäftigte, ein Plus von drei Prozent.
- Die Europäische Union kommt auf 231 Einheiten, der weltweite Durchschnitt liegt bei 132.
- Nordamerika stieg um vier Prozent auf 204 Einheiten, die Vereinigten Staaten erreichen 307.
- Asien wuchs um elf Prozent auf durchschnittlich 131 Einheiten.
- China liegt bei 166 Einheiten je 10.000 Erwerbstätige, ein Plus von 17 Prozent.
Der größte Bestand steht nicht dort, wo die Dichte am höchsten ist
Bemerkenswert ist der Abstand zwischen Bestand und Roboterdichte. China zählt dem Bericht zufolge rund zwei Millionen Einheiten im operativen Bestand und damit etwa das Viereinhalbfache des zweitplatzierten Japans, erreicht bei der Dichte aber nur Platz 22.
Erklären lässt sich das mit der Zahl der Beschäftigten. Wo sehr viele Menschen im verarbeitenden Gewerbe arbeiten, braucht ein hoher Dichtewert einen entsprechend großen Bestand — die Kennzahl misst Verhältnisse, nicht Volumen.
Außerhalb der Fabrik fehlt der Maßstab
Für Software und für Geräte jenseits der Produktion gibt es keine vergleichbare Erhebung. Weder Zahl noch Verbreitung sind zentral erfasst, und der Markt verändert sich schneller, als ein Jahresbericht ihn abbilden könnte.
Was bleibt, ist der Vergleich am Einzelfall: Preis, Funktionsumfang, Verfügbarkeit. Wie sich Werkzeuge in bestehende Arbeitsabläufe einfügen, zeigt sich etwa an Verfahren zur automatisierten Codeoptimierung, die vor wenigen Jahren noch keinen Namen hatten.
Woran sich der nächste Berichtsband messen lässt
Die Erhebung erscheint jährlich, die nächste Ausgabe wird die Installationen des Jahres 2025 enthalten. Der aussagekräftigere Wert ist dabei nicht der Rekord, sondern die Wachstumsrate.
Ein Plus von drei Prozent in Westeuropa gegenüber elf Prozent in Asien beschreibt keine Momentaufnahme, sondern eine Richtung — und die entscheidet über die Rangfolge der kommenden Jahre.
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