Im Lager eines Elektrogrosshändlers befinden sich Tausende unterschiedliche Artikel – vom günstigen Verbindungselement bis zur kostspieligen Steuerungskomponente Viele davon werden täglich benötigt, andere verlassen das Lager möglicherweise nur wenige Male im Jahr. Trotzdem müssen sie beschafft, eingelagert und finanziert werden.

Für den technischen Grosshandel in der Schweiz entsteht daraus ein wirtschaftlicher Zielkonflikt: Kunden aus Industrie, Handwerk und Instandhaltung erwarten kurzfristige Lieferungen, während steigende Lagerwerte Kapital binden, das für Investitionen oder das operative Geschäft fehlt.

Digitales Bestandsmanagement hilft, diesen Konflikt aufzulösen. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst wenig Ware zu lagern, sondern Bestände anhand tatsächlicher Nachfrage, Lieferzeiten und wirtschaftlicher Bedeutung zu steuern.

Wenn Lagerbestände zur finanziellen Belastung werden

Ein hoher Warenbestand vermittelt zunächst Sicherheit. Doch gerade bei technischen Komponenten kann sich diese vermeintliche Sicherheit als kostspielig erweisen.

Elektronische Bauteile unterliegen technologischen Veränderungen, bestimmte Ersatzteile werden durch Nachfolgemodelle ersetzt und spezialisierte Industriekomponenten finden nur einen begrenzten Käuferkreis.

Hinzu kommen Lagerflächen, Versicherungen, interne Warenbewegungen und das Risiko einer Wertminderung.

Rechenbeispiel: Was eine Bestandsreduzierung bewirken kann

Bisheriger Lagerwert

CHF 2 Mio.

Zielbestand (−15 %)

CHF 1,7 Mio.

CHF 300’000 weniger gebundenes Kapital

Vereinfachtes Beispiel bei gleichbleibenden Bewertungspreisen. Die tatsächliche Freisetzung hängt unter anderem von Beschaffung, Abverkauf und Lieferverpflichtungen ab.

Welche Artikel verdienen überhaupt einen Lagerplatz?

Nicht jeder Artikel sollte nach denselben Regeln bevorratet werden. Eine Kombination aus ABC- und XYZ-Analyse ermöglicht eine differenzierte Bestandsstrategie.

Die ABC-Analyse bewertet Artikel nach ihrem Verbrauchswert, während die XYZ-Analyse die Regelmässigkeit der Nachfrage betrachtet.

Ein häufig benötigtes Verbindungselement mit konstantem Absatz erfordert beispielsweise eine andere Bevorratung als ein teures Spezialbauteil, das nur sporadisch bestellt wird.

Für Einkaufs- und Lagerverantwortliche ergeben sich daraus konkrete Handlungsoptionen: Meldebestände überprüfen, Bestellmengen anpassen, Langsamdreher identifizieren und geeignete Artikel gegebenenfalls erst bei konkretem Kundenbedarf beschaffen.

Voraussetzung sind allerdings verlässliche Bestands- und Bewegungsdaten.

Bestandsmanagement macht versteckte Lagerwerte sichtbar

Wie viele Einheiten eines Artikels tatsächlich vorhanden sind, ist nur eine von mehreren entscheidenden Fragen. Ebenso wichtig sind Lagerort, Umschlagshäufigkeit, letzte Entnahme und die Entwicklung des Bestands über einen längeren Zeitraum.

Mit der COSYS Bestandsmanagement Software können technische Grosshändler Wareneingänge, Entnahmen und Umlagerungen digital erfassen. Artikel- und Lagerplatzbarcodes ermöglichen eine nachvollziehbare Bestandsführung, auch wenn Waren auf mehrere Lagerbereiche verteilt sind.

Für die mobile Datenerfassung eignen sich beispielsweise der Zebra TC201, der Honeywell CT32 oder der Datalogic Memor 12. Die Gerätewahl hängt unter anderem von Scanvolumen, Lagerumgebung und Anforderungen an die Bedienung ab.

Ergänzend bietet COSYS MDE-Services für Einrichtung, Wartung und Reparatur sowie Mobile Device Management zur zentralen Verwaltung der Geräteflotte.

Business Intelligence als Grundlage wirtschaftlicher Bestandsentscheidungen

Die eigentliche Herausforderung beginnt bei der Interpretation der Bestandsdaten.

Mit COSYS Business Intelligence lassen sich Lagerwerte, Artikelbewegungen und Bestandsentwicklungen in Dashboards auswerten. Dadurch wird beispielsweise erkennbar, welche Produktgruppen einen hohen Anteil am gebundenen Kapital verursachen, obwohl ihre Umschlagshäufigkeit gering ist.

Besonders interessant ist der Vergleich zwischen Lagerwert und Warenbewegung. Ein Artikel mit hohem Einzelpreis und geringer Nachfrage kann wirtschaftlich problematischer sein als ein umfangreicher Bestand schnell drehender Verbrauchsmaterialien.

Solche Erkenntnisse unterstützen den Einkauf bei der Anpassung von Beschaffungsmengen und helfen der Lagerleitung, Überbestände gezielt abzubauen. Für weitergehende Prognosen müssen zusätzliche Einflussgrössen wie Lieferzeiten, saisonale Nachfrage und geplante Kundenaufträge berücksichtigt werden.

Lieferfähigkeit bleibt die entscheidende Grenze

Eine Bestandsreduzierung darf nicht zulasten der Kundenversorgung erfolgen. Besonders bei kritischen Ersatzteilen für industrielle Anlagen können Fehlbestände erhebliche Folgekosten verursachen.

Deshalb sollten technische Grosshändler neben Lagerwert und Umschlag auch Lieferbereitschaft, Wiederbeschaffungszeiten und die Bedeutung einzelner Artikel für ihre Kunden berücksichtigen.

Regelmässige Bestandskontrollen und eine permanente Inventur helfen zusätzlich, Differenzen frühzeitig zu erkennen und Entscheidungen auf belastbare Daten zu stützen.

Fazit: Weniger Kapital im Lager, mehr finanzieller Spielraum

Für technische Grosshändler entsteht wirtschaftliches Potenzial nicht allein durch niedrigere Bestände, sondern durch deren gezielte Zusammensetzung.

Wer Lagerbewegungen konsequent digital erfasst und Bestandsdaten systematisch auswertet, kann Überbestände erkennen, Beschaffungsentscheidungen verbessern und Kapitalbindung reduzieren, ohne die Lieferfähigkeit unnötig zu gefährden.

COSYS unterstützt diesen Ansatz mit modularer Bestandsmanagement-Software, mobiler Hardware, ergänzenden Services und Business Intelligence. Die Lösung lässt sich entsprechend den vorhandenen Lagerstrukturen und Anforderungen erweitern.

Tipp: Sie möchten Ihre Bestandsprozesse digitalisieren? Testen Sie die COSYS Demo-Apps kostenlos und unverbindlich im Google Play Store oder im Apple App Store und lernen Sie die mobile Bestandserfassung kennen.

Über die Cosys Ident GmbH

Die COSYS Ident GmbH mit Sitz in Grasdorf bei Hildesheim entwickelt seit 1982 Lösungen zur Digitalisierung und Optimierung von Logistik- und Geschäftsprozessen. Als mittelständischer Spezialist für Auto-ID, mobile Datenerfassung und Intralogistik bietet COSYS heute eine integrierte Plattform für die Digitalisierung von Waren-, Material- und Informationsflüssen. Das Portfolio umfasst unter anderem Lagerverwaltung, Bestandsführung, Lademittel- und Behältermanagement, Transport- und Werkslogistik, Inhouse-Logistik, Paketmanagement, Inventur, Asset Management und Business Intelligence. Mobile Apps, WebDesk sowie Cloud- und On-Premises-Lösungen verbinden operative Prozesse mit zentraler Verwaltung, Analyse und Optimierung. KI, Task Management, Process Mining und eigenes MDM erweitern die Plattform um intelligente Automatisierungs-, Analyse- und Verwaltungsfunktionen. COSYS begleitet Unternehmen von der Prozessanalyse und Konzeption über die Implementierung und Integration bis hin zu Support und langfristiger Betreuung. Ergänzend stehen passende MDE-Hardware, Auto-ID-Technologien, Reparaturservice und WLAN-Funkvermessung zur Verfügung.

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