- Aktuelle HR WORKS Umfrage untersucht, wie Beschäftigte den Einfluss von KI auf ihr berufliches Selbstverständnis erleben.
- Jüngere empfinden wegen KI dreimal häufiger Unbehagen oder Scham als Ältere, trotz ähnlicher Nutzung.
- Häufige KI-Nutzung geht mit mehr Stolz und mehr Scham einher.
Jüngere und ältere Beschäftigte setzen KI im Job ähnlich oft ein. Sie erleben den Einsatz aber sehr unterschiedlich. Das ist ein Ergebnis des aktuellen KI-Arbeitsreports 2026 des HR-Software-Unternehmens HR WORKS. Für die Umfrage wurden 1.750 Beschäftigte in Deutschland befragt. Die folgenden Ergebnisse beziehen sich auf 1.040 Befragte, die angegeben haben, KI bereits beruflich genutzt zu haben.
Sowohl bei den 18- bis 29-Jährigen als auch bei den 60- bis 65-Jährigen nutzt jeweils mehr als die Hälfte der Befragten KI mehrmals pro Woche. Die emotionale Bewertung der KI-Nutzung fällt jedoch unterschiedlich aus: 46 % der 18- bis 29-Jährigen haben sich wegen eines KI-gestützten Arbeitsschritts schon unwohl gefühlt oder geschämt. Bei den 60- bis 65-Jährigen sind es nur 15 %. Auch Selbstzweifel treten bei der Gen Z häufiger auf: Mehr als die Hälfte fragt sich, ob sie ohne KI dieselbe Leistung erbringen würde. Bei den Älteren ist es knapp ein Drittel.
Gen Z verbirgt KI-Nutzung und bewertet KI-Ergebnisse strenger
Beim Offenlegen ihrer KI-Nutzung sind jüngere Beschäftigte deutlich zurückhaltender. 61 % haben ein Ergebnis schon einmal so lange umformuliert, bis der Einsatz von KI nicht mehr erkennbar war. Bei den Älteren trifft das nur auf ein Viertel zu. Zudem legen Jüngere einen strengeren Maßstab an. Nur 48 % finden, dass ein gutes KI-Ergebnis genauso viel Anerkennung verdient wie ein vollständig selbst erarbeitetes. Bei den 60- bis 65-Jährigen sind es 67 %.
Knapp die Hälfte der Jüngeren fragt sich zudem, was ihre Berufserfahrung künftig noch wert ist, bei den Älteren ist es nicht einmal jede vierte Person. Eine mögliche Erklärung liefert die Berufserfahrung. Wer schon lange im Job ist, kennt die eigenen Stärken und sieht KI eher als Werkzeug. Jüngere sind sich ihrer Kompetenz dagegen oft noch nicht sicher und KI verstärkt diese Unsicherheit. Das Bild vom gelassenen Digital Native bestätigt die Studie damit nicht.
Je öfter KI im Einsatz ist, desto größer sind Stolz und Scham
Stolz und Scham können bei der Arbeit mit KI nebeneinander auftreten. Beide Gefühle nehmen sogar zu, je häufiger Beschäftigte KI nutzen. Mehr als die Hälfte der Befragten nutzt KI täglich bis mehrmals pro Woche. In dieser Gruppe waren 85 % schon stolz auf ein KI-gestütztes Arbeitsergebnis, bei seltener Nutzung nur 61 %.
Stolz entsteht offenbar vor allem dort, wo Beschäftigte ihren eigenen Anteil am Ergebnis erkennen: Acht von zehn Befragten waren stolz, die KI mit den richtigen Anweisungen gesteuert zu haben. Drei Viertel freuten sich, ein schwaches Ergebnis erkannt und verbessert zu haben. Mit der Nutzung wächst allerdings auch das Unbehagen. 34 % derer, die KI häufig nutzen, haben sich wegen eines KI-gestützten Arbeitsschritts schon unwohl gefühlt oder geschämt, bei den selten Nutzenden ist es rund ein Fünftel. Mehr als ein Viertel der häufig Nutzenden hat sogar beides erlebt: Stolz auf ein KI-Ergebnis und Scham über den Weg dorthin.
Scham entsteht dort, wo die eigene Leistung geringer erscheint
86 % aller Befragten, die sich wegen ihrer KI-Nutzung schon einmal geschämt haben, sagten: Eigentlich hätte ich die Aufgabe selbst erledigen müssen. Vier von fünf empfanden KI als „zu einfache Lösung“. Ebenso viele fürchteten, durch die KI-Nutzung als weniger kompetent zu gelten. Drei Viertel fanden es unangenehm, für ein KI-Ergebnis gelobt zu werden. Bei den häufig Nutzenden zeigt sich zudem ein ausgeprägter Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit: Jede zweite häufig nutzende Person fragt sich zumindest gelegentlich, ob sie ohne KI dieselbe Leistung erbringen würde.
„KI verändert unser Verständnis von eigener Leistung und damit auch den Blick vieler Menschen auf ihre Rolle im Betrieb. Dieser Wandel beginnt gerade erst. Unternehmen haben jetzt die Chance, ihn aktiv zu gestalten: mit Orientierung, mit Raum für Austausch und mit einer Kultur, in der der Einsatz von KI selbstverständlich ist“, sagt Ivana Baumann, Director HR & Recruiting bei HR WORKS.
Über die Umfrage
Der KI-Arbeitsreport 2026 von HR WORKS untersucht, wie Beschäftigte den Einfluss von KI auf ihr berufliches Selbstverständnis erleben. Im Fokus stehen die Emotionen bei der KI-Nutzung, die Frage, wann ein Ergebnis noch als eigene Leistung gilt, und die Anerkennung von KI-Kompetenz im Job. Im August 2026 wurden 1.750 Beschäftigte mittels einer standardisierten Online-Umfrage durch das Marktforschungsinstitut Bilendi befragt. 1.040 dieser Befragten haben KI bereits beruflich eingesetzt. Befragt wurden Menschen zwischen 18 und 65 Jahren. Das Durchschnittsalter der KI-nutzenden Befragten liegt bei 44 Jahren. Die Umfrage deckt Unternehmensgrößen von Kleinbetrieben bis zu Konzernen ab.
Mit HR WORKS bilden mittelständische Unternehmen den gesamten Mitarbeiterlebenszyklus in einer All-in-One-Software ab: Personalverwaltung, Zeitwirtschaft, Reisekostenmanagement, Payroll und Personalentwicklung. Als etablierter Partner des Mittelstands kennt HR WORKS die Anforderungen von KMU und begleitet sie auf dem Weg zu einer digitalen, zukunftsfähigen und KI-unterstützten Personalarbeit: Schritt für Schritt, verständlich und sicher. So gewinnen Unternehmen Zeit für das, was zählt: die Arbeit mit Menschen.
HR WORKS ist nach ISO 27001 zertifiziert und erfüllt damit höchste Anforderungen an Datenschutz und Informationssicherheit. Über 3.500 Kunden vertrauen bereits auf HR WORKS. Das Team zählt mehr als 200 Mitarbeitende und ist an den Standorten Freiburg, Frankfurt, Berlin und Wien vertreten.
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