Das Sicherheitsbedürfnis in der Gesellschaft wächst – und damit steigt auch die Nachfrage nach qualifiziertem Personal in der Sicherheitsbranche. Etwa 5.800 Wach- und Sicherheitsunternehmen beschäftigen rund 300.000 Menschen und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für die innere Sicherheit Deutschlands.

Personen, die vor einer beruflichen Neuorientierung stehen, kann eine Umschulung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit eine stabile und zukunftssichere Perspektive bieten. Dieser anerkannte Ausbildungsberuf öffnet die Türen zu einem vielfältigen und verantwortungsvollen Arbeitsfeld.

Was macht eine Fachkraft für Schutz und Sicherheit?

Das Aufgabenfeld ist weitaus breiter aufgestellt als der klassische Objektschutz. Fachkräfte für Schutz und Sicherheit sind dafür verantwortlich, Menschen, Anlagen, Objekte und Werte zu schützen. Sie beurteilen Gefährdungspotenziale, leiten Sicherungsmaßnahmen ein und überprüfen deren Wirksamkeit. Zu ihren Tätigkeiten gehören die Überwachung von Sicherheitseinrichtungen wie Alarmanlagen und Videoüberwachungssystemen, die Durchführung von Kontrollgängen in öffentlichen Gebäuden oder auf Werksgeländen sowie die Sicherung von Veranstaltungen und Transporten. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist auch die Deeskalation von Konfliktsituationen und die Dokumentation von Vorkommnissen. Einsatzorte können Flughäfen, Bahnhöfe, Industrieanlagen, Messegelände oder auch der Personenschutz sein.

Der Weg zur Qualifikation: Die Umschulung

Die Umschulung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit dauert in der Regel 24 Monate in Vollzeit und schließt mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab. Sie richtet sich an Personen, die bereits eine Erstausbildung abgeschlossen haben oder über Berufserfahrung verfügen und sich neu aufstellen möchten. Ein mehrmonatiges Betriebspraktikum ist fester Bestandteil der Umschulung und ermöglicht es den Teilnehmenden, das erlernte Wissen direkt in der Praxis anzuwenden und wertvolle Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen.

Das IBB Institut für Berufliche Bildung (www.ibb.com) bietet diese Umschulung an mehr als 1.000 Standorten bundesweit an und ermöglicht – bei Zustimmung von IHK und Kostenträger – auch die Teilnahme am theoretischen Unterricht von zu Hause aus. Die Umschulung endet mit einer IHK-Prüfung und ist damit ein offiziell anerkannter Berufsabschluss.

Welche Voraussetzungen sind nötig?

Formale Voraussetzung ist in der Regel mindestens ein Hauptschulabschluss. Da es sich um einen verantwortungsvollen Beruf handelt, sind persönliche Eigenschaften jedoch ebenso entscheidend. Ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis ist eine zwingende Voraussetzung. Zudem werden Zuverlässigkeit, ein hohes Verantwortungsbewusstsein, psychische Belastbarkeit und Teamfähigkeit erwartet. Bewerber sollten körperlich fit sein und die Bereitschaft mitbringen, im Schichtdienst sowie an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten. Ein souveränes und ruhiges Auftreten, auch in Stresssituationen, ist für diesen Beruf unerlässlich.

Digitalisierung verändert das Berufsbild

Die fortschreitende Digitalisierung beeinflusst auch den Bereich der Sicherheitsdienstleistungen. Moderne Technologien wie vernetzte Gebäudetechnik („Connected Buildings“), digitale Karten, Drohnentechnik zur Geländeüberwachung und Sensortechnik gehören zunehmend zum Arbeitsalltag von Sicherheitsfachkräften. Durch „Predictive Analytics“ (vorausschauende Analytik) können zudem Gefährdungspotenziale vorhergesagt werden. Diese Entwicklung erfordert von Fachkräften eine ständige Weiterbildungsbereitschaft, eröffnet aber auch neue spezialisierte Tätigkeitsfelder.

Förderung und Finanzierung

Für Arbeitsuchende ist eine finanzielle Förderung der Umschulung möglich, beispielsweise durch einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Zusätzlich können Teilnehmende während ihrer Umschulung ein monatliches Weiterbildungsgeld von 150 Euro erhalten, wenn sie arbeitslos sind oder aufstockende Leistungen beziehen. Das Weiterbildungsstärkungsgesetz sieht zudem Prämien für bestandene Prüfungen von insgesamt bis zu 2.500 Euro vor. Interessierte sollten sich bei ihrem zuständigen Berater über die individuellen Fördermöglichkeiten informieren.

Berufliche Perspektiven nach der Umschulung

Nach erfolgreichem Abschluss der Umschulung eröffnet sich ein breites Einsatzgebiet im Bewachungsgewerbe mit guten Zukunfts- und Entwicklungschancen. Fachkräfte für Schutz und Sicherheit können bei Wach- und Sicherheitsdiensten, Werttransporten und Industrieunternehmen aus allen Wirtschaftszweigen eine Anstellung finden. Auch Ordnungsbehörden kommen als Arbeitgeber in Frage. Zusätzlich gibt es zahlreiche Job-Alternativen, beispielsweise als Warenhausdetektiv, Sicherheitskontrolleur oder Personenschützer.

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