Auch finanziell bleiben Weiterbildungen oft begrenzt: 65 Prozent der Arbeitgeber stellen pro Mitarbeiterin oder Mitarbeiter im Jahr maximal 1.000 Euro für Qualifizierungen zur Verfügung. Gleichzeitig nennen die Befragten quer durch alle Branchen einen hohen Bedarf an zusätzlichen Qualifizierungen – insbesondere bei Führungskompetenzen, digitalen Grundlagen und Fachwissen.
Gezielte KI-Weiterbildung statt Lernchaos: Orientierung für Beschäftigte
„Viele Unternehmen ermöglichen Weiterbildung, aber häufig fehlen klare Prioritäten, Lernpfade und Zeitbudgets – gerade bei einem dynamischen Thema wie Künstliche Intelligenz“, sagt Andreas Ollhoff, Geschäftsführer der TÜV Rheinland Akademie. „Beschäftigte brauchen Orientierung: Welche KI-Anwendungen sind für ihren Arbeitsalltag relevant, wie lassen sie sich sicher und verantwortungsvoll nutzen und welche Kompetenzen werden in den nächsten Jahren unverzichtbar?“
KI verändert Arbeit – Qualifikationsbedarf steigt deutlich
Der Einsatz generativer KI wie ChatGPT, Gemini oder Copilot hält in vielen Unternehmen Einzug, insbesondere in größeren Betrieben. Vier von zehn Unternehmen (40 Prozent) sehen bereits, dass der Bedarf an KI-bezogenen Qualifikationen und Kompetenzen in ihrer Organisation wächst. Rund jedes zweite Unternehmen schätzt den Weiterbildungsbedarf im Bereich Künstliche Intelligenz insgesamt als hoch ein. Gefragt ist vor allem grundlegendes Know-how: Viele Unternehmen sehen den größten Bedarf zunächst beim Verständnis von KI-Grundlagen, typischen Einsatzfeldern und Grenzen der Technologie – erst danach folgen vertiefte fachliche Anwendungen. Gleichzeitig erwarten die Befragten Effizienzgewinne durch KI und gehen davon aus, dass Arbeitsabläufe, Entscheidungsprozesse und Tätigkeitsprofile sich spürbar verändern werden.
„In vielen Bereichen geht es aktuell weniger um komplexe Programmierkenntnisse, sondern darum, KI-Werkzeuge fundiert einschätzen und in bestehende Prozesse einbinden zu können“, erklärt Isabell Czornik, Expertin für KI-Weiterbildungen bei der TÜV Rheinland Akademie. „Sinnvolle und sichere Nutzung setzt voraus, dass Beschäftigte rechtliche, organisatorische und ethische Rahmenbedingungen kennen – vom Datenschutz über Informationssicherheit bis hin zu Transparenzanforderungen.“
Umfangreiches Weiterbildungsangebot
Um Unternehmen und Beschäftigte beim Erwerb von KI-Kompetenzen zu unterstützen, bietet die TÜV Rheinland Akademie unter anderem:
- Einführungsformate zu Grundlagen, Funktionsweisen und Anwendungsfeldern von KI,
- Schulungen zum sicheren und verantwortungsvollen Einsatz generativer KI im Arbeitsalltag – etwa für Text-, Daten- und Bildanwendungen,
- zielgruppenspezifische Trainings für Fach- und Führungskräfte in Bereichen wie Produktion, Qualitätsmanagement, Arbeitssicherheit oder Verwaltung.
Neben Präsenzseminaren kommen verstärkt Live-Online-Trainings, E-Learning-Module und Blended-Learning-Formate zum Einsatz, um Lernen besser mit dem Arbeitsalltag zu verbinden.
„Weiterbildung zu KI ist kein einmaliges Projekt“, betont die Expertin. „Beschäftigte brauchen die Möglichkeit, Neues schrittweise auszuprobieren, Erfahrungen zu reflektieren und ihr Wissen regelmäßig zu aktualisieren. Kontinuierliche Lernangebote, die sich an betrieblichen Anforderungen orientieren, sind dafür entscheidend.“
Über die TÜV Weiterbildungsstudie 2026
Für die TÜV Weiterbildungsstudie 2026 wurden 500 Entscheiderinnen und Entscheider aus Unternehmen in Deutschland zu Bedeutung, Ausgestaltung und Wirkung betrieblicher Weiterbildung befragt. Ein Schwerpunkt der Erhebung liegt auf digitalen Kompetenzen und Künstlicher Intelligenz.
Über die TÜV Rheinland Akademie
Die TÜV Rheinland Akademie qualifiziert Fach- und Führungskräfte in Deutschland und international in Präsenz-, Online- und Blended-Learning-Formaten. Das Themenspektrum reicht von Arbeitssicherheit, Technik und Qualitätsmanagement über Managementsysteme und IT bis hin zu Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz.
Die Welt zu einem sicheren Ort machen: Dafür steht die TÜV Rheinland AG als einer der international führenden Prüfdienstleister – seit über 150 Jahren. Mehr als 28.000 Mitarbeitende prüfen, testen und zertifizieren Produkte, Anlagen und Prozesse und trainieren Menschen in zahlreichen Berufen – an 500 Standorten in gut 50 Ländern rund um den Globus. Als Teil der Qualitätsinfrastruktur mit Hauptsitz in Köln und einem jährlichen Umsatz von rund 3 Milliarden Euro bringt TÜV Rheinland Sicherheit in zentrale Lebens- und Wirtschaftsbereiche. Seit 2006 ist das Unternehmen Mitglied im UN Global Compact gegen Korruption und für mehr Nachhaltigkeit. Website: www.tuv.com
TÜV Rheinland
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