• Umsatz gab vor allem absatzbedingt um ein Fünftel auf 3,6 Mrd. € nach
  • -128 Mio. € Vorsteuerergebnis; Maßnahmen zur Kostensenkung und Liquiditätssicherung sowie Ergebnisbeitrag der Aurubis AG dämpfen Auswirkungen der Krise
  • SALCOS: Machbarkeitsstudie für Eisenerz-Direktreduktion in Wilhelmshaven vereinbart – weiterer konkreter Schritt zur CO2-armen, wasserstoffbasierten Stahlherstellung

Erwartungsgemäß haben die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie den Salzgitter-Konzern im zweiten Quartal 2020 deutlich stärker beeinträchtigt als in den ersten drei Monaten des Jahres. Besonders der Nachfrageeinbruch aus der Automobilindustrie belastete unser Unternehmen, während sich die Baubranche stabil zeigte. So verzeichneten die Tochtergesellschaften des Konzerns eine verglichen mit 2019 um 10 bis 70% geringere Auslastung. Darüber hinaus entfalteten die schon vor der aktuellen Krise überdimensionierten Importquoten für zollfreie Stahlimporte in die Europäische Union keinerlei Schutzwirkung, da sich deren prozentualer Anteil infolge des Rückgangs der Stahlnachfrage in der EU im zweiten Quartal sogar noch erhöhte.

Vor diesem Hintergrund gab der Außenumsatz des Salzgitter-Konzerns im ersten Halbjahr 2020 – insbesondere mengenbedingt – gegenüber der Vorjahresperiode um 20% nach (3.631,0 Mio. €; H1 2019: 4.526,2 Mio. €). Das Vorsteuerresultat betrug -127,8 Mio. € (H1 2019: 145,3 Mio. €) und spiegelt primär den Auslastungsrückgang im zweiten Quartal sowie entsprechend gesunkene Ergebnisbeiträge aller Geschäftsbereiche wider. Frühzeitig und konsequent eingeleitete Maßnahmen zur Kostensenkung und Liquiditätssicherung sowie 34,0 Mio. € Beitrag des nach der Equity-Methode bilanzierten Engagements an der Aurubis AG (H1 2019: 56,4 Mio. €) wirkten gegenläufig. Aus -144,7 Mio. € Ergebnis nach Steuern (H1 2019: 96,4 Mio. €) errechnen sich -2,70 € Ergebnis je Aktie (H1 2019: 1,73 €) sowie -6,3% Verzinsung des eingesetzten Kapitals (H1 2019: 7,9%). Mit 34,4% Eigenkapitalquote ist die Bilanz des Salzgitter-Konzerns nach wie vor solide.

Vorstandsvorsitzender Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann zur aktuellen Lage:

„Die letzten Monate zählen wegen der Corona-Krise sicherlich zu den herausforderndsten unserer Unternehmensgeschichte. Wir lassen uns in dieser Zeit stets von den Prinzipien der Verhältnismäßigkeit und der Güterabwägung zwischen dem bestmöglichen Schutz der Gesundheit unserer Mitarbeitenden und dem Erhalt der Betriebsfähigkeit unseres Unternehmens leiten. So haben wir kurzfristig umfassende, risikominimierende Vorkehrungen getroffen und Transparenz bezüglich des Infektionsgeschehens im gesamten Konzern geschaffen. Ebenso konzentrieren wir uns auf das Management der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie. Oberste Priorität besitzt die Sicherung der Liquidität des Konzerns. Die Kennzahlen des ersten Halbjahres 2020 belegen, dass uns diese Güterabwägung gelungen ist. Nicht zuletzt dank unserer auf Diversifikation des Konzernportfolios ausgerichteten Strategie wurden die Auswirkungen der Pandemie auf unser Geschäft abgemildert. Wenngleich die Bewältigung der coronabedingten Herausforderungen zurzeit naturgemäß im Fokus steht, verlieren wir die Sicherung der mittel- und langfristigen Zukunft des Salzgitter-Konzerns nicht aus den Augen. Mit der im Juni vereinbarten Machbarkeitsstudie für eine Eisenerz-Direktreduktion am Standort Wilhelmshaven gehen wir einen weiteren konkreten Schritt unseres Transformationsprozesses hin zu einer CO2-armen, wasserstoffbasierten Stahlherstellung auf der Grundlage unseres vielbeachteten Technologiekonzeptes SALCOS® (SAlzgitter Low CO2 Steelmaking).“

Ausblick

Wir gehen davon aus, dass das zweite und dritte Quartal den Tiefpunkt der aktuellen Krise markieren dürften. Gleichwohl bleiben Stärke und zeitlicher Ablauf der denkbaren Belebung der gesamtwirtschaftlichen Lage in der zweiten Jahreshälfte mit hohen Unsicherheiten behaftet. Die weitere Geschäftsentwicklung des Salzgitter-Konzerns lässt sich in diesem volatilen Umfeld nicht in der gewohnten Weise prognostizieren, sodass lediglich eine grobe Einschätzung möglich ist.

Vor diesem Hintergrund rechnen wir für das Geschäftsjahr 2020 für den Salzgitter-Konzern mit:

  • einem merklich reduzierten Umsatz,
  • einem negativen Vorsteuerergebnis im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich und
  • einer sichtbar unter dem Vorjahreswert liegenden Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE).

Wir weisen darauf hin, dass darüber hinaus Chancen und Risiken aus aktuell nicht absehbaren Erlös-, Vormaterialpreis- und Beschäftigungsentwicklungen sowie Veränderungen von Währungskursen den Verlauf des Geschäftsjahres 2020 erheblich beeinflussen können. Die hieraus resultierende Schwankungsbreite des Konzernergebnisses vor Steuern kann ein beträchtliches Ausmaß sowohl in negativer als auch in positiver Richtung annehmen.

Disclaimer: Einige der in dieser Mitteilung gemachten Aussagen haben den Charakter von Prognosen bzw. können als solche interpretiert werden. Sie sind nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und gelten naturgemäß unter der Voraussetzung, dass keine unvorhersehbare Verschlechterung der Konjunktur und der spezifischen Marktlage für die Gesellschaften in den Geschäftsbereichen eintritt, sondern sich die Grundlagen der Planungen und Vorschauen in dem Umfang und dem zeitlichen Rahmen wie erwartet als zutreffend erweisen. Die Gesellschaft übernimmt – unbeschadet bestehender gesetzlicher, insbesondere kapitalmarktrechtlicher Anforderungen – keine Verpflichtung, vorausblickende Aussagen, die ausschließlich auf den Umständen am Tag der Veröffentlichung basieren, laufend zu aktualisieren.

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