• Umsatz- und Ergebnisentwicklung im ersten Quartal von steigender Inflation, neuerlichen Corona-Lockdowns im chinesischen Markt und anhaltenden Engpässen an den Beschaffungsmärkten beeinflusst
  • Leichter Umsatzanstieg der GRAMMER Gruppe von 2,2 % auf 515,0 Mio. EUR maßgeblich von der Division Commercial Vehicles (+13,9%) sowie positiven Währungseffekten getragen
  • Region APAC mit deutlichem Rückgang (-13,7 %), Region AMERICAS vermeldet Umsatzplus von 17,5 %
  • Operatives EBIT mit -2,5 Mio. EUR deutlich unter Vorjahresniveau (Q1 2021: 21,0 Mio. EUR)
  • Ausblick 2022 zunächst bestätigt; allerdings können sich Risiken aus dem Krieg in der Ukraine sowie aus anhaltenden Corona-Lockdowns in China je nach Länge und weiterem Verlauf verstärken und die Prognose negativ beeinflussen

Die GRAMMER Gruppe hat heute die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2022 vorgelegt. Demnach steigerte die GRAMMER AG ihren Konzernumsatz leicht auf 515,0 Mio. EUR (Q1 2021: 503,7 Mio. EUR), was einer Erhöhung von 2,2 % im Vergleich zum Vorjahreswert entspricht. Der währungsbereinigte Umsatz lag mit 500,7 Mio. EUR 0,6 % unter dem Vorjahreswert. Insgesamt entwickelten sich die Umsatzerlöse im Rahmen der Erwartungen.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal verringerte sich der Umsatz in der Region APAC um 13,7 % auf 89,1 Mio. EUR (Q1 2021: 103,2 Mio. EUR). In der Region EMEA sank der Umsatz leicht um 0,7 % auf 289,7 Mio. EUR (Q1 2021: 291,7 Mio. EUR). Lediglich die Region AMERICAS, deren Vorjahresquartal durch die geringere Anzahl an Abrufen der Automobilhersteller (OEMs) aufgrund des globalen Lieferengpasses bei Halbleitern belastet war, verzeichnete im ersten Quartal einen deutlichen Umsatzanstieg von 17,5 % auf 154,1 Mio. EUR (Q1 2021: 131,2 Mio. EUR) bzw. währungsbereinigt um 8,7 % auf 142,6 Mio. EUR.

Mit Blick auf die Divisionen verzeichnete das Unternehmen im Bereich Automotive einen Umsatzrückgang um 3,6 % auf 324,2 Mio. EUR, die Erlöse der Division Commercial Vehicles erhöhten sich dagegen deutlich um 13,9 % auf 190,8 Mio. EUR. Hier waren die Regionen EMEA und AMERICAS Treiber der positiven Entwicklung des Umsatzes, wohingegen die Region APAC vor allem in China einen starken Rückgang zu verbuchen hatte. In der Division Automotive konnte die positive Umsatzentwicklung in der Region AMERICAS die Umsatzrückgänge in EMEA und APAC nicht ausgleichen.

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank im ersten Quartal 2022 deutlich auf -1,2 Mio. EUR (Q1 2021: 22,6 Mio. EUR). Die Regionen EMEA (12,3 Mio. EUR) und APAC (6,3 Mio. EUR) leisteten positive Ergebnisbeiträge, während die Region AMERICAS ein negatives EBIT in Höhe von -16,4 Mio. EUR verzeichnete. Das operative EBIT der GRAMMER Gruppe belief sich auf -2,5 Mio. EUR (Q1 2021: 21,0 Mio. EUR), was einer operativen EBIT-Rendite von -0,5 % (Q1 2021: 4,2 %) entspricht. Hauptursachen für den massiven Ergebnisrückgang sind weiterhin stark steigende Material-, Logistik-, Energie- und Personalkosten, anhaltende Engpässe in den Beschaffungsmärkten sowie neuerliche Corona-Lockdowns, die insbesondere den chinesischen Markt treffen. Zudem schlugen Einmalaufwendungen und Sonderfrachten eines GRAMMER Werks in der Region AMERICAS in Höhe von rund 4 Mio. EUR zu Buche. Das operative EBIT wurde neben positiven Wechselkurseffekten in Höhe von 1,8 Mio. EUR um direkt zurechenbare Kosten für Corona-Schutz- und Handlungsmaßnahmen in Höhe von 0,5 Mio. EUR bereinigt. 

AMERICAS mit Umsatzwachstum, EMEA und APAC mit Rückgängen bei den Erlösen

Die Region EMEA verzeichnete im ersten Quartal 2022 einen Umsatz von 289,7 Mio. EUR (Q1 2021: 291,7 Mio. EUR), was einem leichten Rückgang von 0,7 % entspricht. Bereinigt um Währungseffekte ergab sich ein Wachstum von 1,1 % auf 294,9 Mio. EUR. Dabei verlief die Entwicklung in den Divisionen Automotive und Commercial Vehicles gegensätzlich. Während in der Division Commercial Vehicles ein Umsatzzuwachs von 12,8 % auf 143,4 Mio. EUR (Q1 2021: 127,1 Mio. EUR) bzw. währungsbereinigt um 18,2 % auf 150,2 Mio. EUR erzielt wurde, entwickelte sich der Umsatz in der Division Automotive entsprechend dem schwachen Marktumfeld rückläufig und sank um 11,1 % auf 146,3 Mio. EUR (Q1 2021: 164,6 Mio. EUR). Währungsbereinigt reduzierte sich der Umsatz um 12,1 % auf 144,7 Mio. EUR. Der Krieg in der Ukraine sorgte dabei für Produktionsunterbrechungen seitens einiger Kunden von GRAMMER, was zu einem Rückgang bei den Abrufen führte.

Das operative EBIT in EMEA sank aufgrund weiterhin stark steigender Material-, Logistik- und Energiekosten sowie anhaltender Engpässe an den Beschaffungsmärkten im ersten Quartal 2022 deutlich auf 12,2 Mio. EUR (Q1 2021: 18,8 Mio. EUR). Diese negativen Effekte wurden durch den Ausbruch des Kriegs in der Ukraine nochmals verschärft.

Die Region AMERICAS vermeldete für das erste Quartal 2022 einen kräftigen Umsatzzuwachs in beiden Divisionen von 17,5 % auf 154,1 Mio. EUR (Q1 2021: 131,2 Mio. EUR) bzw. währungsbereinigt um 8,7 % auf 142,6 Mio. EUR. Ursächlich für diese Entwicklung waren die im Vorjahreszeitraum geringe Anzahl von Abrufen der OEMs aufgrund des globalen Lieferengpasses bei Halbleitern in der Division Automotive sowie ein hohes Auftragsvolumen in der Division Commercial Vehicles. So stieg der Umsatz in der Division Automotive um 10,5 % auf 124,3 Mio. EUR (Q1 2021: 112,5 Mio. EUR) bzw. währungsbereinigt um 2,5 % auf 115,3 Mio. EUR, während die Division Commercial Vehicles einen deutlichen Zuwachs von 59,4 % auf 29,8 Mio. EUR (Q1 2021: 18,7 Mio. EUR) bzw. währungsbereinigt um 46,0 % auf 27,3 Mio. EUR verzeichnete. Das operative EBIT verringerte sich dennoch im ersten Quartal 2022 auf -16,9 Mio. EUR (Q1 2021: -8,5 Mio. EUR). Insbesondere die hohe Inflation sowie stark gestiegene Personalkosten in den USA wirkten sich hier negativ aus. Hinzu kamen Einmalaufwendungen in Höhe von 4 Mio. EUR für Sonderfrachten in einem Werk in Mexiko.

In der Region APAC fielen die Umsätze in beiden Divisionen im ersten Quartal signifikant um 13,7 % auf 89,1 Mio. EUR (Q1 2021: 103,2 Mio. EUR) bzw. währungsbereinigt um 20,6 % auf 81,9 Mio. EUR. In der Division Automotive resultierte der Umsatzrückgang um 10,9 % auf 57,2 Mio. EUR (Q1 2021: 64,2 Mio. EUR) bzw. währungsbereinigt um 19,3 % auf 51,8 Mio. EUR aufgrund reduzierter Kundenabrufe infolge erneuter COVID-19 Lockdowns in den Regionen Shanghai und Changchun. In der Division Commercial Vehicles setzte sich der rückläufige Trend aus dem zweiten Halbjahr 2021 fort, was hauptsächlich auf die Einführung einer verschärften Abgasnorm in China im Juli 2021 und damit verbundene starke Vorzieheffekte in der Lkw-Produktion und aktuell sehr hohe Lkw-Bestände zurückzuführen ist. Die Umsätze in der Division Commercial Vehicles verringerten sich um 18,2 % auf 31,9 Mio. EUR (Q1 2021: 39,0 Mio. EUR) bzw. währungsbereinigt um 22,8 % auf 30,1 Mio. EUR. Das operative EBIT in der Region APAC reduzierte sich im Wesentlichen aufgrund der geringeren Umsätze im chinesischen Markt, höherer Frachtkosten in Japan sowie der Anlaufkosten für die drei neuen Werke in China auf 6,6 Mio. EUR (Q1 2021: 15,6 Mio. EUR).

Prognose 2022 vorerst bestätigt

Obwohl der Geschäftsverlauf des ersten Quartals 2022 hinter den Erwartungen zurückblieb, hält der Vorstand aktuell weiter an der im Geschäftsbericht 2021 veröffentlichten Gesamtjahresprognose fest (Umsatz von rund 2,0 Mrd. EUR, operatives EBIT zwischen 35 Mio. EUR und 40 Mio. EUR). Risiken aus dem Krieg in der Ukraine sowie aus den anhaltenden Corona-Lockdowns in China für den Umsatz und das Ergebnis der GRAMMER Gruppe können sich je nach Länge und weiterem Verlauf verstärken und die Prognose negativ beeinflussen. Kurzfristig muss GRAMMER die Weitergabe der erheblichen Steigerungen der Material-, Energie-, Transport-, Lohn- und Stillstandskosten an seine Kunden durchsetzen, um das prognostizierte Ergebnisziel zu erreichen.

Mittelfrist-Ausblick 2025:

Um seinen Stakeholdern trotz der Unwägbarkeiten im laufenden Jahr einen Korridor für die mittelfristige Geschäftsentwicklung aufzuzeigen, hat das Management heute seine strategischen Schwerpunkte und die daraus abgeleiteten Mittelfristziele für das Jahr 2025 bekanntgegeben.

Der Umsatz der GRAMMER Gruppe soll bis 2025 auf 2,5 Mrd. EUR wachsen, wovon 60 % in der Division Automotive und 40 % in der Division Commercial Vehicles erwirtschaftet werden sollen. Für das operative EBIT strebt die Gesellschaft im Jahr 2025 eine Marge von > 5 % an, für das Konzernergebnis nach Steuern wird ein Margenziel von > 4 % ausgegeben. Das Umsatzwachstum wird aus allen Regionen gespeist, wobei die Region APAC zur zentralen Plattform für Wachstum beider Divisionen ausgebaut wird und AMERICAS wieder zurück auf den profitablen Wachstumskurs gebracht wird.

Ein wichtiger Baustein zur Erreichung dieser Zielsetzung ist das Restrukturierungsprojekt "P2P – Path to Profitability", mit dem der nachhaltige Turnaround in der Region AMERICAS, dem heute zweitgrößten Markt, bis 2024 erreicht werden soll. Die GRAMMER AG wird die verschiedenen Maßnahmen zur Sicherung der finanziellen Stabilität und Förderung einer nachhaltigen Entwicklung in dieser Region auch im weiteren Jahresverlauf konsequent vorantreiben.

Als weiteres wesentliches Etappenziel im Rahmen der Mittelfristplanung bis 2025 wurde die Reduzierung des gruppenweiten CO2-Ausstosses um 25 % verabschiedet. Im Jahr 2030 soll dann das bereits im Rahmen der GRAMMER Green Company Initiative veröffentlichte Ziel einer CO2-Reduktion von 50 % erreicht werden.

Die vollständige Mitteilung für das erste Quartal 2022 ist auf der Website unter https://www.grammer.com/… abrufbar.

Die Erläuterung der für GRAMMER wesentlichen Kennziffer "operatives EBIT" ist im Geschäftsbericht auf Seite 21 zu finden.

Über die Grammer AG

Die GRAMMER AG mit Sitz in Ursensollen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von gefederten Fahrer- und Passagiersitzen für On- und Offroad-Fahrzeuge. Im Bereich Automotive liefert das Unternehmen Kopfstützen, Armlehnen, Mittelkonsolen, hochwertige InterieurKomponenten und Bediensysteme sowie innovative thermoplastische Komponenten für die Automobilindustrie an namhafte Pkw-Hersteller und an Systemlieferanten der Fahrzeugindustrie. Der Geschäftsbereich Commercial Vehicles umfasst die Geschäftsfelder Lkw- und Offroad-Sitze (Traktoren, Baumaschinen, Stapler) sowie Bahn- und Bussitze. Mit rund 14.000 Mitarbeiter:innen ist GRAMMER in 19 Ländern weltweit tätig. Die GRAMMER Aktie ist im Prime Standard notiert und wird an den Börsen München und Frankfurt sowie über das elektronische Handelssystem Xetra gehandelt

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