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▪ Umsatzanstieg der GRAMMER Gruppe von 13,4 % auf 2.158,8 Mio. EUR von positiven Währungseffekten, Preissteigerungen und der allgemeinen Markterholung geprägt
▪ Alle Regionen tragen zum Umsatzwachstum bei: EMEA (+6,6 %), AMERICAS (+29,9 %) und APAC (+5,0 %)
▪ Operatives EBIT steigt dank starkem Q4 um 55,7 % auf 35,5 Mio. EUR und liegt im Rahmen der Prognose 2022
▪ Anstieg des Free Cashflows auf 31,3 Mio. EUR (Vj. –5,6 Mio. EUR)
▪ P2P-Projekt in AMERICAS: Maßnahmen zur Sicherung der finanziellen Stabilität zeigen erste positive Ergebnisse; Ergebnis der Region allerdings zusätzlich durch Wertminderung i. H. v. 73,6 Mio. EUR aufgrund der Erhöhung des Zinsniveaus belastet
▪ Positiver Ausblick für 2023 mit avisierter Verdopplung des operativen EBIT auf rund 70 Mio. EUR

Die GRAMMER Gruppe hat heute den geprüften Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 vorgelegt und die im Februar veröffentlichten vorläufigen Zahlen bestätigt. Demnach steigerte die GRAMMER AG ihren Konzernumsatz trotz schwieriger makroökonomischer Rahmenbedingungen um 13,4 % auf 2.158,8 Mio. EUR. Währungsbereinigt lag der Umsatzanstieg bei 8,9 %. Die positive Umsatzentwicklung wurde sowohl von allen drei Regionen als auch von beiden Divisionen getragen. Der Bereich Automotive kam auf einen Umsatzanstieg von 12,6 % auf 1.390,3 Mio. EUR. Die Erlöse der Division Commercial Vehicles erhöhten sich um 15,0 % auf 768,5 Mio. EUR. Umsatzstärkste Region war weiterhin EMEA mit 1.131,4 Mio. EUR (+6,6 %), die höchste Steigerung erzielte die Region AMERICAS mit einem Plus von 29,9 %.

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf –45,0 Mio. EUR, während der Vorjahreswert noch bei 18,9 Mio. EUR lag. Das negative EBIT war insbesondere von einem Sondereffekt durch eine Wertminderung in der Region AMERICAS in Höhe von –73,6 Mio. EUR beeinflusst, die aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus notwendig war. Das für die Performance  der Gruppe ausschlaggebende operative EBIT verbesserte sich dagegen auf 35,5 Mio. EUR (Vj. 22,8 Mio. EUR), was einer operativen EBIT-Rendite von 1,6 % entspricht. Wesentliche Treiber für die positive Ergebnisentwicklung waren primär die Umsatzsteigerung sowie erste Restrukturierungserfolge in der Region AMERICAS. Darüber hinaus profitierte GRAMMER von Erholungstendenzen in der Region APAC, die in der ersten Jahreshälfte noch unter geringeren Abrufen durch COVID-19-Lockdowns und Nachlaufeffekten aus einer strengeren Abgasnorm litt. Ertragsmindernd schlugen weitere Einmalaufwendungen zu Buche, insbesondere für Sonderfrachten zweier GRAMMER Werke in der Region AMERICAS in Höhe von rund 10 Mio. EUR. Daneben konnte sich GRAMMER im Berichtszeitraum mit Kunden über die Weitergabe der erheblichen, inflationsbedingten Kostensteigerungen einigen. Das operative EBIT wurde neben direkt zurechenbaren Kosten für Corona-Schutz- und Handlungsmaßnahmen von 2,1 Mio. EUR um negative Wechselkurseffekte von 0,2 Mio. EUR, Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 4,6 Mio. EUR sowie die genannten Wertminderungen auf Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte bereinigt. Der Free Cashflow verbesserte sich im Geschäftsjahr 2022 auf 31,3 Mio. EUR (Vj. –5,6 Mio. EUR), was vor allem auf eine Verbesserung der Working Capital Positionen beim Rohmaterial und bei den Projektbeständen zurückzuführen ist.

Jurate Keblyte, CFO der GRAMMER AG: „Unser Geschäftsjahr war von einer beispiellosen Aufholjagd geprägt – ausgehend von dem negativen Ergebnis im ersten Halbjahr, der Trendwende im dritten Quartal und einem außerordentlich starken Schlussspurt zum Jahresende. Wie andere Automobilzulieferer standen wir 2022 enorm unter Zugzwang, die Weitergabe der inflationsbedingten Kostensteigerungen mit unseren Kunden zu verhandeln. Hier haben wir partnerschaftlich mit unseren Kunden Lösungen erarbeitet, die wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen haben. Zugleich konnten wir erste positive Ergebnisse unseres Restrukturierungsprogramms in AMERICAS verbuchen sowie von dem wieder anziehenden Geschäft in China profitieren. Vorausgesetzt, unser Kurs wird nicht unerwartet gestört, blicken wir insgesamt zuversichtlich auf die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr und rechnen mit einer erneut spürbaren Ergebnisverbesserung.“

Region EMEA mit deutlichem Ergebniszuwachs, AMERICAS mit Erholungstendenzen
Die Region EMEA, in der sich die konzernweit umsatzstärksten Gesellschaften befinden, verzeichnete im Berichtszeitraum eine robuste Entwicklung und erzielte einen Umsatzanstieg von 6,6 % auf 1.131,4 Mio. EUR. Bereinigt um Währungseffekte ergab sich ein Wachstum von 7,9 % auf 1.145,4 Mio. EUR. Getragen wurde das Wachstum verstärkt von der Division Commercial Vehicles (Umsatz +10,8 % auf 550,4 Mio. EUR). Die Division Automotive verbuchte im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 % höhere Erlöse von 581,0 Mio. EUR. Das operative EBIT in EMEA wuchs kräftig um 27,1 % auf 60,0 Mio. EUR. Beim Ergebnis wurde die Verbesserung trotz der inflationsgetriebenen Kostensteigerungen sowie der Zahlung der Inflationsausgleichprämie erreicht. Hier kamen der Gruppe die erfolgreiche Weitergabe von Materialpreissteigerungen sowie die Auflösung von Rückstellungen zugute.

Die Region AMERICAS zeigte deutliche Erholungstendenzen und erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatzzuwachs von 29,9 % auf 672,5 Mio. EUR. Währungsbereinigt stiegen die Erlöse um 15,7 % auf 598,9 Mio. EUR. Die positive Umsatzentwicklung ist im Wesentlichen auf eine höhere Nachfrage in der Division Commercial Vehicles sowie auf niedrige Vorjahreszahlen in der Division Automotive zurückzuführen, die durch Lieferengpässe bei Halbleitern stark belastet war. So stieg der Umsatz in der Division Automotive um 27,0 % auf 537,1 Mio. EUR, während die Erlöse in der Division Commercial Vehicles mit 135,4 Mio. EUR ein Plus von 43,0 % verbuchten.

Das operative EBIT verbesserte sich in AMERICAS auf –48,3 Mio. EUR (Vj. –61,5 Mio. EUR). Insbesondere die hohe Inflation der Material-, Personal- und Frachtkosten wirkten sich hier nach wie vor negativ aus. Hinzu kamen Einmalaufwendungen in Höhe von rund 10 Mio. EUR. Allerdings zeigen die Ergebnisse in der zweiten Jahreshälfte, dass die verschiedenen Maßnahmen des für die Region aufgesetzten P2P-Restrukturierungsprojekts schrittweise greifen.

Die Region APAC verzeichnete im Jahr 2022 einen Umsatzanstieg von 5,0 % auf 426,7 Mio. EUR; währungsbereinigt sank der Umsatz um 1,3 % auf 401,2 Mio. EUR. Hier war die Entwicklung vor allem von lokalen COVID-19-Lockdowns geprägt, die zu geringeren Kundenabrufen und Produktionsstopps führten. Anhaltende Lieferengpässe bei Halbleitern wirkten sich ebenfalls negativ auf das Umsatzvolumen aus. Die Division Automotive erreichte einen Anstieg von 8,4 % auf 290,5 Mio. EUR. Auch die Division Commercial Vehicles erholte sich nach rückläufigem Trend im ersten Halbjahr und schloss mit einem leichten Umsatzrückgang von –1,4 % auf 136,2 Mio. EUR. Positiv auf den Umsatz wirkte  sich in der Region APAC die gute Zusammenarbeit mit Neukunden in der zweiten Jahreshälfte aus.

Das operative EBIT sank leicht auf 48,5 Mio. EUR (Vj. 52,8 Mio. EUR). Die operative EBIT-Marge verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozentpunkte auf 11,4 % (Vj. 13,0 %). Dies ist vor allem auf hohe Produktanlaufs- und Projektentwicklungskosten zurückzuführen.

Gute Fortschritte bei Focus Areas „Innovation und Digitalisierung“ und „Nachhaltigkeit“
Die GRAMMER Entwicklungsteams haben auch im Jahr 2022 intensiv daran gearbeitet, das Unternehmen mit innovativen, nachhaltigen Angeboten fit für die Zukunft zu machen. So verbuchte GRAMMER als einer der führenden Lieferanten im Mittelkonsolen-Geschäft im vergangenen Jahr mehrere Produktneueinführungen, die sich durch flexible Konzepte, innovative Mechaniken und ressourcenschonende Materialien auszeichnen. Beispiele hierfür sind die frei stehende Mittelkonsole im neuen BMW iX, die GRAMMER als Partner der ersten Stunde gemeinsam mit BMW und Interieur-Expert:innen gestaltet hat, oder die flexible, herausnehmbare BuzzBox im neuen ID.Buzz von VW.

Mit dem Ziel, den urbanen Personentransport im 21. Jahrhundert mitzugestalten, hat GRAMMER bereits 2021 sein Konzept Ubility One vorgestellt und auf unterschiedlichen Messen 2022 großflächig der Öffentlichkeit präsentiert. Die innovative Produktfamilie weist mit konsequentem Leichtbau, nachhaltigem Design und hohem Nutzungskomfort den Weg in die urbane Mobilität der Zukunft. GRAMMER positioniert sich mit Ubility One als erster Anbieter eines ganzheitlichen Interieurkonzepts für Busse und Bahnen von morgen. Das Unternehmen bedient damit den Megatrend Urbanisierung und wird wachsenden individuellen Mobilitätsbedürfnissen gerecht.

Im Zuge der Nachhaltigkeitsstrategie hat GRAMMER im Jahr 2022 ein eigenes Team für nachhaltige Materialien etabliert und neben der Arbeit an den Klimaschutzzielen (CO2-Emissionen in Scope 1 und 2) begonnen, die Scope-3-Emissionen zu erfassen. Außerdem wurden die Lieferanten, Partner und Dienstleister noch stärker in die eigene Nachhaltigkeitsstrategie eingebunden. So war das Unternehmen bestens auf das zum 1. Januar 2023 in Kraft getretene Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz vorbereitet. Der Erfolg der Bemühungen in Sachen Nachhaltigkeit zeigt sich auch in den positiven Bewertungen von RatingAgenturen: Bei EcoVadis hat GRAMMER seinen Status im Berichtsjahr von Bronze  auf Silber verbessert, bei CDP erreichte die Gruppe im Jahr 2022 erstmals die Note B.

Ausblick 2023: Stabile Umsatzentwicklung bei deutlich verbessertem operativen EBIT
Für das laufende Geschäftsjahr 2023 erwartet die GRAMMER Gruppe aufgrund der weiter bestehenden gesamtwirtschaftlichen und branchenseitigen Unsicherheiten einen Umsatz auf Vorjahresniveau von rund 2,2 Mrd. EUR. Im Hinblick auf das operative EBIT rechnet GRAMMER mit einer Verdopplung auf rund 70 Mio. EUR. Mit der deutlich angehobenen Ergebnisprognose berücksichtigt das Unternehmen die Fortschritte im Rahmen der eingeleiteten Maßnahmen des Restrukturierungsprojekts P2P in der Region AMERICAS sowie weiterer Effizienzund Kostensenkungsmaßnahmen, die in den kommenden Monaten konsequent weiterverfolgt werden. Wie im Vorjahr werden die positiven Effekte voraussichtlich erst sukzessive im Jahresverlauf entfaltet, entsprechend wird wieder mit einer deutlich stärkeren zweiten Jahreshälfte gerechnet. Allerdings wird die Gesamtjahresprognose weiterhin maßgeblich davon abhängen, in welchem Umfang GRAMMER erneut Einigungen mit seinen Kunden über die Weitergabe der Kostensteigerungen erzielen kann. Mit der avisierten Margensteigerung befindet sich GRAMMER im Plan des im April 2022 vorgestellten Mittelfristausblicks, bis 2025 eine operative EBIT-Marge größer 5 % zu erreichen.

Die Highlights des Geschäftsberichts 2022 sowie die Kernelemente der Mittelfriststrategie 2025 sind auf der GRAMMER Website unter https://reports.grammer.com/… dargestellt. Der vollständige Finanzbericht 2022 ist wie gewohnt unter https://www.grammer.com/… abrufbar.

Über die Grammer AG

Die GRAMMER AG mit Sitz in Ursensollen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von gefederten Fahrer- und Passagiersitzen für On- und Offroad-Fahrzeuge. Im Bereich Automotive liefert das Unternehmen Kopfstützen, Armlehnen, Mittelkonsolen, hochwertige InterieurKomponenten und Bediensysteme sowie innovative thermoplastische Komponenten für die Automobilindustrie an namhafte Pkw-Hersteller und an Systemlieferanten der Fahrzeugindustrie. Der Geschäftsbereich Commercial Vehicles umfasst die Geschäftsfelder Lkw- und Offroad-Sitze (Traktoren, Baumaschinen, Stapler) sowie Bahn- und Bussitze. Mit rund 14.000 Mitarbeiter:innen ist GRAMMER in 19 Ländern weltweit tätig. Die GRAMMER Aktie ist im Prime Standard notiert und wird an den Börsen München und Frankfurt sowie über das elektronische Handelssystem Xetra gehandelt.

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Telefax: +49 (9621) 66-1000
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E-Mail: Tanja.Buecherl@grammer.com
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