Der ZVO hat am 6. Mai 2026 in Person von Lukas Hanstein, ZVO-Leiter Politik, sowie ZVO-Vorstandsmitglied Tobias Wesselow von der Firma Anke GmbH & Co. KG einen digitalen Austausch mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geführt. Seitens des Ministeriums nahmen Vertreter sowohl aus der Industrie- als auch aus der Mittelstandsabteilung teil.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die aktuell zentralen umwelt- und energiepolitischen Herausforderungen für die deutsche Oberflächentechnik. Thematisiert wurden insbesondere die laufenden europäischen Diskussionen zu Chrom(VI) und PFAS sowie die weiterhin hohen industriellen Stromkosten.

Ein Schwerpunkt des Austauschs war die Bedeutung der funktionellen Hartverchromung auf Basis von Chrom(VI) für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Tobias Wesselow verdeutlichte aus unternehmerischer Perspektive, dass zahlreiche technische Anwendungen und industrielle Prozesse auf die besonderen funktionellen Eigenschaften von Hartchromschichten angewiesen sind. Hierzu zählen insbesondere Verschleißschutz, Gleit- und Rollfähigkeit sowie Korrosionsbeständigkeit hochbeanspruchter Bauteile.

Der ZVO machte deutlich, dass eine Nichtverfügbarkeit dieser Technologien erhebliche Risiken für industrielle Wertschöpfungsketten in Deutschland und Europa mit sich bringen würde. Gerade der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist auf leistungsfähige und international wettbewerbsfähige Oberflächenverfahren angewiesen. Eine weitere Abwanderung industrieller Produktion infolge regulatorischer Unsicherheiten oder fehlender technologischer Alternativen würde nicht nur die Oberflächentechnik selbst, sondern zahlreiche nachgelagerte Industriezweige treffen.

Darüber hinaus brachte der ZVO die energiepolitischen Herausforderungen der Branche zur Sprache. Die Oberflächentechnik gehört bereits heute in vielen Bereichen zu den stark elektrifizierten Industriebranchen. Gleichzeitig bestehen insbesondere bei Wärme- und Spezialprozessen weiterhin technische Grenzen einer vollständigen Elektrifizierung. Der Verband warb daher erneut für technologieoffene energiepolitische Rahmenbedingungen sowie international wettbewerbsfähige Strompreise für energieintensive mittelständische Industrien.

Die Vertreter des BMWE zeigten großes Interesse an den praktischen Erfahrungen und Einschätzungen aus der Branche. Seitens des Ministeriums wurde zugesagt, die angesprochenen Themen sowohl auf Leitungsebene des Hauses als auch in den anstehenden industriepolitischen Gesprächen auf europäischer Ebene einzubringen.

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