Nach tagelangen Forderungen und Appellen des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW) nach umfangreichen Finanzhilfen für krisengeplagte Händler hat die Landesregierung jetzt reagiert und einen weitgehenden Rettungsschirm für mittelständische Unternehmen aufgespannt. „Das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, den wir sehr begrüßen“, sagt HBW-Präsident Hermann Hutter. „Jetzt ist es aber wichtig, dass die Maßnahmen so schnell wie möglich umgesetzt werden, um den Schaden der Händler möglichst gering zu halten.“

Der Verband lobt vor allem die Bereitschaft der Landesregierung, auch unkonventionelle Maßnahmen im Kampf gegen die wirtschaftlichen Ausfälle der Händler zu ergreifen. „Dies ist eine außergewöhnliche Situation für uns alle, und deshalb sind außergewöhnliche Maßnahmen jetzt genau das Richtige“, sagt HBW-Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann.


So soll unter anderem ein kurzfristig wirksamer Härtefallfonds mit direkten Zuschüssen für Selbstständige und Kleinstunternehmen aufgelegt werden – eine Maßnahme, die der Verband immer wieder gefordert und in Briefen an Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut verdeutlicht hatte.

Der Fonds soll laut Wirtschaftsministerium offen für alle Branchen sein und Selbstständige und mittelständische Unternehmen bis 50 Beschäftigte dabei unterstützen, dringenden und kurzfristigen Finanzbedarf abzudecken – dabei sollen je nach Einzelfall finanzielle Mittel in Höhe bis zu 15.000 Euro fließen.

Ab kommender Woche können Anträge dafür gestellt werden.

Hagmann bezeichnete den Fonds als „gut überlegt und zielgerichtet“: Gerade der kleine Einzelhandel, der von den Betriebsschließungen betroffen ist, habe mit Existenzängsten zu kämpfen. Er muss neben eventuellen Personalkosten, die nicht vom Kurzarbeitergeld abgedeckt sind, vor allem auch Mieten und Lieferungen bezahlen, ohne dass Einnahmen erfolgen.

„Saisonale Ware im Modehandel ist ungefähr so verderblich wie Obst und Gemüse“, so Hagmann, „der Großteil dieser Ware wird sich danach nicht mehr verkaufen lassen. Ein immenser Schaden. Hier und auch bei den Mieten erwartet der Einzelhandel Unterstützung von Lieferanten und Herstellern sowie von Vermietern.

Und auch der Staat wird an dieser Stelle nochmals dem einen oder anderen helfen müssen, wenn er nicht will, dass Handelsstrukturen zerstört werden, Städte sich extrem verändern und vor allem auch tausende Mitarbeiter entlassen werden.“

"Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass die Finanzhilfen schon diese Woche ausbezahlt werden", sagt HBWPräsident Hutter, "aber für uns ist entscheidend, dass die Landesregierung Baden-Württemberg die Dramatik und die verzweifelte finanzielle Lage der Händler jetzt anerkennt und bereit ist gegenzusteuern."

Aus Sicht des Verbands ist dies einer von wichtigen Schritten in einer noch langen Liste. Diese hat der Verband in einem umfangreichen Schreiben an die zuständigen Ministerien adressiert. Dazu gehören Forderungen nach weiteren Finanz- und Liquiditätshilfen aller Art, aber auch Unterstützung der Geschäfte des Lebensmitteleinzelhandels mit Hygieneausrüstung für ihre Verkäufer, vor allem aber auch einheitliche Richtlinien für die Handhabung der Öffnungen der Ladengeschäfte vor Ort. "Bei letzteren gibt es einen Verordnungswildwuchs in den Kommunen, der nahezu nicht mehr organisierbar ist", so Hagmann.

An die Adresse der mehr als 10.000 Mitgliedsbetriebe des Handelsverbands sagte sie:

"Wir sind für Sie da!"

Es sei ein persönliches Anliegen von ihr und HBW-Präsident Hutter, "dass wir gerade jetzt als Arbeitgeberverband für unsere Mitglieder da sind", so Hagmann. Man habe alle notwendigen Vorkehrungen getroffen, um weiterhin alle Informationen schnell an die Mitglieder weitergeben zu können.

Man sei im ständigen Kontakt mit den Behörden und den Ministerien der baden-württembergischen Landesregierung, deren Mitwirkung an einer gemeinsamen und konstruktiven Zusammenarbeit Hagmann positiv hervorhob.

"Wir stehen jetzt bereit, um unsere Mitglieder bei der Beantragung der Finanzhilfen zu unterstützen, unter anderem mit vorgefertigten, rechtssicher formulierten Formularen", so Hagmann weiter. Zudem plane der Verband ein digitales Webinar rund um das Thema Kurzarbeitergeld. Auch die Homepage des Verbands unter www.handel-scout.de werde fortlaufend aktualisiert,

"Diese Krise können wir nur gemeinsam meistern, indem wir alle an einem Strang ziehen – Verband, Politik und Händler, und natürlich die Verbraucher selbst", sagt Hagmann und fügt hinzu:

"Wir danken allen in der Politik, die mit extremen Engagement an unserer Seite sind in diesen schwierigen Zeiten.
Und wir danken unseren Kunden für ihr Verständnis und ihre Disziplin in unseren noch offenen Geschäften.

Und vor allem bedanken wir uns bei unseren Helden des Handels, im noch geöffneten Einzelhandel für ihre tolle, engagierte Arbeit!"

Über den Handelsverband Baden-Württemberg e.V.

Der Handelsverband Baden-Württemberg vertritt die politischen Interessen von über 40.000 Handelsunternehmen in Baden- Württemberg. Der Handel stellt den drittgrößten Wirtschaftszweig dar mit 500.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern, ca. 18.000 Auszubildenden und einem Umsatz von ca. 90 Mrd. Euro. Der Verband bietet zudem mit der Dienstleistungsplattform www.handel-scout.de eine Art "Wikipedia" für den Handel an, welche angereichert mit Partnern aus den einzelnen Dienstleistungsbereichen und deren Wissen, für einzelne Bereiche Lösungen darlegen. Das daran angegliederte Weiterbildungsangebot www.handel-scout-akademie.de setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen: Präsenzschulungen und E-Learning.

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