• •Solides Geschäftsjahr 2020 innerhalb der Erwartungen
    • Dividendenvorschlag von 0,80 Euro auf Vorjahresniveau
    • Im Übergangsjahr 2021 deutliche Erholung erwartet, guter Jahresstart

Die börsennotierte INDUS Holding AG übernimmt 70 Prozent der Anteile an der WIRUS Fenster GmbH & Co. KG (WIRUS) mit Sitz in Rietberg-Mastholte, Kreis Gütersloh. Mit rund 245 Mitarbeitern erwirtschaftete der ertragsstarke Fensterbauer im Jahr 2020 einen Umsatz von rund 56 Mio. Euro. Das Produktangebot von WIRUS umfasst Fenster aus Kunststoff und Aluminium, Schiebe-, Haus- und Nebeneingangstüren sowie Sicht- und Sonnenschutzsysteme. Nach den jüngsten Zukäufen von JST und WIRUS hält INDUS 48 Beteiligungen im Portfolio.

„Die Rahmenbedingungen für attraktive Zukäufe haben sich merklich verbessert“, sagt Dr. Johannes Schmidt, Vorstandsvorsitzender der INDUS-Gruppe. „Mit der zweiten Akquisition innerhalb der letzten vier Monate unterstreichen wir deutlich unsere Wachstumsambitionen.“ WIRUS verstärkt das INDUS-Portfolio im Segment Bau/Infrastruktur. Es gibt weiterhin gutes Wachstumspotential in der Bauindustrie. „WIRUS verkörpert mit einem überdurchschnittlich hohen Digitalisierungsgrad in Vertrieb, Produktion und Logistik sowie einem starken Wachstum den Hidden Champion, den wir für unser Portfolio suchen“, so Dr. Schmidt. „LEAN-Manufacturing, Just-in-Time-Lieferung ohne Zwischenlager und die Vernetzung der kompletten Lieferkette über das ERP-System machen die effiziente Organisation von WIRUS aus.“ Christoph Ruoff, Geschäftsführer und Haupteigentümer seit 2002, wird das Unternehmen weiterhin als Geschäftsführer leiten. Die Familie Ruoff hält weiter 30 Prozent der Anteile an WIRUS. Der Kauf steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden.

Solider Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2020 durch breite Portfolio-Aufstellung

Die INDUS Holding AG erzielte im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz in Höhe von 1,56 Mrd. Euro (Vorjahr 1,74 Mrd. Euro) und hat – trotz des deutlichen Rückgangs aufgrund der Corona-Krise – ihre im Zwischenbericht für das dritte Quartal 2020 bestätigte Prognose (1,45-1,6 Mrd. Euro) damit erreicht. Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie und des strukturellen Wandels in der Automobilbranche lag das operative Ergebnis (EBIT) bei 25,1 Mio. Euro (Vorjahr 117,9 Mio. Euro). Die EBIT-Marge betrug 1,6 % (Vorjahr 6,8 %). Bereits im 2. und 3. Quartal hat die INDUS-Gruppe nicht zahlungswirksame Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte sowie Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von insgesamt 40,6 Mio. Euro ertragswirksam erfasst. Die EBIT-Marge vor Wertminderungen betrug 4,2 % (Vorjahr 7,8 %). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) belief sich auf 9,6 Mio. Euro (Vorjahr: 99,0 Mio. Euro).

Das Ergebnis nach Steuern betrug -26,9 Mio. Euro (Vorjahr: 60,1 Mio. Euro). 

Die Bilanzsumme betrug zum Stichtag 1,73 Mrd. Euro und lag damit aufgrund von Wertminderungen, einer im Corona-Jahr bewusst restriktiven Investitionspolitik sowie des aktiven Working Capital-Managements unter Vorjahr (1,81 Mrd. Euro). Bei einem Eigenkapital von 676,4 Mio. Euro (Vorjahr 727,7 Mio. Euro) blieb die Eigenkapitalquote mit 39,1 % nur leicht unter Vorjahr (40,2 %). Die Nettoverschuldung zum Jahresende betrug 518,9 Mio. Euro (Vorjahr 546,2 Mio. Euro). Die Entschuldungsdauer (Nettoverschuldung/ EBITDA) liegt bei 3,3 Jahren (Vorjahr 2,4 Jahre), das Gearing (Verhältnis Nettoverschuldung/Eigenkapital) bei 77 % (Vorjahr 75 %). "Auch im schwierigen Geschäftsjahr 2020 konnte INDUS einen hohen Cashflow und stabile Bilanzrelationen beibehalten", so Rudolf Weichert, Finanzvorstand von INDUS. "Dies ist auch das Ergebnis unserer im Strategieprogramm PARKOUR definierten Maßnahmen zur Stärkung der Finanziellen Exzellenz."

Der Schwerpunkt der Investitionen in Höhe von insgesamt 53,5 Mio. Euro (Vorjahr 107,5 Mio. Euro) lag auf der gezielten Verbesserung von Wertschöpfungsprozessen durch Investitionen in Sachanlagen (44,1 Mio. Euro). 8,4 Mio. Euro wurden in immaterielle Vermögenswerte wie z.B. neue ERP-Systeme investiert.

Erneut Rekordergebnis im Segment Bau/Infrastruktur, Entwicklung der übrigen Segmente durch COVID-19 gebremst

Das INDUS-Portfolio umfasste zum Bilanzstichtag 46 Beteiligungen. Unbeeindruckt von der Corona-Krise erreichte die EBIT-Marge im ergebnisstärksten Segment Bau/Infrastruktur im Jahr 2020 mit 16,8 % einen neuen Höchststand. In der Fahrzeugtechnik belasteten dagegen starke Corona-Auswirkungen und der strukturelle Umbruch der Automobilindustrie Umsatz und Segmentergebnis. Im Zuge des Maßnahmenprogramms ZWISCHENSPURT wurden eine direkte Beteiligung und eine Enkeltochter verkauft. Die Repositionierungen der beiden größten Serienzulieferer verlaufen weiter planmäßig. So konnten Neuaufträge gewonnen werden, auch im wichtigen Bereich Elektromobilität. Die Beteiligungen im Segment Maschinen- und Anlagenbau haben sich in der Krise gut behauptet, konnten aber trotz einer im Herbst beginnenden Erholung den Corona-bedingten Markteinbruch im zweiten Quartal nicht vollständig ausgleichen. Auch das Segment Medizin- und Gesundheitstechnik spürte umsatzund ertragsseitig die Auswirkungen der beiden Lockdowns. Das nun umsatzstärkste Segment Metalltechnik hatte aufgrund eines wachsenden internationalen Geschäfts mit Hartmetallprodukten im Jahr 2020 nur leichte Einbußen. Die im Zuge der Stilllegung der BACHER AG getroffenen Maßnahmen senkten das operative Segmentergebnis. Die Stilllegung wird Mitte 2021 abgeschlossen sein.

Hoher operativer Cashflow sichert Liquidität auch in Krisenzeiten

Der operative Cashflow im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg auf 174,4 Mio. Euro (Vorjahr 167,7 Mio. Euro). Das lag vor allem daran, dass sich das Working Capital durch den Abbau von Vorräten deutlich um rd. 64 Mio. Euro reduziert hat. Als Vorsichtsmaßnahme gegen mögliche Auswirkungen der Corona-Pandemie hat das Unternehmen im Jahr 2020 bewusst einen Liquiditätspuffer aufgebaut. Die liquiden Mittel beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 194,7 Mio. Euro (Vorjahr 135,1 Mio. Euro). Mit einem Teil dieser Mittel hat die INDUS-Gruppe im Januar 2021 den Neuerwerb des Kontrollraum-Spezialisten JST finanziert.

Dividende auf Vorjahreshöhe

Vor dem Hintergrund des starken Cash-Flows und der verbesserten Aussichten für das Geschäftsjahr 2021 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 26. Mai 2021 eine Dividende auf Vorjahreshöhe von 0,80 Euro je Aktie vor. Damit werden rd. 55 % des Bilanzgewinns der INDUS Holding AG ausgeschüttet. Der Dividendenvorschlag berücksichtigt die Prognose für 2021 und damit eine deutliche Verbesserung der Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr.

Ausblick 2021: Deutliche Erholung bei gleichzeitig weiterhin hoher Unsicherheit

"2021 wird für die INDUS-Gruppe ein Übergangsjahr werden – wobei die sich verbessernde gesamtwirtschaftliche Entwicklung und die Effekte aus dem Maßnahmenpaket ZWISCHENSPURT unseren Beteiligungen Rückenwind geben", sagt INDUSVorstandsvorsitzender Dr. Johannes Schmidt. "Die Leistung unserer Portfoliounternehmen wollen wir 2021 weiter mit unserem Strategieprogramm PARKOUR steigern. Neben den Kernpunkten ‚Portfoliostruktur stärken‘, ‚Innovation fördern‘ und ‚Leistung steigern‘ setzen wir dabei einen noch stärkeren Fokus auf die Förderung von nachhaltigem Wirtschaften in allen INDUS-Unternehmen."

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2021 ist aufgrund der Rahmenbedingungen noch von Unsicherheit geprägt. Der Vorstand geht bei einem guten Start im Januar und Februar 2021 von einem Umsatz zwischen 1,55 und 1,70 Mrd. Euro und einem wieder deutlich höheren operativen Ergebnis (EBIT) von 95 bis 110 Mio. Euro aus. Bei dieser Prognose sind Neuerwerbe auf erster und zweiter Ebene noch nicht berücksichtigt. Dr. Johannes Schmidt: "Die jüngsten Zukäufe von JST und WIRUS zeigen, dass sich der M&A-Markt wieder belebt und weitere attraktive Targets für uns bietet."

Der vollständige Online-Geschäftsbericht der INDUS Holding AG steht Ihnen hier zur Verfügung. Eine Übersicht über die zentralen unternehmerischen Kennzahlen finden Sie hier.

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